Kluse ist noch nicht wiederhergestellt

Flutschäden: Cinemaxx bleibt eine Baustelle

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren nach dem Hochwasser im Wupperbogen an der Kluse tagelang im Einsatz. Bis heute konnten noch nicht alle Schäden beseitigt werden. Archivfoto: Stefan Fries
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Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren nach dem Hochwasser im Wupperbogen an der Kluse tagelang im Einsatz. Bis heute konnten noch nicht alle Schäden beseitigt werden.

Wuppertal. Die Flutschäden im Wupperbogen sind noch nicht behoben. Die Schwebebahnstation Kluse ist noch nicht wiederhergestellt.

Von Andreas Boller

Die Wuppertaler Stadtwerke wollen die Haltestelle Kluse in diesem Jahr noch provisorisch wieder in Betrieb nehmen. Der Technikraum der Schwebebahnstation war beim Hochwasser in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli überflutet worden, als der Wupper-Pegel an der Kluse auf 3,74 Meter anstieg – normalerweise bewegt sich der Wasserstand zwischen 20 und 50 Zentimeter, Hochwasseralarm wird ab 1,40 Meter ausgelöst. Im Wupperbogen waren neben der Schwebebahnstation auch das Schauspielhaus und das Cinemaxx von der Flut betroffen. Auch dort sind die Reparaturen und Aufräumarbeiten noch nicht abgeschlossen.

„Das Kinogebäude wurde vom Hochwasser schwer getroffen.“

Ingrid Breul-Husar, Cinemaxx

Für die endgültige Wiederherstellung der Schwebebahnstation Kluse ist im kommenden Jahr eine kurze Sperrung der Haltestelle geplant. Dann soll die komplett erneuerte Technik in Betrieb gehen. Aktuell läuft an der Haltestelle Kluse die Sanierung der Technikräume. Nach der Trocknung werden neue Brandschutztüren, Boden und Wände eingesetzt.

„Die Sanierung der Technikräume wird voraussichtlich bis Anfang November abgeschlossen sein. Im Anschluss sollen die grundlegenden elektrischen Anlagenteile wie die Beleuchtung, Videotechnik für Bahnsteige und Fahrgastwechsel, Notrufsysteme oder Aufzugssteuerung wieder installiert werden, die für den Fahrgastbetrieb mindestens erforderlich sind. Hierfür gibt es noch keinen verbindlichen Terminplan, da Liefertermine noch nicht bestätigt sind“, sagt Stadtwerkesprecher Rainer Friedrich.

Langfristige Probleme erwarten die Stadtwerke bei der Reparatur der Aufzüge, denn die Aufzugstechnik wurde durch das eingedrungene Wasser komplett zerstört. „Nach Wiederinbetriebnahme der Station wird der Aufzug für Fahrgäste in Richtung Vohwinkel wieder funktionieren, leider wird aber der Aufzug in Richtung Oberbarmen noch nicht wieder nutzbar sein“, so Rainer Friedrich. Mit der vollständigen Wiederherstellung der Haltestelle Kluse rechnen die Stadtwerke erst Mitte 2022, da die Kommunikations- und Leittechnik vollständig neu beschafft werden müsse. Dafür seien Ausschreibungen erforderlich, die gerade vorbereitet werden.

Vor dem benachbarten Cinemaxx werden die Absperrgitter noch länger Zeit stehen. Während andernorts die Rückkehr des Kinos mit James Bond gefeiert wird, bleiben die Leinwände in Wuppertals größtem Kino dunkel. „Das Kinogebäude wurde vom Hochwasser schwer getroffen. Die über die Ufer getretene Wupper hat unseren Kassenbereich im Kinofoyer erreicht und das Untergeschoss, in dem sich Säle befinden, wurde vollständig geflutet. Das THW, dem wir sehr danken, war über 30 Stunden mit dem Auspumpen unseres Untergeschosses beschäftigt“, berichtet Ingrid Breul-Husar, Leiterin des Bereichs Kommunikation der Cinemaxx Holdings GmbH.

Der Rückbau des durch das Hochwasser beschädigten Inventars sei weitestgehend abgeschlossen. Parallel erfolge die Trocknung des Gebäudes. Man sei also noch immer dabei, die unmittelbaren Schadensfolgen zu beheben. Dann erst könne im nächsten Schritt die eigentliche Wiedereinrichtung des Kinos erfolgen.

„Aktuell können wir noch keinen zeitlichen Horizont für die Wiedereröffnung unseres Kinos nennen. Wir können aber allen Kinofans in Wuppertal versichern, dass wir gemeinsam mit dem Gebäudeeigentümer und allen anderen Partnern mit Hochdruck auf eine Wiederöffnung hinarbeiten“, so Ingrid Breul-Husar. Sie erinnert daran, dass zum Glück alle Gäste sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Cinemaxx das Gebäude unversehrt verlassen konnten. „Die Wassermassen drangen zum Glück erst in das Kino ein, als dieses bereits geordnet geräumt war. Im Vorfeld hatten wir Warnhinweise unter anderem von der Polizei erhalten, die zu der geordneten Räumung führten.“

Schauspielhaus ist weniger stark betroffen als Opernhaus

Menschenleer war dagegen das seit 2013 geschlossene Schauspielhaus in der Nacht, als die Wupper zu einem reißenden Fluss anschwoll. „Es ist Wasser ins Gebäude eingedrungen und hat der alten Heizung den Rest gegeben. Die Höhe des Schadens ist aber mit der im Opernhaus nicht zu vergleichen, da die Technik im Schauspielhaus ohnehin komplett erneuert werden muss“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig. Kosten von rund zehn Millionen Euro erwartet die Stadt hingegen für die Arbeiten im Opernhaus, wo die Bühnentechnik stark betroffen ist. Wie im Cinemaxx sind auch im Schauspielhaus die Aufräum- und Reinigungsarbeiten noch nicht abgeschlossen. Schäden an der Gebäudesubstanz seien, so Johannes Slawig, nicht bekannt.

Schwebebahn

Mit dem Schwebebahnbetrieb sind die Wuppertaler Stadtwerke sehr zufrieden. Bei den Messungen der Radprofile würden seit Wiederaufnahme des regulären Fahrbetriebs keine atypischen Verschleißbilder festgestellt. Die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge sei sehr hoch, die Schmiermittelmenge werde aktuell auf die jahreszeitliche Witterung eingestellt.

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