Bergische Uni am größten Experiment der Welt beteiligt

Jagd nach Teilchen: Auf einer Fläche von 3000 Quadratkilometern werden in Argentinien 1600 Wassertanks aufgestellt. ©
+
Jagd nach Teilchen: Auf einer Fläche von 3000 Quadratkilometern werden in Argentinien 1600 Wassertanks aufgestellt. <br><i>©

Wuppertal. Sie ist immer da. Während wir essen, reden, schlafen. Man kann sie nicht fühlen und nicht sehen: Natürliche kosmische Strahlung, die alles auf der Erde bombardiert. Doch die Dosis dieser überwiegend aus dem Weltall stammenden Strahlung ist gering. Doch aus welchen Quellen kommt die geheimnisvolle hochenergetische Teilchenstrahlung?

Eine Frage, die nun Physiker der ganzen Welt mit Wuppertaler Beteiligung herausfordert. Von der Bergischen Uni ist die Arbeitsgruppe von Karl-Heinz Kampert, Professor für Experimentalphysik, beteiligt. Bislang weiß man zwar, dass es kosmische Strahlung gibt, kann aber nicht erklären, woher sie stammt. Um dem Phänomen endlich auf die Spur zu kommen, errichten mehr als 370 Wissenschaftler aus 15 Nationen in der Nähe des verschlafenen Örtchens Malargue in Argentinien derzeit das größte Experiment der Welt. Beteiligt an dem 40 Millionen Euro teuren Projekt sind neben Frankreich, Italien und den USA auch Forscher aus Deutschland. Nach seiner Fertigstellung 2007 wird das Observatorium größer sein als das Saarland. Auf einer Fläche von 3000 Quadratkilometern werden 1600 Wassertanks mit jeweils 11 000 Litern hochreinem Wasser aufgestellt. Damit will man der kosmischen Strahlung auf die Spur kommen. Diese besteht im Gegensatz zu Licht, das sich von den Sternen geradlinig zur Erde ausbreitet aus geladenen Teilchen, die wiederum von Magnetfeldern abgelenkt werden können.

Nur ein Teilchen pro Woche äDie Beobachtung solcher Teilchen ist also mehr als schwierig. "Da nur einmal pro Quadratkilometer und Jahrhundert ein derart extremes Teilchen erwartet wird, muss das Observatorium eine enorme Ausdehnung aufweisen", erklärt Karl-Heinz Kampert. "Bei einer Fläche von 3000 Quadratkilometern können wir im Experiment mit einem Teilchen pro Woche rechnen." In den aufgestellten Wassertanks erzeugen die Teilchen eine schwache Lichtspur, die mit hochempfindlichen Sensoren nachgewiesen werden kann. Daher auch der abgelegene Standort: Die am Rande der Anden gelegene Provinz Mendoza, in der der Teilchen-Detektor entsteht, ist fast menschenleer, es gibt also genügend Platz. Die Luft ist unglaublich klar. Der Nachthimmel ist sehr dunkel und wird nicht durch Lichter erhellt. Mit den Daten der Wassertanks hoffen die Wissenschaftler, die Herkunft der kosmischen Strahlung zu klären. Sollte dies gelingen, so wäre das, "als würde man ein neues Fenster zum Verständnis des Weltalls auftun", so Kampert. Benannt ist der Detektor nach dem französischen Physiker Pierre Auger (1899-1993). Er war es, der 1933 ein Phänomen entdeckte, mit dem sich die kosmischen Teilchen nachweisen lassen.

www.auger.org

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Die Universität soll greifbarer werden
Die Universität soll greifbarer werden
Die Universität soll greifbarer werden
Unfall: Motorradfahrer im Krankenhaus gestorben
Unfall: Motorradfahrer im Krankenhaus gestorben
Unfall: Motorradfahrer im Krankenhaus gestorben
Männer sollen 37-Jährigen in Köln tödlich verletzt haben
Männer sollen 37-Jährigen in Köln tödlich verletzt haben
Männer sollen 37-Jährigen in Köln tödlich verletzt haben
Rettungswagen im Einsatz verunfallt
Rettungswagen im Einsatz verunfallt
Rettungswagen im Einsatz verunfallt

Kommentare