Empfangsgebäude

Bahn will Käufer im Sommer nennen

Wer wird künftiger Eigentümer des markanten Empfangsgebäudes der Bahn am Döppersberg? Archivfoto: Andreas Fischer
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Wer wird künftiger Eigentümer des markanten Empfangsgebäudes der Bahn am Döppersberg? 

In der Auswahljury sitzt auch die Stadt Wuppertal. Die Ansage lautet: keine weiteren Billigläden.

Von Daniel Neukirchen und Andreas Boller

Wuppertal. Die Deutsche Bahn will noch im Sommer dieses Jahres einen Käufer für das historische Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs und die Nebengebäude gefunden haben. Derzeit sei man mit mehreren Investoren in Gesprächen, teilte die Bahn mit. „In Absprache mit der Stadt gab es eine Vorauswahl an Investoren“, sagt Bahnsprecher Stefan Deffner.

Wenn im Sommer der Käufer ausgewählt wird, darf die Stadt Wuppertal mitreden. Sie hat einen Sitz in der Auswahljury. Oberbürgermeister Andreas Mucke: „Wir brauchen eine Lösung, die zum historischen Gebäude passt. Keine Billig-Bäckerei.“ Auf keinen Fall solle der Döppersberg mit weiteren Discount-Geschäften bestückt werden.

153 Millionen Euro Umbaukosten – 91 Millionen kamen über die Stadt

Aber hat die Stadt ein Veto-Recht? Mucke formuliert es so: „Das Gebäude gehört der Bahn, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie keine Rücksicht auf unsere Belange nimmt. Das ist unser Döppersberg.“ Nach vorläufigen Berechnungen hat der Umbaus des Döppersbergs 153,5 Millionen Euro gekostet, davon erhielt die Stadt Zuschüsse in Höhe von 65 Millionen Euro. 26 Millionen Euro hat die Stadt aus eigener Kasse allein für die Bahnhofs-Mall verbaut.

Mucke stellt sich im Erdgeschoss des stark sanierungsbedürftigen Empfangsgebäudes eine Nutzung vor, die den oberen Platz belebt und Tag und Nacht eine soziale Kontrolle gewährleistet. „Ich wünsche mir Gastronomie an dieser Stelle. Und damit meine ich kein Schnellrestaurant.“ Der Platz gewinne an Wichtigkeit, weil die Stadt die ehemalige Bahndirektion als drittes Rathaus nutzen will und ab Ende 2022 mehr Publikumsverkehr vor Ort zu erwarten ist.

Laut Bahn gibt es Interessenten mit lokalem Bezug

Die Zukunft des Bahngebäudes steht und fällt mit den Plänen des Geldgebers. Unter den Interessenten sollen laut Bahn „Investoren mit lokalem Bezug“ sein. Laut Bahn haben die Interessenten „allesamt vielfältige Erfahrungen mit denkmalgeschützten Gebäuden“. Das Investorenauswahlverfahren liegt in den Händen der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW (BEG).

Das Bahnhofs-Empfangsgebäude hat die Erneuerung am Döppersberg nicht mitgemacht. Im Juli 2018 einigte sich Andreas Mucke mit der Deutschen Bahn darauf, dass Letztere einen Investor für den Bahnhof sucht oder das Gebäude saniert. Auf einen späteren Investor wartet viel Arbeit, denn das Gebäude müsste entkernt werden.

GEBÄUDE

EMPFANGSGEBÄUDE Das 1849 fertiggestellte Empfangsgebäude ist einer der ältesten Großstadt-Bahnhöfe Deutschlands. Die Gesamtfläche beträgt 1650 Quadratmeter – ohne Dachgeschoss und Keller. Derzeit befinden sich dort unter anderem das Fundbüro der Bahn, der Versteigerungsraum, einige Bahn-Büros, die Bundespolizei und die Bahnhofsmission. Das Innere des Gebäudes ist stark sanierungsbedürftig.

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