Tomnhalle

Beim Spaziergang gibt es etwas auf Ohren

Die Karte des Soundwalks für Kinder mit den einzelnen Stationen. Foto: Tonhalle Düsseldorf
+
Die Karte des Soundwalks für Kinder mit den einzelnen Stationen. 

Die Tonhalle Düsseldorf hat einen Soundwalk für Familien entwickelt – unser Autor hat ihn ausprobiert.

Von Christian Herrendorf

Düsseldorf. Wer in den nächsten Wochen Menschen vor dem Märchenbrunnen im Hofgarten sieht, die Kopfhörer ihres Smartphones im Ohr haben, sich auf die Schenkel schlagen oder schnipsen, muss sich keine Sorge um deren Geistes- und Bildungszustand machen. Zumindest, wenn auch kleine Menschen mit dabei sind. Dann sind sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem „Soundwalk“ und widmen sich gerade ihrer Aufgabe an Station 11. Der „Soundwalk“ ist ein Hör-Spaziergang, den die Tonhalle entwickelt und auf ihrer Internetseite für Familien mit Kindern im Vor- und Grundschulalter bereitgestellt hat.

Start und Ziel des „Soundwalks“ ist das Gebäude, in dem die Idee für diesen Rundgang mit Podcast entstanden ist: die Tonhalle. Vorher sollten die Mitmacher die Karte für den Spaziergang von der Seite herunterladen und ausdrucken, zum Ehrenhof dann auch noch ein Smartphone, Kopfhörer und einen Stift mitbringen. Mobiltelefon und Kopfhörer kann man auch teilen, dann wackelt man allerdings ein wenig aneinandergekettet durch die Gegend.

Von der Tonhalle führt der Weg vorbei an der Kunstakademie und der Kunstsammlung (dort lernt man den Maler Paul Klee als Musiker und das Summen einer besonderen Hornisse kennen) bis zum Opernhaus und von dort mit verschiedenen Stationen im Hofgarten wieder zurück. Unterwegs gibt es zwei verschiedene Beiträge zu hören: Hörszenen und Wegmusik.

Kinderbuchautor Martin Baltscheit erzählt den Spaziergängern, was sie gerade sehen und hören und stellt ihnen kleine Aufgaben. Sie müssen zum Beispiel etwas malen, etwas raten, Sinneseindrücke aufschreiben – und wie beschrieben am Brunnen, passend zum Märchen vom Froschkönig, am eigenen Körper Geräusche erzeugen. Für die Wege zwischen den Stationen gibt es kleine Musikstücke, die Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker, des Opernensembles der Deutschen Oper am Rhein und des Notabu-Ensembles für dieses Projekt eingespielt haben.

Kinder nähern sich spielerisch der klassischen Musik

Die Bilanz unseres Tests: Wer sich die einzelnen Stationen in Ruhe zu Gehör führt, ist gut eineinhalb Stunden unterwegs. Sehr angenehm ist dabei, dass einem die Gedanken, die Sprecher Baltscheit und die Interviewpartner teilen, nicht mit dem pädagogischen Vorschlaghammer verabreicht werden. Da ist niemand, der mit dem hörbar erhobenen Zeigefinger sagt, wie toll und wichtig doch klassische Musik ist und was man dazu alles wissen muss.

Stattdessen nähert man sich spielerisch und über seine Sinne dem Thema. Und gerade das ist kein Widerspruch zu einem pädagogisch hervorragenden Angebot, sondern eine empathische Version dessen, das dadurch Kinder wirklich ernst nimmt. Und so passt es perfekt zum Slogan, den sich das Familienprogramm der Tonhalle gegeben hat: „Einfach fühlen.“

www.tonhalle.de

Der Sprecher

Lebenslauf: Martin Baltscheit wurde am 16. September 1965 in Düsseldorf geboren und hat Kommunikationsdesign an der Folkwangschule in Essen studiert. Baltscheit veröffentlicht Kinderbücher und Comics, arbeitet als Sprecher für Hörbücher und Hörspiele und hat Filmregie geführt.

Bücher (Auswahl): „Der kleine Herr Paul“, „Ich bin für mich: der Wahlkampf der Tiere“, „Major Dux oder der Tag, an dem die Musik verboten wurde“, „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“, „Der einsamste Wal der Welt“.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Taxi-Unternehmer will Geschäft mit Leichenwagen aufbessern
Taxi-Unternehmer will Geschäft mit Leichenwagen aufbessern
Taxi-Unternehmer will Geschäft mit Leichenwagen aufbessern
Mord an Wuppertalerin: Bekannter (35) stellt sich
Mord an Wuppertalerin: Bekannter (35) stellt sich
Mord an Wuppertalerin: Bekannter (35) stellt sich
Wuppertal bekommt 13 neue Sirenen
Wuppertal bekommt 13 neue Sirenen
Wuppertal bekommt 13 neue Sirenen
Schwebebahn fährt wieder auf leisen Rädern
Schwebebahn fährt wieder auf leisen Rädern
Schwebebahn fährt wieder auf leisen Rädern

Kommentare