Unvorhergesehene Probleme

Einsturzgefährdete Häuser Beyeröhde: Einzug wird verschoben

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Mehrere Häuser an der Beyeröhde im Stadtteil Langerfeld bleiben noch gesperrt. (Archivfoto)

WUPPERTAL Bewohner des Hauses Nr. 49 sollten eigentlich am Dienstag zurückkehren. Doch es gab Probleme.

Von Daniel Neukirchen

Eigentlich sollte spätestens am Dienstag das Haus Beyeröhde 49 wieder freigegeben werden. Das hatte die Bezirksregierung Arnsberg auf Nachfrage unserer Zeitung mitgeteilt. Doch nun gab es laut Sprecher Dietmar Oesterle unvorhergesehene Probleme bei der Verfüllung der Bohrlöcher. In der Folge werde sich die Freigabe geringfügig verschieben. „Ein genaues Datum will ich lieber nicht nennen“, sagt Oesterle jetzt.

Am 10. März war am späten Nachmittag ein Notruf von Bewohnern eines der Häuser in der Beyeröhde in der Feuerwehrleitstelle eingegangen. Sie hatten ein verdächtiges Knacken des Hauses gehört und dann Risse festgestellt. Bei der folgenden Überprüfung wurden weitere Schäden an Nachbargebäuden festgestellt. Insgesamt wurden acht Gebäude evakuiert, weil sie einsturzgefährdet waren und zum Teil auch noch sind.

BERGBAU

DENKMAL Zwischen den Straßen Am Timpen und Galmeistraße befindet sich das Denkmal der Zeche Karl, das an die Zeit des Untertagebaus im Stadtteil erinnert. 1983 war der 48 Meter tiefe Schacht wiederentdeckt worden. An dieser Stelle wurden bereits von 1650 bis 1780 Eisenerz und Galmei gefördert. Die Blütezeit des Bergbaus in Langerfeld war von 1879 bis 1895.

Als Auslöser für die Schäden wurde Wasser ausgemacht. Wasser, das vermutlich in Folge eines Rohrbuchs zunächst unbemerkt in Hohlräume geflossen ist. Anwohner hatten von einem Rauschen in der Nacht zuvor berichtet. Am Sonntag wurden die ersten Gebäuderisse dann von dem Bewohner eines der Häuser entdeckt. Bei den bisher vorgenommenen Bohrungen seien kleinere Hohlräume und weiche Stellen im Untergrund entdeckt worden.

Bergbehörde hat 18 Bohrungen durchgeführt

Bis auf Weiteres evakuiert bleiben zudem die Häuser mit den Nummern 43 und 47, weil dort die Standsicherheit noch geklärt werden muss, und die Nr. 50, weil das Haus im Trümmerschatten des stark einsturzgefährdeten Gebäudes mit der Nr. 45 steht. Trotz aller düsteren Prognosen arbeiten die Experten daran, sogar das Gebäude mit den Fassadenrissen zumindest kurzzeitig zu sichern. „Das Ziel ist es, dass die Bewohner zumindest ihre wichtigsten Sachen aus dem Haus holen können“, sagt Stadtsprecherin Martina Eckermann. Nach und nach konnten die meisten Nachbarn an Einzelterminen ihr Hab und Gut sichern, während das Haus Nr. 45 seit zwei Wochen kein Mensch mehr betreten konnte. Inzwischen sei es „nicht mehr völlig ausgeschlossen“, dass dieses Haus doch noch gerettet werden könnte, so Eckermann. Allerdings stelle sich dann noch die Frage der Wirtschaftlichkeit.

Die Bergbehörde der Bezirksregierung Arnsberg hat bereits 18 Bohrungen in Beyeröhde durchgeführt und dabei insgesamt 500 Meter im Erdreich zurückgelegt. Die Arbeiten gehen dem Ende entgegen: Nur vier bis fünf Bohrungen stehen noch an. „Bislang haben wir keinen Bergbau nachweisen können“, sagt Oesterle.

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