Denkmalschutzpreis

Burg: Aus Ruine wird ein Schmuckstück

Barabara und Joachim Seidel haben aus einer Ruine in Burg einen neuen Teil für ihr kleines Hotel „Zur Burgstiege“ gemacht. Foto: Moritz Alex
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Barabara und Joachim Seidel haben aus einer Ruine in Burg einen neuen Teil für ihr kleines Hotel „Zur Burgstiege“ gemacht. 

Historiker verleihen Denkmalschutzpreis 2019.

Von Philipp Müller

Solingen. Nichts erinnert an der Schlossbergstraße 22 mehr an den traurigen Anblick eines verfallenen Fachwerkhauses. Durch Barbara und Joachim Seidel zog in dem Bau neues Leben ein. Die beiden betreiben in Unterburg die Partyräume „Dürpellos“ und das kleine Hotel „Zur Burgstiege“. Für dieses entstanden in dem restaurierten Gebäude ein weiteres Zimmer und ein Frühstücksraum. Außerdem soll ab dem Frühjahr die Terrasse als kleines Café eröffnet werden. Das war dem „Arbeitskreis Denkmalpflege“ der Solinger Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins der Denkmalschutzpreis 2019 wert.

Für das Ehepaar bedeute der Preis eine große Ehre, bekennt Barbara Seidel. Seit 2007 wohnen sie in Burg und setzen sich für den Stadtteil ein. An der Schlossbergstraße haben sie ein neues Ausrufezeichen gesetzt. Direkt neben dem Haus der „Burgstiege“ stand die Ruine. „Man konnte durch das Dach nach außen sehen“, beschreibt Joachim Seidel den Zustand.

Die Seidels konnten das Haus erwerben und machten sich ab Januar 2019 ans Werk. Nachbarn blieben skeptisch. Laut Joachim Seidel meinten sie: „Da kannst du nur noch eine Bombe reinwerfen.“ Das war aber keine Option für das Ehepaar. Im Gegenteil, der Wunsch, das Haus wieder aufzubauen, siegte. Da ganz Burg ein einziges großes Denkmal ist, war der städtische Denkmalschutz von Anfang an in den Wiederaufbau eingebunden.

Es sei aber schnell klargewesen, dass man nicht alles im Original restaurieren könne, erzählt Barbara Seidel. Aber dicht an den alten Baustoffen und traditioneller Optik habe man schon gearbeitet. Das Ehepaar packte überall dort selbst mit an, wo das möglich war. Bergisch modern wirkt jetzt alles. Dazu kommen freigelegte und neu eingezogene Balken.

Nachdem das Haus wieder bewohnbar war, ging es ans Einrichten. Mit Liebe zum Detail wurde das Haus zu einem Frühstücksraum für das Hotel. Zugleich ist nun auch die Rezeption auf der ersten Etage untergebracht. Ein weiteres Gästezimmer und ein Büro sind entstanden. Dicht in den Schlossberg gebaut ist die Terrasse. Dort wird Barbara Seidel ab dem Frühjahr kleine Speisen anbieten.

Geschichtsverein würdigt, dass in Burg ein Haus erhalten wurde

Dr. Beate Battenfeld, die Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins in Solingen, berichtet, dass vier Objekte für den Preis zur Auswahl gestanden hätten. Aber tatsächlich war man sich schnell einig, den Erhalt des Hauses in Burg zu ehren. Damit würdige der Verein das besondere Engagement für den Stadtteil, der von Leerständen und vom Verfall der Bauten geplagt sei.

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