Zoo

Bonobo Bili ist in seiner Gruppe angekommen

Bonobo Bili scheint sich mittlerweile in Wuppertal im Zoo wohlzufühlen. Foto: Andreas Fischer
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Bonobo Bili scheint sich mittlerweile in Wuppertal im Zoo wohlzufühlen.

Nach den Kämpfen im Wuppertaler Zoo.

Von Sebastian Appianing

Wuppertal. Menschenaffen sind den Menschen ähnlich – häufig zeigen sich aber auch die animalischen Verhaltensweisen. Das offenbarte zuletzt der traurige Vorfall um den Bonobo Birogu, der bei arttypischen Kämpfen im Wuppertaler Zoo so stark verletzt wurde, dass er eingeschläfert wurde.

Dieser Vorfall weckte die Erinnerungen an Bili. Der Bonobo kam im November 2018 nach Wuppertal und wurde über längere Zeit immer wieder von seinen Artgenossen attackiert. Der Zoo wurde damals teilweise scharf kritisiert, Tierschützer demonstrierten gegen die Haltung von Menschenaffen. Es gab aber auch viele positive Kommentare zu dem transparenten Umgang des Zoos.

„Ich kann nachvollziehen, dass es für viele Menschen befremdlich ist, aber es kommt nun einmal zu Rangkämpfen unter Tieren“, so Zoo-Direktor Arne Lawrenz. Heute sieht er sich in seiner Arbeit bestätigt. „Bili ist sehr gut in die Gruppe integriert. Aber leider erfüllt er noch nicht seine Aufgabe.“ Laut Lawrenz soll Bili zusammen mit den anderen Männchen den dominanten Weibchen Paroli bieten. Das funktioniert noch nicht. „Wir haben die Gruppe deshalb getrennt, um den Stress für die Männchen zu reduzieren“, so Lawrenz. Ein Weibchen wird mit ihren Jungen an einen anderen Zoo abgegeben. Dann gebe es auch mehr Platz für die anderen.

„Durch die Handaufzucht fehlt Bili noch der Mut“, sagt Lawrenz. Bonobos lösten ihre Konflikte durch Kämpfe, das sei völlig arttypisch. Bili fehlen durch die Aufzucht durch Menschen aber einige Verhaltensmuster und der Schutz durch die eigene Mutter. „Er muss lernen und aufpassen, aber das versteht er oft noch nicht.“ So zeige er häufig Verhaltensmuster, die die anderen Tiere missverstehen und auf die sie aggressiv reagieren.

Trotz seiner Fehlprägung scheint sich Bili aber in der Gruppe wohlzufühlen. Lawrenz: „Er hat sich mit Kichele gepaart und es wäre sehr wichtig, dass daraus Nachwuchs entsteht.“ Schließlich soll Bili helfen, die bedrohte Art zu erhalten.

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