Seilbahnfreies Wuppertal

Bürger machen gegen Seilbahn mobil

Antonino Zeidler möchte von der Cläre-Bläser-Straße aus auch weiterhin freien Blick zum Himmel genießen. Foto: Stefan Fries
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Antonino Zeidler möchte von der Cläre-Bläser-Straße aus auch weiterhin freien Blick zum Himmel genießen.

WUPPERTAL Eine Initiative fürchtet um Lebensqualität auf mehr als 200 Südstadt-Grundstücken.

Von Andreas Boller

Die ersten Flugblätter der Bürgerinitiative „Seilbahnfreies Wuppertal“ machen in der Elberfelder Südstadt die Runde. Ein Logo auf dem Flugblatt zeigt ein Stoppschild und eine Gondel, die gerade knapp über zwei Hausdächern schwebt.

Braucht Wuppertal eine Seilbahn? So lautet die Frage, die sich die Bürgerinitiative mit einer Reihe von Gegenargumenten selbst mit „Nein“ beantwortet. Wobei die zentrale Aussage des Protests lautet: Diese Seilbahn ist für viele Bewohner der Südstadt nicht zumutbar.

Einer der Hauptleidtragenden ist Antonino Zeidler. Er will in einem Monat sein neues Haus an der Cläre-Bläser-Straße beziehen, doch die Vorfreude ist mit jedem Blick zum Himmel getrübt. „Bleibt es beim vorgesehenen Trassenverlauf, dann werden zwischen meinem Hausdach unter der Unterkante einer Gondel gerade einmal zehn Meter liegen“, sagt Zeidler.

„Die Stadtwerke gehen davon aus, dass etwa 200 Grundstücke betroffen sind. Nach unseren Schätzungen ist die Zahl weit größer“, so Zeidler. In der kommenden Woche will er den Verein ,Seilbahnfreies Wuppertal’ beim Notar anmelden..

Die Sorge ist offensichtlich groß, dass die Gondeln, die zur Hauptverkehrszeit alle 16 Sekunden auf- beziehungsweise abwärts fahren sollen, das Leben und Wohnen in der Südstadt massiv beeinträchtigen.

Dass das Projekt Proteste auslösen würde, damit hat Stadtwerke-Vorstand Andreas Feicht gerechnet. „Es wird Aufgabe der Politik sein, Zuspruch und Protest gegeneinander abzuwägen. Und dann muss entschieden werden, ob es im Verfahren weitergeht. Das muss die Stadt festlegen“, sagt Feicht. Die Reaktionen der Anwohner seien nachvollziehbar, so Feicht. Das Projekt habe aber in Wuppertal auch viel Zuspruch erfahren. Und in der Fachwelt habe es großes Interesse ausgelöst. „Das wird bundesweit mit viel Spannung verfolgt.“

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