Beschwerden der Taxizentrale gegen London-Cabs der WSW

Das Stadtwerke-Angebot wird für die regulären Taxis immer mehr zur Konkurrenz. Archivfoto: Andreas Fischer
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Das Stadtwerke-Angebot wird für die regulären Taxis immer mehr zur Konkurrenz. Archivfoto: Andreas Fischer

Ergänzendes Angebot der Wuppertaler Stadtwerke

Von Daniel Neukirchen

Wuppertal Die hellblauen London-Taxis der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) sollen eigentlich das ÖPNV-Angebot im Stadtgebiet ergänzen. Doch zwischen Taxizentrale und dem neuen On-Demand-Angebot (dt.: Angebot auf Nachfrage) der WSW kommt es vermehrt zu Reibungen. Inzwischen hat die Zentrale bei der Bezirksregierung „zehn bis 15 Beschwerden“ eingereicht, sagt Nico Höttges, Chef der Taxizentrale: „Meine Fahrer haben mir beispielsweise gemeldet, dass die London-Cabs Fahrgäste an einem Taxistand eingesammelt haben.“ In weiteren Fällen sei es auch um Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung gegangen.

So sollen die blauen Fahrzeuge beispielsweise durch die Fußgängerzone gefahren sein. „Diese Beschwerden sind uns bekannt“, sagt WSW-Sprecher Rainer Friedrich. Man habe auch bereits reagiert und die Fahrer nachgeschult. Auch habe man bei den virtuellen Haltepunkten der „Cabs“ Anpassungen vorgenommen, so dass Gäste nicht unmittelbar am Taxistand einsteigen. Friedrich sagt: „Nach meinem Eindruck klappt das jetzt reibungslos.“

Taxiunternehmer Udo Prescher zeichnet ein anderes Bild vom Verhältnis zwischen gelben und blauen Wagen. „Die Stadtwerke machen uns damit Konkurrenz“, sagt er. Nach Angaben der Stadttochter haben die Nutzer-Zahlen des jungen Angebots zugelegt. Inzwischen nutzen 600 bis 700 Wuppertaler wöchentlich das Angebot, das Ende 2020 an den Start ging. Prescher sagt: „Das sind Umsätze, die uns wegbrechen.“ Was den Fahrer auch ärgert: Das WSW-Projekt ist öffentlich subventioniert und daher für den Kunden preisgünstiger als eine Taxifahrt.

Als ungünstig empfindet Unternehmer Höttges den Zeitpunkt für das neue Angebot. „Bei uns kommt ja die Corona-Krise erschwerend hinzu“, sagt er. Auch vor der Pandemie hatte es die Branche nicht leicht: Kneipensterben, Mindestlohn und ein verändertes Freizeitverhalten werden als Gründe dafür gesehen. 252 Taxis waren einmal in Wuppertal unterwegs, heute sind es nur noch 217. Über die Zentrale organisiert sind noch 203.

Nach Ausführungen der Stadtwerke sollen die „Cabs“ den Busverkehr unterstützen. Daher arbeitet der Service auch mit virtuellen Haltestellen. Im derzeit bedienten Gebiet Elberfeld und Uellendahl-Katernberg gibt es 4000 feste Einstiegspunkt. Das führt dazu, dass der nächste Einstiegspunkt meist nicht weiter als 70 Meter entfernt liegt.

Projekt könnte bis März 2022 verlängert werden

Höttges sieht auch das kritisch: „Wir haben das Gefühl, dass das fast ein Tür-zu-Tür-Verkehr ist. Und das ist unser Geschäft.“ Die London-Taxis haben aber noch ein Merkmal, das sie von einem Taxi unterscheidet: Das Fahrzeug haben die Nutzer nicht zwangsläufig für sich allein. In Corona-Zeiten können bis zu zwei weitere Personen mitbefördert werden, eigentlich haben bis zu sechs Platz.

Das On-Demand-Angebot ist als Forschungsprojekt angelegt und war ursprünglich bis Ende des Jahres befristet. Doch Rainer Friedrich teilt mit: „Aufgrund der Corona-Situation prüfen wir eine Verlängerung bis März 2022.“

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