Bauarbeiten

Böse Überraschung im Wuppertaler Erdreich

Ralf Kiepe (l.) und Rolf Tesche vom Cronenberger Heimat- und Bürgerverein sehen täglich auf der Baustelle am Kirchplatz nach dem Rechten. Foto: Stefan Fries
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Ralf Kiepe (l.) und Rolf Tesche vom Cronenberger Heimat- und Bürgerverein sehen täglich auf der Baustelle am Kirchplatz nach dem Rechten.

Wuppertal. Kirchplatz-Arbeiten: Erst tauchte alter Bauschutt auf, dann rückten Archäologen an.

Von Daniel Neukirchen

Gut, dass Rolf Tesche und Ralf Kiepe vom Cronenberger Heimat- und Bürgerverein (CHBV) stets die Ruhe bewahren. Bei den laufenden Bauarbeiten für die Umgestaltung des Kirchplatzes treten immer wieder neue Überraschungen auf. Doch Kiepe, der früher als Energie-Ingenieur viel mit Tiefbau zu tun hatte, nimmt es gelassen: „Bei so einer Baustelle läuft nie zu 100 Prozent alles wie geplant.“

„Wir haben nur gedacht: Hoffentlich finden die nichts.“

Rolf Tesche über die Sorge um verzögerte Arbeiten

Fest steht: Mit den geplanten Baukosten von 340 000 Euro (zu 90 Prozent gefördert durch ein NRW-Förderprogramm) wird der Bürgerverein nicht auskommen. Laut Kiepe werden die Mehrkosten bei fünf bis sechs Prozent liegen. CHBV-Vorsitzender Tesche sagt: „Das ist ärgerlich. Aber wir wollen sehen, ob wir für die Mehrkosten auch eine Förderung bekommen.“ Im schlimmsten Fall müsse der Bürgerverein seinen Eigenanteil von 34 000 Euro noch weiter erhöhen.

Der jüngste Zwischenfall: Nach dem Baustart bekamen die Bauherren vom Heimat- und Bürgerverein unangekündigten Besuch von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt. Da früher rund um die Kirche alte Friedhöfe angelegt wurden, waren archäologische Funde im Erdreich nicht auszuschließen. Zur Kirche hin stellte die Stadt in einer Baugrube mehrere Erdschichten fest, so Kiepe. Die weiteren Grabungen müssten dokumentiert werden. In der Folge ruhten für ein paar Tage die Arbeiten auf der Seite des Platzes zur Solinger Straße hin.

Am Mittwoch begleiteten schließlich Mitarbeiter des Landschaftsverband Rheinland (LVR) für Denkmalpflege die Grabungen und suchten nach Schätzen im Erdreich. Tesche: „Wir haben nur gedacht: Hoffentlich finden die nichts.“ Doch die Sorgen, dass sich die Arbeiten stark verzögern könnten, lösten sich in Luft auf. Die Obere Denkmalbehörde gab grünes Licht.

Alter Bauschutt wird 26 Jahre später zum Kostenpunkt

Kostenintensiv war eine frühere Entdeckung im Boden. Unter dem nördlichen Teil des Kirchplatzes schlummerte der Keller des alten Gemeindehauses, das laut Tesche bereits 1995 abgerissen wurde. Damals war es noch legal, den Bauschutt einfach in den Keller zu kippen. Diese Altlasten traten nur leider jetzt, 26 Jahre später, zu Tage. Tesche: „Heute müssen wir diesen Bauschutt zur Deponie bringen. Das war nicht eingeplant und kostet uns Tausende von Euro.“

Zwischendurch sind immer mal wieder kleinere Pannen passiert. Erst am Mittwoch wieder - als plötzlich ein unmittelbarer Anwohner meldete, dass sein Telefon nicht mehr funktioniere. Der Grund: Im Erdreich wurde eine Leitung gekappt, die Telekom musste anrücken. „Das ist das Tagesgeschäft“, sagt Ralf Kiepe.

150 Jahre alter Schleifstein zerbrach beim Verladen

Unglücklich verlief auch der Transport des 150 Jahre alten Schleifsteins, der eigentlich die Mitte des Platzes zieren sollte. Beim Verladen fiel er zu Boden und zerbrach. Auch in diesem Fall mussten die ehrenamtlichen Macher improvisieren. Jetzt dekorieren die beiden Hälften die Westseite des Platzes. Und es sieht fast so gut aus wie von Anfang an geplant.

Der Fortschritt auf dem Platz ist deutlich zu sehen. Jetzt ganz frisch sind zwei Walnussbäume eingepflanzt worden, gerade werden die Pflastersteine verlegt. Partner bei den Arbeiten ist die Evangelische Kirchengemeinde Cronenberg, der das Gelände gehört. Baukirchmeister Dirk Picard lobt den Fortschritt und die Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein: „Es läuft wunderbar.“

Fertigstellung

Trotz aller Hindernisse soll sich nichts daran ändern, dass der Kirchplatz im Sommer 2021 fertig saniert den Bürgern übergeben wird. Es fehlt jetzt unter anderem noch die neue Kirchenbeleuchtung, die wichtig für die Erfüllung der Förderkriterien war.

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