Unerwartet schnelle Lieferung

Burscheid baut auf 21 Luftfilter in Klassenzimmern

Ortstermin in der Montanusschule mit Luftfilter: Bürgermeister Stefan Caplan und Schulleiterin Claudia Zimmermann nehmen die neue Technik in Augenschein. Foto: Stadt Burscheid
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Ortstermin in der Montanusschule mit Luftfilter: Bürgermeister Stefan Caplan und Schulleiterin Claudia Zimmermann nehmen die neue Technik in Augenschein.

Burscheid. Ganz schön groß sind sie. „Ein paar Kollegen haben gefragt: Was sind das denn für Kühlschränke?“, erzählt Claudia Zimmermann mit einem Lachen.

Von Nadja Lehmann

Die Schulleiterin der Montanus-Grundschule freut sich über die Luftfiltergeräte, die seit ein paar Tagen an der Höhestraße surren. „Sie sind ein weiterer Baustein in unserem Corona-Sicherheitskonzept“, sagt die Schulleiterin. „Der Schutz der Kinder hat Vorrang vor allem anderen.“ Und dabei weiß sie sich unterstützt vom Kollegium und den Eltern. Letztere hat sie mit ins Boot geholt, hat erklärt, was die Luftfilter leisten können (und was nicht). Viel Wohlwollen sei ihr da begegnet, sagt Zimmermann. „Die Luftfilter sind ein zusätzliches Signal.“ Es gelte, den Präsenzunterricht möglich und sicher zu machen.

Beim Einsatz der Geräte müssen Vorgaben beachtet werden

Die neue Technik stellt Ansprüche. „Es gibt genaue Vorgaben“, sagt Claudia Zimmermann. Schließlich sollen die Geräte optimal laufen: Sie dürfen also nicht umbaut sein, dürfen höchstens mit einer Seite an der Wand und nicht zu dicht am Fenster stehen und müssen einen Abstand von 1,50 Meter zum nächstsitzenden Schüler haben. Und die Grundschüler? Haben die Geräte quasi schon so integriert wie Maske und Lolli-Test.

„Die Kinder stört es überhaupt nicht“, berichtet Zimmermann, die sich gerade noch bei einer 3. Klasse umgesehen hat. Und auch die Sorge, wie laut so ein Gerät wohl ist, hat sich im wahrsten Sinne des Wortes in Luft aufgelöst: „Man hört einen kleinen Luftzug. Das ist es dann auch schon.“ Außerdem könne man dies regulieren: „In der Sporthalle stellen wir die Geräte höher ein.“ Ein Lob schickt Claudia Zimmermann in Richtung Schulträger: „Wir wissen uns gut unterstützt. Es wurde schnell gehandelt.“ „Es ging extrem schnell“, sagt Bürgermeister Stefan Caplan erleichtert über das Bestellprozedere. Eine Schnelligkeit, mit der er nicht gerechnet hatte, wie er noch kürzlich bekannte. Da fehlte nämlich noch die Ausführungsbestimmung des Landes und es war nicht geklärt, welche Geräte überhaupt gefördert werden. „Sobald das klar ist, wird der Run von allen Seiten losgehen“, hatte Caplan gewarnt. „Wir rechnen mit Lieferproblemen.“

Nun aber sind sie da, die 21 Luftfiltergeräte für Burscheid. Zwölf bekam die Montanusschule, die Karl-Zimmer-Halle vier und die Gemeinschaftsgrundschule Dierath fünf. „Wir hatten uns früh auf einen Anbieter kapriziert und wussten noch gar nicht, ob seine Geräte gefördert werden“, sagt Caplan jetzt. Als klar war, dass der Wunschlieferant, die Firma Kemper, zu den geförderten Kandidaten gehört, nahm Burscheids Stadtverwaltung umgehend Kontakt auf: „Wir hatten das Glück, dass die Firma 21 Geräte auf Lager hatte. Das ist natürlich eine traumhafte Lage“, sagt Stefan Caplan.

Vier Mal in der Stunde muss das Gerät die Luft im Raum umwälzen

Jedes Gerät ist genau auf den Raum abgestimmt, in dem es steht. Vier Mal pro Stunde muss es die Luft komplett umwälzen. Und in diesem Zusammenhang machen Zimmermann und Caplan deutlich, dass die Luftfilter kein Ersatz fürs Lüften sind. „Das Gerät braucht frische Luft, deshalb geht es nur im Zusammenhang mit ausreichendem Lüften“, betont Caplan. Die Luftfilter seien nur eine „zusätzliche Stufe“.

Zum Hintergrund: Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW hatte kurzfristig ein Förderprogramm zur Verbesserung des Infektionsschutzes durch technische Maßnahmen in Einrichtungen für Kinder unter zwölf Jahren, „FitU12“, aufgelegt. Förderfähig sind ausschließlich Geräte oder Maßnahmen in Räumen der so genannten Kategorie 2. Das heißt, dass diese Räume nicht optimal stoßgelüftet werden können, weil raumlufttechnische Anlagen fehlen, Fenster nur gekippt werden können oder die Lüftungsklappen nur einen minimalen Querschnitt aufweisen.

In Abstimmung mit den Schulleitungen wurden im Vorfeld die Lüftungsmöglichkeiten in den städtischen Schulen und den Gebäuden der Offenen Ganztagsschule unter die Lupe genommen, um festzustellen, wie viele Geräte für welche Schulen angeschafft werden sollten. Die Landesregierung NRW fördert bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, aber höchstens 4 000 Euro je Gerät. Zusätzlich wird für jedes geförderte Luftreinigungsgerät einmalig eine Pauschale für Betrieb und Wartung bezahlt.

„500 Euro pro Gerät; die Wartung ist in zwölf Monaten fällig“, sagt Caplan. Für dieses Gesamtpaket aus Anschaffungs- und Wartungskosten hat die Stadt Burscheid Fördermittel in Höhe von 83 606,50 Euro beantragt.

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