Spezialeinheiten auch in Remscheid im Einsatz

Bundesweite Razzia gegen Geldwäscher-Bande - Festnahmen in Wuppertal und Düsseldorf

Auch in Wuppertal hat es am Mittwochmorgen bei einer Razzia Festnahmen gegeben.
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Auch in Wuppertal hat es am Mittwochmorgen bei einer Razzia Festnahmen gegeben.

Wuppertal/Düsseldorf. In Wuppertal und Düsseldorf hat es am Mittwochmorgen eine große Razzia gegeben. Auch in Remscheid wurden zwei Objekte durchsucht, keins in Solingen. Die Maßnahmen und Ermittlungen dauern an.

Beim Großeinsatz gegen die Organisierte Kriminalität, mit Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und dem Land Bremen, sind seit den frühen Morgenstunden Spezialeinheiten im Einsatz. Die Maßnahmen richten sich gegen 67 mutmaßliche Mitglieder eines seit dem Jahr 2016 international agierenden Netzwerks. Auch in Wuppertal hat es in der Nacht eine große Razzia gegeben, teilt die Polizei mit. Zehn Personen wurden festgenommen. Gegen sie lagen bereits Haftbefehle vor.

Der Zugriff erfolgte laut Polizei um kurz vor 4 Uhr in der Nacht zum Mittwoch. Durchsuchungen fanden in rund 80 Häusern, Wohnungen und Geschäftsräumen statt, darunter auch sechs Gebäude in Wuppertal und zwei in Remscheid. In Düsseldorf sollen ebenso einige Gebäude überprüft worden sein. Ziel der Maßnahme war es, Beweismittel und illegale Vermögenswerte zu sichern.

Hintergrund sind Ermittlungen zum sogenannten Hawala-Banking und zur Geldwäsche. Dabei werden große Mengen aus Straftaten stammendes Geld in Echtzeit in die Türkei und nach Syrien transferiert, um dort sofort an Mittelsmänner ausgezahlt zu werden. Es soll nach vorläufiger Schätzung um etwa 140 Millionen Euro gehen. Ermittler gehen davon aus, dass das Geld unter anderem aus dem Drogenhandel stammt. Es soll in Syrien teilweise auch zur Terrorfinanzierung benutzt worden sein.

Auch wird einzelnen Beschuldigten vorgeworfen, zu Unrecht Sozialleistungen zu beziehen, sozialversicherungsrechtlichen und steuerlichen Pflichten nicht nachzukommen und sich bei der Verschleierung dessen gegenseitig zu helfen. Zudem stehen weitere Tatvorwürfe im Raum, wie bewaffneter Raub und Geiselnahme, zur Eintreibung von bestehenden und vermeintlichen Forderungen.

Gegen einen in Nordrhein-Westfalen wohnenden 39-jährigen syrischen Staatsangehörigen wurde ein Untersuchungshaftbefehl des Ermittlungsrichters des Oberlandesgerichts Düsseldorf wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vollstreckt. Der Beschuldigte soll sich 2013 in Syrien der terroristischen Vereinigung „Jabhat al-Nusra“ (JaN) angeschlossen und sogar einen Kampfverband angeführt haben. 

An der heutigen Razzia waren etwa 1000 Einsatzkräfte der Polizei, der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft beteiligt. Auch Spezialkräfte und die Steuerfahndung waren eingebunden. Die Maßnahme wurde an allen Einsatzorten gleichzeitig durchgeführt. Neben den Spezialeinheiten waren mehrere Hundertschaften sowie Drogen- und Geldspürhunde an den Maßnahmen beteiligt. Bislang konnten umfangreiche Beweismittel und nicht unerhebliche Vermögenswerte im Gesamtwert von über zwei Millionen Euro gesichert werden, darunter Luxusautos, hochwertige Uhren, Gold und Schmuck.

Am Nachmittag sollen weitere Details des Einsatzes bekanntgegeben werden.

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