Projekt

Bibliothek: Neuer Mitarbeiter ist ein Roboter

+
Stephan Schwering, Leiter der Zentralbibliothek, mit dem Leiter der Stadtbüchereien, Norbert Kamp, und Pepper in der Mitte.

DÜSSELDORF In Düsseldorf gibt jetzt ein Roboter Auskunft. Das soll Angestellte entlasten, aber nicht ersetzen.

Von Anke Strotmann

Die Mitarbeiter der Zentralbibliothek Düsseldorf haben seit wenigen Tagen einen neuen Kollegen: Der Roboter Pepper unterstützt seine menschlichen Kollegen und beantwortet Fragen zur Bücherei oder hilft bei der Orientierung. Er ist etwa so groß wie ein Schulkind und hat dunkle Kulleraugen, mit denen er sein Gegenüber anzuschauen scheint.

Seit Donnerstag hat Pepper auch einen Vornamen. „Wir haben 440 Vorschläge bekommen und aus diesen den Namen Pixi ausgewählt“, sagt Stephan Schwering, Leiter der Zentralbibliothek. Andere Vorschläge wie „Sergeant“ und „Archie“ konnten sich nicht durchsetzen.

Pepper schart regelmäßig die Kinder um sich

Um Pixi Pepper versammelt sich häufig eine Menschentraube. Besonders Kinder wollen den menschenähnlichen Roboter aus weißem Kunststoff anfassen. Sie tätscheln und streicheln seinen Kopf, woraufhin Pepper kichert. „Ich finde das total Klasse, vor allem für die Kids“, sagt Dr. Christina Guthier, die mit ihrer Tochter in die Bibliothek gekommen ist. Sie würde Pepper auch selbst ausprobieren. „Aber er ist den ganzen Vormittag von Kindern umgeben, da wollte ich mich nicht vordrängeln“, sagt sie.

Eric Acosta, der mit einem Freund in die Bibliothek gekommen ist, findet die Funktionen von Pepper ein bisschen beschränkt. „Ich glaube, er kann nur auf bestimmte Sachen antworten. Ich finde ihn aber trotzdem gut.“

Der Roboter ist darauf programmiert, zu sprechen, zu hören, zu gestikulieren, zu tanzen und sich in Echtzeit mit den Kunden austauschen zu können. Die Basis dafür ist Peppers technische Ausstattung. Er verfügt über eine Infrarotkamera, zwei HD-Kameras, Lautsprecher und Mikrofone. „Durch die Infrarotkamera kann Pepper sehen, wie weit sein Gegenüber entfernt ist“, sagt Karoline Kahmann, die zu der Projektgruppe gehörte, die den Roboter programmiert hat. Pepper trägt außerdem ein Tablet auf seiner Brust, auf dem die Besucher bestimmte Informationen und Antworten in Schrift und Bild bekommen können.

Am häufigsten sagt Pepper an diesem Vormittag den Satz: „Willst du wissen, wie du eine Bibliothekskarte bekommen kannst?“ – auch wenn man ihn zum Beispiel nach W-Lan fragt. Aber Pepper ist schlagfertig. Wenn man auf die Frage nach der Bibliothekskarte antwortet: „Nein“, sagt er: „Schade, Du weißt nicht, was Du verpasst.“

Künftig soll ein Chatbot für bessere Antworten sorgen

Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine steckt also zum Teil noch in den Kinderschuhen. „Pepper kann nur das, was wir ihm sagen“, sagt Bibliotheksleiter Stephan Schwering. Im Moment lernt er noch durch einfachere Programmierung, künftig soll er an einen Chatbot angeschlossen werden, damit er mehr Fragen und diese besser und treffender beantworten kann.

WENN ROBOTER AUF BÜCHER TREFFEN

ZENTRALBIBLIOTHEK Die Düsseldorfer Zentralbibliothek hat ihre Öffnungszeiten verlängert. Montags bis Freitags ist sie bis 20 Uhr geöffnet – allerdings ist nur bis 19 Uhr Personal zugegen. Samstags ist die Zentralbibliothek bis 16 Uhr geöffnet – Personal ist aber nur bis 14 Uhr vor Ort. In den personal-freien Zeiten können fast alle Services weiter genutzt werden – und Fragen der Besucher versucht Pixi Pepper dann in diesen Zeiten zu beantworten.

Das Projekt hat 58 000 Euro gekostet und ist Teil der Digitalstrategie für die neue Bibliothek im ehemaligen Postgebäude am Düsseldorfer Konrad-Adenauer-Platz 1. Der Roboter am Eingang der Bibliothek soll laut Bibliotheksleitung die Mitarbeiter entlasten – also nicht ersetzen. „Wir wollen testen, ob Pepper eine Alternative ist, wenn es voll wird oder auch mal kein Bibliothekspersonal mehr anwesend ist“, sagt Schwering.

„Durch Pepper sollen auch Berührungsängste mit dem Thema Robotics abgebaut werden“, sagt Schwering. Das scheint besonders gut bei Kindern zu klappen.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Die ungewisse Zukunft der Düsseldorfer Umweltspur
Die ungewisse Zukunft der Düsseldorfer Umweltspur
Chinesische Krabbe auf der Straße entdeckt
Chinesische Krabbe auf der Straße entdeckt
Innogy-Manager Günther nach Säure-Angriff: „Ich hätte sterben können“
Innogy-Manager Günther nach Säure-Angriff: „Ich hätte sterben können“
Hochzeitsmesse spricht Besucher an
Hochzeitsmesse spricht Besucher an

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren