Nach Unfall

Bahnhofskater braucht viel Ruhe

Bahnhofskater Micki mit seiner Besitzerin Simone Lewin. Foto: Stefan Fries
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Bahnhofskater Micki mit seiner Besitzerin Simone Lewin. 

Das Verschwinden von „Micki“ sorgte für enorme Resonanz – viele sorgten sich um ihn.

Von Eike Birkmeier

Wuppertal. Den Rummel um seine Person nimmt Micki gelassen hin. Entspannt schnurrend lässt sich der Bahnhofskater von Frauchen Simone Lewin wieder aufpäppeln. Nach seinem schweren Unfall vor einigen Wochen braucht Micki vor allem Ruhe. Ein Beckenbruch hatte den sonst so abenteuerlustigen Britisch-Kurzhaar aus der Bahn geworfen.

Tagelang gab es von ihm kein Lebenszeichen, was ein riesiges Echo in den Sozialen Medien auslöste. Schließlich ist Micki durch seine ausgedehnten Streifzüge zu einer Art Maskottchen des Vohwinkeler Bahnhofs geworden. Der Kater ist bei Fahrgästen und Bahnpersonal gleichermaßen beliebt. Sein Verschwinden und die Suchmeldung im Tier-Portal Tasso sorgte für eine Flut von Kommentaren. Dank einer aufmerksamen Passantin konnte Simone Lewin ihren Kater wieder in die Arme schließen.

Der Unfall hat bei ihm Spuren hinterlassen. „Micki wird noch eine Weile brauchen, bis er wieder richtig fit ist“, erzählt die Vohwinkelerin. Der Beckenbruch müsse erst vollständig ausheilen. Außerdem seien die Nieren des Katers angegriffen. Das Tier hatte schwer verletzt und ohne Futter und Wasser mehrere Tage und Nächte im Freien zugebracht. Micki bekommt jetzt Schonkost.

„Wir wissen immer noch nicht, was genau passiert ist“, berichtet Simone Lewin. Möglicherweise sei der Kater angefahren worden. Fest steht, dass er wie vom Erdboden verschluckt war. „Wir haben uns große Sorgen gemacht und vermutet, dass er in einen Zug gestiegen ist.“ Doch der Freigänger war nicht etwa auf große Fahrt gegangen, sondern hatte sich nach seinem Unfall im Garten der dem Bahnhof benachbarten Demenz-WG verkrochen. „Wenn es Katzen nicht gut geht, ziehen sie sich zurück“, erläutert Simone Lewin.

Im Fall von Micki seien die Verletzungen so schwer gewesen, dass der Kater sich nicht mehr bemerkbar machen konnte. „Er muss Höllenschmerzen gehabt haben, hatte aber keine Kraft mehr, zu maunzen“, so Lewin. Durch einen glücklichen Zufall fand das Martyrium des Tiers schließlich ein Ende. Die Folgen waren allerdings ernst. „Als wir ihn endlich wiedergefunden haben, sind Micki immer die Beine weggesackt“, berichtet seine besorgte Besitzerin. Nach einigen Wochen liebevoller Pflege und tierärztlicher Behandlung ist der Kater aber wieder auf dem Weg der Besserung. An den Unfall erinnert noch ein leichtes Hinken mit der rechten Hinterpfote. Weitere Ausflüge zum Vohwinkeler Bahnhof sind daher vorerst tabu.

Irgendwann wird den Freigänger wieder die Abenteuerlust packen

Überwältigt ist Simone Lewin von der großen Anteilnahme am Schicksal ihres Bahnhofskaters. „Wir haben uns sehr darüber gefreut, die vielen Anfragen haben uns allerdings auch manchmal etwas überfordert“, sagt die Vohwinkelerin. Auch der Sprecher der Vohwinkeler Bürgerbahnhof Initiative Uli Kopka hätte dieses Echo nicht erwartet. „Wir wussten, dass die Menschen Micki ins Herz geschlossen haben, aber das war wirklich der Wahnsinn“, berichtet er.

Insofern ist es für den Kater und seine Familie gut, dass etwas Ruhe eingekehrt ist. Irgendwann dürfte den Freigänger allerdings wieder die Abenteuerlust packen. „Wenn Micki nach draußen will, macht er das unmissverständlich klar“, weiß Simone Lewin. Dann werde sie ihn schweren Herzens ziehen lassen müssen. Vorerst lässt er sich aber zu Hause umsorgen und genießt die Vorzüge der heimischen Pflege.

Registrierung

Bei Tierschutzorganisationen wie Tasso können Haustiere registriert werden. Das soll deren Identifizierung erleichtern, etwa bei entlaufenen Tieren.

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