Sanierungsphase

Besucher genießen Ausblick vom Bergfried

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Besucher konnten zum ersten Mal nach langer Zeit wieder einen Blick von oben auf das Areal von Schloss Burg werfen. 

SCHLOSS BURG Nach 18-monatiger Sanierungsphase war der Turm auf Schloss Burg zum ersten Mal für die Öffentlichkeit geöffnet.

Von Lorraine Dindas

6 Etagen, 32 Meter Höhe und etwa 120 Stufen gibt es seit Donnerstag wieder offiziell zu erklimmen. Nach 18-monatiger Sanierungsphase hat der Bergfried auf Schloss Burg seine Tür für Besucher wieder geöffnet. Und das ließen sich etliche Besucher trotz Regenwetter nicht nehmen. „Wir können uns wirklich nicht beschweren, den ganzen Tag über ist es voll“, verriet Hausmeister Lutz Pickelein.

Etwa 30 Millionen Euro sollen bis etwa 2024 in die Burg und das Schloss investiert werden. Finanziert wird das Vorhaben aus verschiedenen Fördertöpfen von Bund, Land und Stadt. So wurden Mauern und Kamine abgetragen und die Decken saniert. „Die Arbeiter haben versucht, so viel wie möglich zu erhalten.“ Pickelein ist seit sieben Jahren Hausmeister auf Schloss Burg und konnte die Sanierung mitverfolgen. „Die Investition hat sich für den Bergfried auf jeden Fall gelohnt. Er gefällt mir sehr gut.“ Zuletzt wurde der Bergfried 1933 komplett hergerichtet. 1952 gab es ebenfalls einige Ausbesserungen. „Die Steinmetze haben sogar eine Flaschenpost von den Arbeitern aus 1933 im Mauerwerk gefunden. Diese haben wir auch im Erdgeschoss ausgestellt.“ Sichtlich vergilbt steht das Papier mit einer Botschaft neben einer leeren Bierflasche der Brauerei Kipper aus Remscheid. Aber auch die Steinmetze, die die neue Fassade gebaut haben, wollten sich verewigen. Deshalb kann man das Abbild eines Gesichtes oben am Turm erkennen. „Das ist in dieser Branche gang und gäbe“, verriet Pickelein.

Mischung aus alt und modern kommt bei Besuchern gut an

Vor allem aber die Geschichte der Burg lockte viele Besucher an. Denn der heutige Nachbau des Bergfrieds beruht auf den Bau von Graf Adolf II., der im 12. Jahrhundert sein Familiensitz in Altenberg aufgab und sich sein Domizil an der Wupper errichten ließ. Viele Generationen herrschten von hier aus. Heute ist Schloss Burg aber im Besitz der Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal. Den kompletten Wandel der Burg und die Geschichte der Familie von Berg wurde im Bergfried neu aufgearbeitet und mittels moderner Medien illustriert.

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HANDWERKERMARKT

ÖFFNUNGSZEITEN Noch am Sonntag, 4. November, hat der 40. Basar der Kunsthandwerker von 10 bis 18 Uhr geöffnet. 130 Aussteller bieten ihre Waren wie Kerzen, Seidentücher und Holzarbeiten an. 

EINTRITT Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder 2,50 Euro. Pendelbusse fahren ab dem Rewe- Parkplatz Wermelskirchen und ab Solingen-Krahenhöhe ab 11 Uhr im Halbstundentakt.

Mehrere Kurzfilme von etwa drei Minuten erzählen zum Beispiel von der Gefangennahme des Kölner Erzbischofs Siegfried von Westerburg, einer Kinderhochzeit und sogar einer Ermordung. „Es gab im Mittelalter sehr oft Streit um Zölle und Geld. Der häufigste Todesgrund waren aber Familienstreite“, erläuterte Pickelein. Zwischen drei Wochen und zwei Monaten konnte die Familie von Berg mit ihren Bediensteten hier ausharren, um sich vor dem Feind zu schützen. Die Mischung aus dem alten Charme der Burg und den modernen Erzähl-Elementen kommt auch bei den Besuchern sehr gut an. „Ich finde es sehr informativ im Bergfried. Vor allem die Zeittafel und die Fotodokumentation sind super“, berichten Anja und Marc Dittmann aus Remscheid begeistert.

Familienvater Jonas Lange aus Köln wollte eigentlich nur zum Handwerkermarkt (" Kasten), der parallel auf Schloss Burg stattfindet. Mit seiner Frau, seinen drei Söhnen sowie Oma und Opa bestiegen sie spontan den Bergfried. „Vor allem meine Kinder waren von der Ritterrüstung begeistert, die sie hier anfassen konnten.“ Auch können sich Kinder an einem Terminal über Wappen informieren und selbst eins erstellen, dass sie sich per E-Mail zuschicken lassen und zu Hause ausdrucken können. Fasziniert war der 38-Jährige vom Ausblick der Balkone. „Die Sicht ist traumhaft schön, auch am Abend. Man kann sehr schöne Bilder machen.“

Die 32 Meter sind allerdings nichts für Menschen mit Höhenangst. „Ich habe mich nicht ganz nach oben getraut“, verriet Gunda Dinger aus Solingen. „Ich bin aber begeistert. Eigentlich mag ich es nicht, wenn Medien in alten Gebäuden integriert werden. Hier ist es aber gelungen.“

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