Nationalparks

Aus Wuppertal: So jagen Bluthunde Elfenbein-Wilderer

50 ausgebildete Hunde gehören zur Einheit K9. Hier ist das „K9-Centre“ im Krüger-Nationalpark zu sehen.
+
50 ausgebildete Hunde gehören zur Einheit K9. Hier ist das „K9-Centre“ im Krüger-Nationalpark zu sehen.

Der Grüne Zoo Wuppertal unterstützt Projekte in afrikanischen Nationalparks

Von Caroline Büsgen

Wuppertal. Obwohl das Washingtoner Artenschutzabkommen von 1976 den Elfenbeinhandel scharf sanktioniert, gibt es einen illegalen Markt. Wilderer beschaffen in afrikanischen Nationalparks immer wieder Elfenbein und Horn. Die Ranger gehen mit aller Härte gegen die Wilderer vor.

Der Vorsitzende des Wuppertaler Zoovereins, Bruno Hensel, weiß, dass afrikanische Wilderer allerdings mehr Angst vor Hunden als vor Waffen haben. Und so finanziert der Zooverein seit zehn Jahren vierbeinige Mitglieder der Hundestaffel im Krüger-Nationalpark in Südafrika. 50 ausgebildete Hunde gehören hier zur Einheit K9, der Zooverein steht in engem Kontakt mit den Stationen und Wildhütern.

„Um 90 Prozent ist die Wilderei im Krüger-Nationalpark seit dem Einsatz der Hundestaffel zurückgegangen“, erläutert der Wuppertaler. Erst im Dezember wurde der fünfte von den hiesigen Zoofreunden finanzierte Hund in den Dienst des Tierschutzes gestellt.

Die beiden ersten Hunde heißen Wupper und Tal

Seit 2012 gibt es die enge Verbindung mit dem Krüger-Nationalpark, denn seinerzeit organisierte der Vereinsvorstand eine Reise für die Mitglieder dorthin. Sie kamen mit dem leidenschaftlichen Tierschützer Volkmar Seifert, einem ausgewanderten Deutschen, in Kontakt. Bis zu dessen Tod in diesem Jahr verband die Wuppertaler und Seifert eine enge Freundschaft im Kampf gegen die Wilderei.

In Erinnerung an den ersten Kontakt wurde der letzte Hund nun auf den Namen „Volkmar“ getauft. Die beiden ersten vierbeinigen Mitarbeiter der Wildhüter heißen „Wupper“ und „Tal“, es folgten die auf die Namen „Udo“ und „Irma“ getauften Hunde, die ihre Namen zu Ehren inzwischen verstorbener engagierter Unterstützer des Zoovereins tragen.

Mit den Spendengeldern werde die Ausbildung der Hunde, ihr Lebensunterhalt und später einmal ihr Rentnerdasein finanziert, erläutert Bruno Hensel. Auch eine Erste-Hilfe-Ausrüstung und eine veterinärmedizinische Station seien schon finanziert worden.

Neben Spenden sind es auch Kunstdrucke des Künstlers Ottmar Alt, der sich mit einem Elefanten-Motiv, das er für die gute Sache entworfen hat, für die Unterstützung einsetzt. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Kunstdrucks gehen in das Hunde-Projekt des Krüger-Nationalparks. Das Modell sei so erfolgreich, erläutert Hensel, dass auch andere Wildparks in Afrika mit dem Aufbau von Hundestaffeln beschäftigt seien.

Verschiedene Hunderassen im Kampf gegen Wilderer

Nicht jede Hunderasse eignet sich für die Arbeit als vierbeiniger Wildhüter. Es seien afrikanische Hunderassen, die unter den speziellen Klimabedingungen körperliche Höchstleistungen vollbrächten, so Hensel. Mehrere Rassen kämen für die Ausbildung infrage, darunter Bluthunde, die die Fährte von Wilderern auch noch nach Tagen erschnüffeln könnten. Wenn es darum gehe, die Wilderer zu stellen, kämen etwa der belgische Schäferhund oder ein Dobermann-Bluthund-Mix zum Einsatz.

Im Alter von einem Jahr kommen die vierbeinigen Sicherheitskräfte in die Ausbildung, werden auf Lebenszeit einem der ehrenamtlichen Wildhüter zugeteilt, mit dem sie bis zu einem Alter von acht bis zehn Jahren zusammenarbeiteten. Nach dem „Berufsleben“ werde für die Hunde eine qualifizierte Betreuung gesucht, wissen die Wuppertaler Zoofreunde.

2021: 15 Prozent mehr Nashörner getötet

Dass diese Arbeit im Team von Zwei- und Vierbeinern notwendig ist, zeigen aktuelle Zahlen des World Wild Life Fund: „Im Jahr 2021 ist die Zahl der getöteten Nashörner um 15 Prozent gestiegen“, ist auf der Internetseite zu lesen. Während der Pandemie war die Zahl der getöteten Tiere auf dem niedrigsten Stand seit Jahren.

Kunstdruck: Einnahmen für das Bluthund-Projekt

Der Kunstdruck nach einem Entwurf des Hammer Künstlers Ottmar Alt kostet 20 Euro und ist im Internetverkauf „Zoo Truhe“ des Grünen Zoos Wuppertal zu bekommen.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Pizzafahrer fährt in Wuppertal eine Treppe runter und bleibt stecken
Pizzafahrer fährt in Wuppertal eine Treppe runter und bleibt stecken
Pizzafahrer fährt in Wuppertal eine Treppe runter und bleibt stecken
Hagelschauer im Bergischen: Drei Unfälle auf den Autobahnen
Hagelschauer im Bergischen: Drei Unfälle auf den Autobahnen
Hagelschauer im Bergischen: Drei Unfälle auf den Autobahnen
Trainerlegende gibt seine Fußballweisheiten im Bergischen weiter
Trainerlegende gibt seine Fußballweisheiten im Bergischen weiter
Trainerlegende gibt seine Fußballweisheiten im Bergischen weiter
Ara-Nachwuchs kommt aus Krefeld
Ara-Nachwuchs kommt aus Krefeld
Ara-Nachwuchs kommt aus Krefeld

Kommentare