Moderne Heimspielstätte für Handball-Bundesligisten

Jetzt ist Wicküler City für BHC-Halle im Gespräch

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Ein leerstehender früherer Baumarkt und eine große Parkfläche könnten als Standort für eine Mehrzweckhalle genutzt werden. 

WUPPERTAL Investor Clees sondiert mit Handball-Erstligist Bergischer HC die Möglichkeiten. Einzelhandels-Brache könnte die Lösung bieten.

Von Günter Hiege

Bei den Bestrebungen, für den Handball-Bundesligisten Bergischer HC eine moderne Heimspielstätte im Bergischen Land zu finden und dafür eine Mehrzweckhalle zu errichten, gibt es einen neuen Ansatzpunkt. Alexander Clees, Geschäftsführer der Clees-Unternehmensgruppe, die Inhaber des Wuppertaler Einzelhandelsparks Wicküler City ist, bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass es Gespräche über die Vermietung der ehemaligen Baumarktfläche in der Wicküler City auch mit dem BHC gibt.

Der ehemalige B 1 Baumarkt am nördlichen Ende der Wicküler City, die über insgesamt 66 000 Quadratmetern Verkaufsfläche mit insgesamt 2500 Stellplätzen verfügt, war 2016 geschlossen worden. Das Gebäude, das sich hinter der Eisenbahnlinie befindet, liegt derzeit brach, Clees ist um eine Nachnutzung bemüht. Wobei die Idee, die Enden mit dem BHC zu verknüpfen, nach Informationen unserer Redaktion vom Vertreter eine BHC-Sponsors kam.

Hallenlösung ist nur ein Denkansatz für die Vermietung

„Es gibt unterschiedliche Vermietungsansätze, die zum Teil nicht unbedingt eine Einzelhandelsnutzung vorsehen. Im Rahmen der Prüfung alternativer Konzepte sind wir auch mit dem Bergischen HC in Kontakt. Die Gespräche befinden sich aber noch in einem sehr frühen Stadium“, teilte Alexander Clees auf Anfrage unserer Zeitung und in Abstimmung mit dem BHC mit.

BHC-Geschäftsführer Jörg Föste wollte dem nichts hinzufügen. Es sei zu früh, etwas dazu zu sagen.

Immerhin waren Wuppertals Kämmerer Johannes Slawig und Oberbürgermeister Andreas Mucke bei einem dieser Gespräche beteiligt. Die Stadt hatte stets betont, dass sie sich finanziell am Bau einer Mehrzweckhalle nicht beteiligen könne, aber Projekte für den BHC planerisch wohlwollend begleite.

Wie berichtet, hatte der BHC Pläne, eine Halle zwischen Vohwinkel und Solingen zu errichten, im vorigen Jahr vor allem aus Kostengründen aufgegeben und war stattdessen eine Kooperation mit der Sportstadt Düsseldorf eingegangen. Für ausgesuchte Spiele zieht der BHC demnach in den ISS Dome nach Düsseldorf um. In dieser Saison sind es vier Partien. Die Kooperation ist zunächst bis Juni 2022 angelegt. „Das gibt drei Jahre Zeit, eine Lösung auf Bergischer Ebene zu finden, hatte Föste gesagt und betont, dass die Wurzeln des BHC im Bergischen bleiben sollen, wo Uni-Halle und Klingenhalle eine Weiterentwicklung in der Bundesliga aber kaum möglich machten.

Dass der Bundesligist, aktuell einziges Aushängeschild der Region im Profisport, sich von den Städten in der Hallenfrage nicht ausreichend unterstützt sieht, ist kein Geheimnis, genauso wie die prekäre Haushaltslage der Kommunen.

Knackpunkt: BHC allein kann die Halle nicht auslasten

Bei einer Standortsuche für eine Halle im Bergischen hatten sich Solingen und Wuppertal allerdings beteiligt, für den dabei präferierten Standort Piepersberg bereits Vorbereitungen für ein Bebauungsplanverfahren getroffen. Der Standort Wicküler City war einst in die Untersuchungen nicht eingegangen. „Im innerstädtischen Bereich hatten wir uns damals für einen Standort neben dem Schauspielhaus interessiert. Das sei aber nicht möglich, war uns damals aus Wuppertal mitgeteilt worden“, sagt Jörg Föste. Ein möglicher Standort Wicküler City mitten in Wuppertal sei damit vergleichbar. „Ich glaube, dass dieser Standort sehr geeignet wäre. Er verfügt über eine hervorragende ÖPNV-Anbindung und hat 2500 Parkplätze. Über die Verkehrsführung müsste man sicher nachdenken“, sagt Wuppertals Kämmerer Johannes Slawig.

„Wir begleiten das positiv, wir werden die Rahmenbedingungen klären“, verspricht Andreas Mucke. Der zuständige Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke (CDU), der bisher nur gerüchteweise von der Idee gehört hat, die noch nicht in die Gremien getragen wurde, sieht darin eine „Supersache“. „Es wäre doch verlockend, wenn der BHC in Barmen eine Heimstätte fände.“

Der BHC alleine, das ist klar, könnte eine Halle mit der gewünschten Kapazität nicht auslasten, und so wird neben planerischen Fragen ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept der Knackpunkt sein.

Was passiert in Solingen?

STANDORTSUCHE Auch Solingen ist mit dem BHC weiter über eine Hallenlösung im Gespräch, wie dessen Stadtdirektor und Baudezernent Hartmut Hofrichter, bestätigt. „Dafür werden zurzeit noch verschiedene Standorte geprüft.“

FINANZEN In einem Punkt habe sich die Haltung der Verwaltung in der Nachbarstadt aber nicht geändert: Die Stadt Solingen werde allein aus Gründen der angespannten Haushaltslage nicht selbst Mittel für den Bau der Arena zur Verfügung stellen.

KLINGENHALLE Ausbaupläne für die Klingenhalle haben sich wohl zerschlagen. Das mit einer Prüfung beauftragte Planungsbüro, das erkunden sollte, ob man die Klingenhalle erweitern könne, sei zu keinem positiven Ergebnis gekommen.

KOSTEN Über die Höhe der Kosten einer Arena müsse der BHC Auskunft geben. Allerdings bezweifelt Hoferichter, dass die ursprünglich im Raume stehenden 16 Millionen Euro Investitionskosten zu halten sein werden. pm

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