Burg

Brezelbäcker fehlt der Stock

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Der Brezelbäcker ist das heimliche Wahrzeichen Burgs. Die Hoffnung besteht, dass der fehlende Gehstock wieder auftaucht. 

UNTERBURG Erst seit wenigen Wochen steht die bronzene Statue wieder vor dem Café Meyer in Burg. Gehstock soll zur Not ersetzt werden.

Von Manuel Böhnke

Es fehlt etwas in Unterburg. Dabei kehrte nach der Baustellenphase vor wenigen Wochen wieder etwas sichtbare Normalität in den Stadtteil zurück. Die bronzene Brezelbäcker-Statue, die baustellenbedingt ausgelagert worden war, steht wieder an ihrem angestammten Platz vor dem Café Meyer an der Wupperinsel. Doch ein Detail hat sich verändert: Der Gehstock, auf den sich der Kiepenkerl stützte, wurde gestohlen. Das sorgt bei vielen Burgern für Unmut und Unverständnis.

Die Figur wurde 1989 vom Verschönerungsverein Burg an der Wupper mit Unterstützung der Stadt-Sparkasse errichtet. Anlass war das 100-jährige Bestehen der Organisation. „Die komplette Statue hat rund 10 000 D-Mark gekostet“, weiß Gerhild Voigt. Sie führt den Verschönerungsverein als 1. Vorsitzende an.

Bereits als die Figur aus ihrem Exil zurückgekehrt sei, habe der Stock an einer Stelle gewackelt. Eine Bruchstelle sei erkennbar gewesen. Voigt vermutet, dass er beim Transport leicht beschädigt wurde.

Deshalb wird es keine große Herausforderung gewesen sein, den Stock, der mit einem Gewinde mit dem gebogenen Griff verbunden war, zu entwenden. Erschwerend hinzu kam wohl, dass nur die Füße des Kiepenkerls bei den Bauarbeiten ein stabiles Fundament erhalten haben.

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Bereits vor einigen Tagen war Gerhild Voigt das Fehlen aufgefallen. Zunächst recherchierte sie jedoch, ob der Stock eventuell von aufmerksamen Bauarbeitern weggelegt wurde. Darauf erhielt sie allerdings keine Hinweise. Eine Anzeige hat sie wegen ihrer Nachforschungen bisher nicht gestellt.

„Es ist einfach traurig, dass solch ein Burger Wahrzeichen beschädigt wird. Da fehlt es an Respekt und Achtung“, erklärt Axel Birkenbeul (SPD). Er ist der Bezirksbürgermeister von Burg/Höhscheid.

Die Burger Brezel hat eine lange Tradition. „Seit dem 18. Jahrhundert werden sie rund um Schloss Burg gebacken“, weiß Dieter Büscher. Er ist Geschäftsführer der Bergischen-Zwieback-Manufaktur in Unterburg. 30 bis 40 Bäckereien habe es zu Hochzeiten im Stadtteil gegeben, erklärt das Mitglied des Freundeskreises Burger Brezel. Der Kiepenkerl verdeutliche, wie das traditionsreiche Gebäck früher verkauft worden sei. „Von Burg aus sind die mit ihrer Kiepe bis ins Oberbergische gewandert“, erklärt Büscher.

Hoffnung besteht, dass der Stock wieder auftaucht

Um diese Bedeutung weiß auch Carsten Voigt. Der CDU-Bürgermeister ist bekennender Burger. „Die Brezel steht in unmittelbarer Verbindung zu Burg.“ Dass der Dieb keine Einzelperson, sondern die Burger als Gesellschaft bestehle, verdeutliche sein fehlendes Werteverständnis. Besonders ärgerlich sei das Verschwinden, weil die Umgestaltung des Platzes vor dem Café für den positiven Trend in Burg stehe.

VERSCHÖNERUNG

VEREIN Der Verschönerungsverein Burg an der Wupper wurde 1889 gegründet und hat 118 Mitglieder. Er kümmert sich etwa um den Erhalt der Kulturgüter, die Förderung des Burger Brauchtums und das Aufstellen von Ruhebänken.

Voigt hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das ursprüngliche Stück wieder auftaucht. Vielleicht, hofft er, „haben sich ja nur ein paar Jungs einen Streich aus Übermut erlaubt und werden nun von einem schlechten Gewissen geplagt“.

Sollte das nicht der Fall sein, soll der Brezelbäcker einen neuen Stock erhalten. „Es ist wichtig, dass er wieder drankommt“, sagt Carsten Voigt. Seine Schwester Gerhild sieht das auch so. Die neue Lösung solle so stabil sein, dass man potenziellen Langfingern zukünftig das Leben so schwer wie möglich mache.

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