Für Straßenbahnfreunde

Bergische Museumsbahn bereitet Abfahrt vor

Schatzmeister Guido Korff und die Straßenbahnfreunde aus Cronenberg freuen sich auf den Wiederbeginn. Foto: Andreas Fischer
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Schatzmeister Guido Korff und die Straßenbahnfreunde aus Cronenberg freuen sich auf den Wiederbeginn.

Wuppertal. Verein hofft auf Rückkehr der historischen Straßenbahnen im Spätsommer.

Von Christian Lukas

Manch ein Freund des Schienenverkehrs mag sich bereits gefragt haben, warum derzeit keine Straßenbahnen entlang der 2,2 Kilometer langen Strecke der Bergischen Museumsbahnen verkehren. Der Grund dafür sind Renovierungsarbeiten. Nachdem bereits Schwellen ausgetauscht worden sind, werden zurzeit die Oberleitungsmasten wieder auf Vordermann gebracht.

„Wir sind bislang gut durch die Corona-Zeit gekommen“, erzählt Guido Korff, Schatzmeister der Straßenbahnfreunde aus dem Stadtbezirk Cronenberg. „Die Fixkosten, die wir für den Unterhalt unseres Museums kalkulieren müssen, sind überschaubar, der Betrieb wird ehrenamtlich geführt und wir haben einige Spenden für die Zeit generieren können, in der wir nicht fahren konnten.“

„Es ist notwendig, von Zeit zu Zeit Renovierungsarbeiten durchzuführen.“

Jörg Rudat erläutert die aktuellen Maßnahmen

Allerdings hat man am Betriebshof an der Kohlfurther Brücke 57 das Tempo unterschätzt, mit dem Lockerungen beschlossen wurden und die es auch dem Museumsfahrbetrieb wieder erlauben würden, seine Pforten zu öffnen. „Wir haben letztes Jahr beschlossen, wir machen das Beste aus der Aussetzung des Fahrbetriebes und gehen dringend notwendige Reparatur- und Renovierungsarbeiten an.“

Dem stimmt Vorstandsmitglied Jörg Rudat zu. Der Raumplanungsingenieur vermisst den Fahrbetrieb einerseits, „andererseits möchten wir unseren Gästen auch ein schönes Fahrerlebnis bieten. Da ist es notwendig, von Zeit zu Zeit Renovierungsarbeiten durchzuführen, denn manches kommt in die Jahre.“ Die Oberleitungsmasten müssen regelmäßig gesandstrahlt und neu verzinkt werden. Die Betonfüße der Masten werden freigelegt, die Restauration eines Mastes kann so schon mal zwei Wochen dauern.

Dass man aktuell fahren dürfte, aber eben nicht kann, sieht man im Museum gelassen: „Aufgrund der Hygienekonzepte, welche auch wir beachten müssen, hätten wir nur eine Bahn, in welcher diese Konzepte umsetzbar sind“, erläutert Guido Korff. Dabei handelt es sich um den Triebwagen 275. „Wir sind“, fährt er fort, „nicht nur ein Verein, der sich dem Erhalt alter Straßenbahnen widmet, wir sind auch ein konzessionierter Verkehrsbetrieb und unterliegen damit den gleichen Pflichten wie kommunale Betriebe.“ Das bedeutet, dass in Coronazeiten die Fahrerkabine vom Passagierraum getrennt wird und dass die Sitze und Haltestangen regelmäßig desinfiziert werden. Die einzusetzenden Mittel vertragen sich aber nicht unbedingt mit dem Polsterbestand, auch gibt es zumeist keine vom Fahrerstand getrennten Einstiegsmöglichkeiten.

Lediglich Triebwagen 275 ist unter Berücksichtigung aller Regeln einsetzbar. Theoretisch wäre ein sehr eingeschränkter Verkehr damit möglich, „aber wir nutzen die Zeit jetzt, um ganz in Ruhe die Arbeiten zu erledigen, die einen störungsfreien Fahrbetrieb garantieren, wenn wir wieder normal fahren dürfen. Einen Termin zu nennen wäre aus heutiger Sicht Spekulation.“ Die Museumsbahner, die normalerweise im Jahr um die 20 000 Fahrgäste befördern, hoffen aber auf die Wiederaufnahme im Spätsommer. Besonders würde sich Guido Korff freuen, dem Nikolaus Ende des Jahres wieder eine Fahrgelegenheit bieten zu dürfen. Der fährt in Wuppertal schließlich traditionell Straßenbahn.

Hintergrund

Triebwagen 275: Der Gelenktriebwagen wird auch Bochumer genannt. Im Auftrag der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahngesellschaft erledigte die 1957 gefertigte Tram fast 40 Jahre lang ihren Dienst im Öffentlichen Personennahverkehr.

Außer Dienst: 1995 wurden die letzten Bahnen dieser Serie außer Dienst gestellt – der Triebwagen 275 gelangte nach Wuppertal, wo er seit 1996 seinen musealen Dienst erledigt. Auf 20 Metern Länge bietet das Fahrzeug 46 Sitzplätze.

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