Bislang 1000 Tonnen Müll nach Unwetter

Vor allem in Unterburg

Von Philipp Müller

Solingen Alexander Herpich rechnet im Kopf zusammen. Seit vergangener Woche Donnerstag wurden in sieben Tagen aus dem gesamten Flutgebiet in Solingen 1000 Tonnen Schutt, Schlamm, umgestürzte Bäume, Hausrat und Sperrgut durch die Technischen Betriebe Solingen (TBS) eingesammelt. Wolfgang Kiefer, der Werkstatt- und Fuhrparkleiter, nickt zustimmend.

Beide stehen auf dem Hof der TBS und haben weitere Zahlen. Jeden Tag seit der Flut seien durchschnittlich 80 Kräfte mit 30 Fahrzeugen unterwegs gewesen. Dabei war nicht nur Unterburg Ziel der Kolonnen. In Rüden standen Container, in der Wipperaue, an der Haasenmühle, an vielen Brücken, im Wald und an Straßen war die TBS-Hilfe gefordert.

Weiter müssen Bäume gefällt, Hänge gesichert werden

Mitte der Woche wurde beispielsweise die Leichlinger Straße einseitig gesperrt. Ein Hang war abgerutscht. Bäume mussten gefällt werden, die im weichen Boden keinen Halt mehr fanden. Die Spezialfahrzeuge, mit denen der Teilbetrieb Forst sonst Bäume aus dem Wald holt, wurden zum Aufsammeln der Schuttberge eingesetzt. Radlader kamen dazu, berichtet Herpich, der selbst Einsatzleiter war.

Er betont, ohne die teilweise 300 Helfer in Unterburg und weitere 200 im Stadtgebiet wäre das nicht möglich gewesen. Auch am Wochenende waren die 80 Kräfte pro Schicht im Einsatz. „Am Sonntag mussten wir die Leute bremsen. Eigentlich sollten sie bis 16 Uhr arbeiten. Erst um 21 Uhr sind die letzten Freiwilligen nach Hause“, berichtet Herpich. Freiwillig deshalb, weil am Wochenende kaum einer der Fleißigen Dienst schieben muss. Es hätten sich alle gemeldet, und der Personalrat habe dem zugestimmt, erklärt Personalvertreter Werner Böhler.

Rechne man nur die 535 Tonnen reines Sperrgut, so mache das mehr als zehn Prozent des Jahresaufkommens von 4000 Tonnen aus, sagt Herpich. Die weiteren knapp 500 Tonnen verteilen sich auf Metallschrott, Schlamm, Bäume und „Weißgeräte“, das ist alles von der Waschmaschine bis zur Tiefkühltruhe.

Wie viel Sperrgut noch eingesammelt werden muss, wissen die beiden nicht. Und sie wissen nicht, wie viel Schadstoffe freigesetzt wurden. Den Schlamm haben die TBS dazu zentral gesammelt. Das Sperrgut wurde am Müllheizkraftwerk getrennt. Noch so eben seien sechs Ampullen mit Quecksilber nicht im Feuer verschwunden. „Sonst hätte es großen Umweltalarm gegeben“, sagen sie.

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