Kunst

Blaues Lichtband lässt die alte Haaner Kirche nachts aufleben

Der illuminierte Grundriss der Kirche. Anwohner wünschen sich, dass er fortan länger beleuchtet wird als nur zwei Stunden. Foto: Stephan Köhlen
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Der illuminierte Grundriss der Kirche. Anwohner wünschen sich, dass er fortan länger beleuchtet wird als nur zwei Stunden.

Alter Kirchplatz durch neuen Bodenbelag, Sitzbänke, Lampen, Hochbeete und barrierefreie Bushaltestelle aufgewertet

Von Ina Bodenröder

Haan. Nach dem Park Ville d’Eu ist nun auch der zweite Haaner Platz offiziell fertiggestellt worden, der im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes für die Innenstadt umgestaltet und aufgewertet wurde: Der Alte Kirchplatz hat nicht nur neuen Bodenbelag, Sitzbänke, Lampen, Hochbeete und eine barrierefreie Bushaltestelle bekommen.

Die Umrisse der ersten Kirche Haans, die an dieser Stelle im Jahr 935 gebaut und 1863 wieder abgerissen wurde, werden mit einem blauen Lichtband hervorgehoben. Tagsüber entdecken Passanten bei genauem Hinschauen, dass die Fläche des historischen Gotteshauses in einem anderen Muster gepflastert ist als der Rest. Bei der Eröffnung waren die Meinungen über die Neugestaltung durchaus geteilt. Seiner Aufgabe als Entree in die Stadt werde der Platz laut Landschaftsarchitekt und Projektleiter Boris Salazar-Lohfink nun gerecht. Der Aufenthaltsbereich wende sich bewusst von der vielbefahrenen Kaiserstraße ab, damit sich die Menschen auf den neuen Sitzgelegenheiten niederlassen könnten, sagte er.

Geplant war allerdings ursprünglich, bereits im April dieses Jahres mit der Umgestaltung fertig zu sein. Doch historische Funde – gut erhaltene Skelette und eine komplett intakte Grabkammer – verzögerten die Arbeiten merklich. Die Experten des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege haben sich um die archäologischen Funde gekümmert, die menschlichen Überreste wurden auf dem Waldfriedhof beigesetzt. Unlängst nutzten Anwohner die Gelegenheit, Fragen zum Platz zu stellen – etwa warum der Bürgersteig entlang der Kaiserstraße „unverhältnismäßig breit“ sei. Diesen Eindruck teilte Salazar-Lohfink zwar nicht, verwies aber auf die neu gewonnene Barrierefreiheit der Bushaltestelle.

Dass der denkmalgeschützte Platz künftig keine Stellfläche mehr für Wagen der Haaner Kirmes bieten soll, befürworteten nicht alle Gäste. Auch Anwohnerin Silvia Schoof betrachtete den neuen „Alten Kirchplatz“ mit gemischten Gefühlen: „Der Kirchplatz war zwar veraltet, hatte aber Charme. Jetzt wirkt er sehr aufgeräumt“, sagte sie. Fahrradständer seien direkt vor ihrer Haustür angebracht worden statt näher am Hallenbad, wo sie wohl dringender gebraucht würden. Und auch die Beete seien unmittelbar vor die Haustüren gerückt, die Anwohner fühlten sich etwas an den Rand gedrängt.

Verwunderung, dass der Grundriss abends nur zwei Stunden leuchtet

Als „im Großen und Ganzen schön“ bezeichnete Nachbarin Daniela Betsch den Platz. Beete und Bänke gefielen ihr gut, sie wunderte sich nur über die recht kurze Beleuchtung der Kirchenumrisse am Abend von weniger als zwei Stunden. Verbessert werden könnten aus ihrer Sicht die Verfugungen und die schief aufgestellten Stromkästen.

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