Elberfeld

Bleibt der Laurentiusplatz Fußgängerzone?

Die Mehrheit der Befragten sieht in der autofreien Fußgängerzone am Laurentiusplatz einen Erfolg.
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Die Mehrheit der Befragten sieht in der autofreien Fußgängerzone am Laurentiusplatz einen Erfolg.

Ergebnisse von zwei Bürgerbefragungen in Wuppertal fallen positiv aus.

Von Christian Töller

Wuppertal. Auf ein überwiegend positives Echo stößt der Verkehrsversuch Fußgängerzone Laurentiusplatz. Das zeigen die Ergebnisse der beiden Bürgerbefragungen, die die Stadt Wuppertal jetzt vorgestellt hat. Demnach fanden die befragten Anwohner den Gesamteffekt auf das Luisenviertel durch die Sperrung des Laurentiusplatzes für den Autoverkehr mit großer Mehrheit in beiden Befragungszeiträumen als sehr positiv beziehungsweise positiv.

Auch die Gastronomen sehen einen eher positiven Effekt mit Blick auf die Kundenfrequenz. Dagegen ist die Bewertung bei den befragten Geschäftsleuten gespalten, sehen viele von ihnen die Sperrung kritisch. Insgesamt konnten 6654 Fragebögen ausgewertet werden.

In einer Abschlussveranstaltung zu dem Beteiligungsverfahren in der Bergischen VHS konnten Anwohner, Gewerbetreibende und Nutzer der neuen Fußgängerzone darüber diskutieren, wie es nach dem Verkehrsversuch weitergehen kann. Am 24. August entscheidet dann die Bezirksvertretung Elberfeld, ob die Fußgängerzone dauerhaft eingerichtet wird.

Insgesamt hat die Stadt zwei Bürgerbefragungen zu dem Verkehrsversuch durchgeführt: vom 24. Januar bis 21. Februar sowie vom 30. Mai bis 27. Juni. Dabei gab es jeweils eine geschlossene Befragung für die direkt von der Sperrung betroffenen Anwohner, Gastronomen und Gewerbetreibenden sowie eine offene Befragung für alle Interessierten. Die Mehrheit der Teilnehmer an der offenen Befragung wohnt in Elberfeld und Elberfeld-West. Die Stadt hebt zudem hervor, dass in den Befragungen alle Altersgruppen ausgewogen vertreten seien.

Sicherheitsempfinden wirdbesonders positiv bewertet

Die Befragungen zeigen, dass der Anteil der Menschen, die mit dem Auto in das Luisenviertel fahren, deutlich zurückgegangen ist (geschlossene Befragungen: minus elf beziehungsweise minus 9,5 Prozent, offene Befragungen: minus 21,8 beziehungsweise minus 20,5 Prozent), während gleichzeitig die Zahl derjenigen, die sich zu Fuß auf den Weg ins Luisenviertel machen, deutlich zugenommen hat (geschlossene Befragungen: plus 6,8 beziehungsweise plus 6,5 Prozent, offene Befragungen: plus 11,2 beziehungsweise plus 9,9 Prozent).

Besonders positiv werden die Aufenthaltsqualität, das Sicherheitsempfinden, die Verkehrsführung, die Atmosphäre und die Sitzgelegenheiten sowie Sauberkeit und Gestaltung der Fußgängerzone bewertet.

Bei den befragten Geschäftsleuten ist das Echo zwiespältig. Mehr als die Hälfte der befragten Gewerbetreibenden in der geschlossenen Befragung gab an, dass sich die Situation hinsichtlich Umsatz, Kundenfrequenz und Anlieferung nicht verändert habe, während ein Drittel in der offenen Befragung eine Verschlechterung sieht.

Zur Abschlussveranstaltung in der VHS kamen zahlreiche Besucher, die sich unter anderem bei einem „interaktiven Dialogmarkt“ an vier Stationen über nähere Aspekte der Befragungen weiter informieren und mit Planern und Politikern ins Gespräch kommen konnten. Der gute Besuch der Abschlussveranstaltung spiegelte dabei auch die hohe Teilnehmerzahl an den Bürgerbefragungen wider, über die sich die Verantwortlichen sichtlich freuen.

„Dass so viele Menschen sich bei den Befragungen eingebracht haben, freut mich ungemein“, erklärte Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. Der große Zuspruch für die Fußgängerzone zeige auch, dass „immer mehr Bürger sich für mehr Lebensqualität in ihren Vierteln einsetzen“.

Auch Bezirksbürgermeister Thomas Kring freute sich über den Erfolg der Bürgerbefragung und die zahlreichen Teilnehmer daran. Als weitere mögliche Verbesserungen nannte er den Rückbau der Poller um den Platz und mehr Grünflächen. Kring geht davon aus, „dass die Fußgängerzone dauerhaft eingerichtet wird“.

Auch bei den Besuchern der Abschlussveranstaltung überwogen die positiven Stimmen. „Der Laurentiusplatz ist ein beliebter Ort, auf dem ich mich gerne aufhalte“, sagt Friedhelm Keuken, der selber im Briller Viertel wohnt, aber oft auf dem Laurentiusplatz ist, auch in der Gastronomie. „Die positive Erfahrung mit der Fußgängerzone sollte ausgedehnt werden.“ Dadurch erhofft er sich eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Stadt. Als positives Beispiel nennt er die Niederlande. „Dort kann man sehen, wie man Städte menschenfreundlich macht und mehr Raum für die Menschen schafft.“

Hintergrund

Seit dem 2. Oktober 2021 ist die Friedrich-Ebert-Straße am Laurentiusplatz zwischen Auer Schulstraße und Laurentiusstraße für den motorisierten Verkehr gesperrt. Den Beschluss, den zunächst auf ein Jahr befristeten Versuch einer Fußgängerzone durchzuführen, hatte die Bezirksvertretung Elberfeld am 25. August 2021 getroffen.

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