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Buga 2031: OB fordert mehr Nachhaltigkeit

Die diesjährige Buga findet in Erfurt statt. Sie wurde am 23. April eröffnet. Foto: Jan Woitas/dpa
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Die diesjährige Buga findet in Erfurt statt. Sie wurde am 23. April eröffnet.

Uwe Schneidewind (Grüne) will ein neues Konzept – für Cottbus ist ein Tausch auf 2033 keine Option.

Von Manuel Praest

Wuppertal. Es sind ja noch zehn Jahre. Doch die Planungen rund um eine mögliche Bundesgartenschau 2031 in Wuppertal nehmen neue Fahrt auf. OB Uwe Schneidewind (Grüne) bringt seine Ideen in die Neuausrichtung des Konzepts ein. Motto: „Mehr Nachhaltigkeit, weniger Blümchenschau.“

Auch der Unterstützerkreis um Peter Vaupel, Vorsitzender des Stadtverbandes der Bürgervereine, macht mobil: In Kürze soll der Verein Freunde und Förderer der Buga gegründet werden. Die innerhalb der Verwaltung und der Buga-Gesellschaft (DBG) ins Spiel gebrachte mögliche Verschiebung auf 2033 scheint hingegen hinfällig: Cottbus, aktuell für 2033 gesetzt, sieht in einem Tausch keine Option.

Nach der Sommerpause soll der Wuppertaler Rat über die Bewerbung für 2031 entscheiden. Bis dahin wolle man eine Vorlage erarbeiten, „die eine breite Mehrheit in der Politik erhält“, kündigt Schneidewind an. Denn egal, wie ausgereift das Konzept sein werde: „Es bleiben Restrisiken.“ Es werde keine gänzlich neue Konzeption geben. Das Grundgerüst stehe, etwa der Plan einer Hängebrücke zwischen Kaiser- und Königshöhe oder einer Seilbahn am Zoo.

Doch Schneidewind will eigene Akzente setzen, eben Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen, eine Brücke zum Projekt Circular Valley schlagen. „Eine Buga muss insgesamt in das strategische Konzept der Stadt passen.“ Man müsse klar machen, „dass es kein isoliertes Event ist“, betont Schneidewind. Auf dem Weg zur Buga müsse man auch andere Schlüsselthemen zur Außendarstellung Wuppertals bespielen und Zusatzeffekte erreichen, „die man nicht hat, wenn man eine ganz normale Blümchenschau macht“. Eine Gartenschau müsse für einen hohen Erlebnisfaktor sorgen. „Den werden wir haben, schon durch das bisherige Konzept“, sagt Schneidewind. Das Grundgerüst sei ja auch bei der DBG gut angekommen.

„Muss man wirklich eine Buga mit der Annahme planen, dass 80 Prozent der Menschen mit dem Auto kommen?“

OB Uwe Schneidewind

Im Gespräch mit dem Planungsbüro RMP Lenzen (Bonn) gehe es jetzt um ein Mobilitätskonzept. „Muss man für 2031 wirklich eine Buga mit der Annahme planen, dass 80 Prozent der Menschen mit dem Auto kommen?“, fragt der Oberbürgermeister. Schon der Weg zur Buga müsse ein Erlebnis werden, dazu wolle man zum Beispiel die Radtrassen mehr einbinden.

Dass innerhalb der Wuppertaler Verwaltung die Idee einer Buga nicht nur Freunde hat, ist bekannt. Auch Schneidewind galt zunächst nicht als Fürsprecher. Das hat sich geändert, die Neuausrichtung, der Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit, geht auf ihn zurück. „Das ist schon mein persönliches Anliegen und mich freut, dass die Buga-Gesellschaft das auch überzeugt.“

Die große Frage wird sein, wie sich die Buga mit dem zweiten Großprojekt der Stadt für die nächsten Jahre, dem Pina-Bausch-Zentrum, finanziell vereinbaren lässt. In der ersten Machbarkeitsstudie von 2018 war von rund 71 Millionen Euro Eigenanteil der Stadt Wuppertal für die Buga die Rede, verteilt auf den Zeitraum von 2018 bis 2032, mit Schwerpunkt im Jahr 2027, also wenn das Bausch-Zentrum planmäßig abgeschlossen sein sollte.

Verein Freunde und Förderer der Buga soll für das Projekt werben

Peter Vaupel ist überzeugt, dass beides möglich ist. Kurzfristig soll nun der Verein Freunde und Förderer der Buga für das Projekt werben. „Zeigen, dass auch die Bürgerschaft dahinter steht“, betont der Stadtverbandsvorsitzende der Bürgervereine. Für ihn sei zweitrangig, ob es 2031 oder 2033 werde. „Hauptsache, die Buga kommt.“

Wobei die in der Verwaltung und bei der DBG aufgekommene Idee, zwei Jahre mehr für die Finanzierung durch eine zeitliche Verschiebung zu gewinnen, gestorben sein dürfte. Cottbus arbeitet ebenfalls an einer Machbarkeitsstudie, wie es aus dem dortigen Rathaus heißt – für 2033. „Ein Vorziehen ist, Stand jetzt, keine Option.“ Unter anderem ist „die Verknüpfung der von Menschen gestalteten Kulturlandschaften zwischen Park und Schloss Branitz des Fürsten Pückler und dem aus einem ausgekohlten Tagebau entstehenden Cottbuser Ostsee“ geplant. Zwei Jahre weniger Vorbereitung scheinen da illusorisch.

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