Wasserstoffantrieb

AWG: Projekt auf der Kippe

Wuppertal. Aus den Abfällen der Bürger wird im AWG-Müllheizkraft nicht nur Strom und Fernwärme erzeugt, sondern die anfallende Energie zur Produktion von Wasserstoff verwendet.

Wasserstoff, mit dem Busse der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) angetrieben werden. Diese haben zurzeit zehn Brennstoffzellenbusse im Einsatz, zehn weitere sollen in diesem Jahr folgen.

Die Wasserstofferzeugung erfolgt auf Korzert, wo die Busse betankt werden, bevor sie nahezu emissionsfrei im Öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden. Dieses Modell hat für großes Aufsehen gesorgt, zwei Drittel aller Anlagenbetreiber in Deutschland beschäftigen sich konkret mit vergleichbaren Plänen.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Manfred Todtenhausen zeigt sich besorgt um die Zukunft des Wuppertaler Modells. Anlass der Sorge ist das geplante Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quotem mit dem die Emissionen von Treibhausgasen im Verkehr reduziert werden sollen. „Die Bundesregierung und allen voran Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wollen in Müllheizkraftwerken produzierten Wasserstoff nicht mehr als emissionsarm anerkennen. Das würde das Ende des Wuppertaler Wasserstoffprojekts bedeuten und die WSW müssten andere Technologien suchen, um ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren.“ Bei Bussen und anderen Nutzfahrzeugen sei man sich aber einig, dass Wasserstoff die beste Lösung ist. Diese Erkenntnis setze die Bundesregierung in ihrem Gesetzesvorhaben nicht um.

Todtenhausen hofft, dass Union und SPD in der weiteren Beratungen der Bundesregierung widersprechen und dem Vorschlag des Bundesrates folgen, der dazu aufgefordert hat, den in Müllverbrennungsanlagen produzierten Wasserstoff auch zukünftig als emissionsarm anzuerkennen. -ab-

AWG-Geschäftsführer Conrad Tschersich erwartet die Entscheidung innerhalb von zwei Wochen. „Im Moment bin ich verhalten optimistisch, dass wir das Projekt wie geplant ausbauen können“, so Tschersich. Sollte die Entscheidung negativ für die AWG ausfallen, verliere das Projekt seinen Modellcharakter.

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