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Baustellen in Wuppertal bereiten Probleme

In der Elberfelder Innenstadt, hier an der Kirchstraße, arbeiten die Stadtwerke an den Fernwärmeleitungen.
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In der Elberfelder Innenstadt, hier an der Kirchstraße, arbeiten die Stadtwerke an den Fernwärmeleitungen.

Wuppertal. Stadt und WSW haben mit Material- und Personalknappheit zu kämpfen.

Von Anne Palka

In Wuppertal gibt es viele Baustellen: Die Stadtwerke listen derzeit 88 Stück, die Stadtverwaltung 17 größere Maßnahmen an Straßen, Brücken und Treppen auf. Hinzu kommen kleinere Arbeiten und die anderer Auftraggeber, zum Beispiel Telekommunikationsunternehmen oder private Bauherren.

Viele der Baustellen führen zu Einschränkungen im Straßenverkehr – die teils länger dauern als geplant, weil sich die Arbeiten verzögern. Beispiele: Die Stadt saniert die Brücke Kabelstraße am Arrenberg. Die Vorarbeiten haben im Mai 2021 begonnen, angekündigt war die Dauer bis Mai 2022. Der aktuelle Stand ist, dass die Baustelle bis „etwa Ende 2022“ dort bleibt, das wäre eine Verlängerung der Dauer um 50 Prozent.

Einige Brücken der A 46 haben Sanierungsbedarf

Die Stadtwerke arbeiten an den Fernwärmeleitungen am Islandufer. Im Oktober 2021 wurde angekündigt, dass die Bauzeit acht Wochen betragen wird, bis Dezember sollte die Baustelle wieder weg sein. Diese Angabe hat sich mittlerweile mehrfach verändert, sie sollte bis Juni fertig sein, auf jeden Fall bis zum Piratenfest der Sparkasse im August 2022. Stand jetzt werden die Arbeiten dafür nur unterbrochen. „Erst danach beginnt der letzte Bauabschnitt, der circa acht bis zehn Wochen dauern wird“, sagt WSW-Sprecher Rainer Friedrich. Insgesamt wäre das eine Verlängerung der Dauer um 500 Prozent. Bis die Baustellen beendet sind, ist die Brücke Kabelstraße für Autos gesperrt, Fahrer werden über die Siegfriedstraße und die Tiergartenstraße umgeleitet. Das Islandufer, eigentlich eine Einbahnstraße, ist von beiden Seiten eine Sackgasse.

„Im Handwerk haben wir einen Personalmangel, gerade im Rohrbau“, sagt Sascha Burghoff, Baustellenkommunikator der Stadtwerke. Das habe sich in den vergangenen Wochen und Monaten weder gravierend verbessert noch verschlechtert. „Hinzu kommt, das gilt allgemein für viele Güter in der Baubranche, dass es Materialknappheit und Lieferschwierigkeiten gibt.“ Manche Baustellen können erst fortgeführt werden, wenn bestimmte Teile eingebaut werden können – fehlen sie, gibt es Stillstand. „Unsere normalen Großbaustellen laufen alle soweit“, sagt Sascha Burghoff. Dazu zählen beispielsweise die Arbeiten an der Gas-, Wasser- und Stromversorgung kombiniert mit Kanalarbeiten an der Uellendahler Straße. „Dort hatten wir Probleme mit Kabeln der Telekom“, dort waren die WSW auf Leistungen des Kommunikationsanbieters angewiesen, die Fernmeldeleitungen im Kreuzungsbereich Röttgen/Weinberg mussten umverlegt werden.

In der Baustellenübersicht im Internet steht zwar noch, dass die Arbeiten „voraussichtlich bis Mai 2022 andauern“ werden, mittlerweile aber auch eine aktualisierte Angabe von Anfang September. „Unsere Kanalbaustellen kommen gut voran“, sagt Sascha Burghoff, und die Arbeiten an den Fernwärmeleitungen in der Elberfelder Innenstadt haben erst kürzlich begonnen. Unabhängig davon, wer die Baustelle betreibt: Eine längere Dauer kann dazu führen, dass die Kosten steigen.

Auch in den nächsten Monaten und Jahren stehen den Wuppertalern noch einige Baustellen im Stadtgebiet bevor. Der Landesbetrieb Straßen NRW plant den Ausbau der L 419 in Ronsdorf. Einige Brücken der A 46 haben Sanierungsbedarf, zum Beispiel die über der Uellendahler Straße. Laut der Bundesanstalt für Straßenwesen befindet sie sich in einem „nicht ausreichenden Bauwerkszustand“. Wie eine Sanierung durchgeführt werden könnte, ist noch nicht geplant. Sollte sie während der Arbeiten ganz oder teilweise gesperrt werden, könnte das zu einer großen zusätzlichen Verkehrsbelastung auf den Umgehungsstrecken sorgen.

Die Stadtwerke wollen den Wuppersammler unter der B 7 verlängern, vom Alten Markt aus in Richtung Osten. „Beginn der Arbeiten wird Anfang kommenden Jahres sein“, sagt Rainer Friedrich. „Das Bauwerk wird im unterirdischen Rohrvortriebsverfahren erstellt. Dafür werden entlang der B 7 lediglich Press- und Bergegruben ausgehoben.“

Bei der Stadt ist noch nicht ganz klar, welche Maßnahmen in der nächsten Zeit begonnen werden können. „Geplante große künftige Maßnahmen stehen aktuell unter dem Vorbehalt der Haushaltsberatungen des Stadtrates“, sagt Sprecherin Martina Eckermann.

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