Zu hohe Kosten für Vereine

Bürgerbahnhof Vohwinkel: Noch ist der Zug nicht abgefahren

Die Vereine würden den Bürgerbahnhof in Vohwinkel gerne weiter nutzen.
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Die Vereine würden den Bürgerbahnhof in Vohwinkel gerne weiter nutzen.

Die Kosten schnellen in die Höhe – die Stadt überlegt, ob sie aushelfen kann.

Von Christian Töller

Wuppertal. Die Zukunft des Bürgerbahnhofs Vohwinkel, der Kunststation und der Chöre, die dort ihre Proberäume haben, hängt weiter in der Schwebe. Nachdem sie bis Ende 2022 zu günstigen Konditionen die Räume im Bahnhof hatten mieten können, sorgten die insbesondere in letzter Zeit stark gestiegenen Nebenkosten dazu, dass die bisherigen Mietverträge aus Sicht der Deutschen Bahn nicht mehr haltbar waren. Daher kündigte sie dem Männerchor und anderen Vereinen zu Ende Dezember 2022 und stellte zugleich Verhandlungen über neue Mietverträge in Aussicht, die jedoch mit höheren Kosten für die Vereine verbunden sind.

Diese höhere Miete ist wohl für die Vereine nicht zu leisten. „Es geht für alle Beteiligten insgesamt um rund 40 000 Euro pro Jahr“, berichtete Vohwinkels Bezirksbürgermeister Georg Brodmann im November 2022. Er plädierte damals für einen Antrag, in dem die Stadtverwaltung aufgefordert wird, diesen Betrag im Haushalt für 2023 bereitzustellen. Oberbürgermeister Uwe Schneidewind zeigte sich zuversichtlich, dass eine Finanzierung zumindest mittelfristig möglich sei, und begrüßte den Antrag der Bezirksvertretung.

Finanzierung ist Thema für Haushaltsverhandlung

Auf Anfrage teilte Stadtsprecherin Martina Eckermann jetzt mit, dass „diese Finanzierungsfrage Gegenstand der Haushaltsverhandlungen wird, so dass bis Ende März Klarheit bestehen sollte“. Der Oberbürgermeister nehme „eine hohe Bereitschaft in der Politik wahr, hier eine gute Lösung zu finden“. Die Deutsche Bahn teilte zum aktuellen Stand der Verhandlungen mit, dass bis Ende März sichergestellt sei, „dass der Männerchor und die anderen Nutzer die Räumlichkeiten nutzen können“. Im Februar werde es ein Treffen mit allen Beteiligten geben. „Dabei wird auch das weitere Vorgehen besprochen“, erklärte der Bahnsprecher.

Dieses Treffen soll am 2. Februar im Rathaus Vohwinkel stattfinden, sagt Karl-Heinz Hilker, Vorsitzender des Männerchors Sonnborn/Vohwinkel. „Mit dabei sind auch der Bezirksbürgermeister Georg Brodmann und wohl auch Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Kämmerer Stefan Kühn.“ Was erwartet er sich von dem Treffen? „Wir müssen mal schauen, was sich dabei ergibt“, sagt Hilker. „Wir vermuten, dass wir den Saal verlassen müssen.“ Daher bemühe sich der Männerchor bereits darum, einen neuen Proberaum zu finden. „Konkretes gibt es aber noch nicht.“ Dagegen habe der Frauenchor bereits etwas Neues gefunden, so Hilker. Der Männerchor ist der Hauptmieter und hat an die anderen Musikvereine untervermietet.

Trotzdem hofft Hilker weiter auf eine Zukunft im Bahnhof Vohwinkel, nicht nur für den Männerchor, sondern auch für den Bürgerbahnhof. Dieser „ist ein Aushängeschild“, unterstreicht Hilker. Dennoch bleibt die Skepsis bei ihm. „Ich glaube, das wird sterben da oben.“ Auch was die grundsätzliche Zukunft von Chorvereinen angeht, hegt er Befürchtungen. „Das Chorsterben hat schon länger wieder angefangen“, sagt Hilker und verweist dabei auch auf den hohen Altersdurchschnitt im Männerchor.

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