Kooperation

Auszeichnung für Erhalt der Artenvielfalt

Karsten Dufft (2.v.r.), der für den Deutschen Olympischen Sportbund in der UN-Dekade-Jury saß, übergab den Preis gestern im Klärwerk Kohlfurth an Mitarbeiter des Wupperverbands und Vertreter der Biologischen Stationen. Foto: Roland Keusch
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Karsten Dufft (2.v.r.), der für den Deutschen Olympischen Sportbund in der UN-Dekade-Jury saß, übergab den Preis am Dienstag im Klärwerk Kohlfurth an Mitarbeiter des Wupperverbands und Vertreter der Biologischen Stationen. 

Die Kooperation von Biologischen Stationen und Wupperverband leistet seit 2013 wertvolle Beiträge.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Dass die Auszeichnung „Biologische Vielfalt“ durch die UN-Dekade der Vereinten Nationen an sechs Biologische Stationen und den Wupperverband im Klärwerk Kohlfurth stattfand, war kein Zufall. Denn just an diesem Ort wurde das von diesen Partnern gegründete Netzwerk im Beisein des damaligen Umweltministers NRW offiziell besiegelt und nahm seine Arbeit auf. Nun wurde die Arbeit des 2013 entstandenen Verbunds in einer Feierstunde geehrt.

Neben Urkunden und Auszeichnungsschild gab es einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für Naturvielfalt steht. Die Biologischen Stationen Ennepe-Ruhr-Kreis, Mittlere Wupper, Rhein-Berg, Oberberg sowie die NABU Naturschutzstation Leverkusen-Köln und, später dazugekommen, das Naturschutzzentrum Märkischer Kreis bündeln als klassische Vertreter für Natur- und Umweltschutz ihre Kompetenzen gemeinsam mit dem technisch-wasserwirtschaftlichen Wissen des Wupperverbandes.

Entstanden sind in dieser engen Kooperation mehrere richtungsweisende Projekte, die Strahlkraft über die Region „und vielleicht sogar über Landesgrenzen“ hinaus haben, wie Laudator Prof. Dr. Ernst-Andreas Ziegler von der Junior-Uni Wuppertal sagte. In der Feierstunde fand nicht nur er anerkennende Lobesworte für die Aktivitäten des Netzwerkes. Auch Karsten Dufft, der für den Deutschen Olympischen Sportbund in der UN-Dekade-Jury saß, zeigte sich beeindruckt von der Arbeit der Kooperationspartner.

Prof. Dr. Ernst-Andreas Ziegler verbeugte sich verbal vor dem Tun des mit 355 981 Euro geförderten Netzwerkes. „Mit Ihrem konkreten Tun ackern Sie auf verschiedenen Ebenen“, sagte er. „Einerseits vermehren Ihre Projekte stetig das Bewusstsein in der Gesellschaft, dass Umweltschutz und Artenschutz unabdingbar für menschliches Überleben ist. Außerdem weisen Sie buchstäblich sehenswerte Ergebnisse vor.“

Dr. Jan Boomers als Sprecher des ausgezeichneten Verbunds griff in seinen Erläuterungen zu den Gemeinschaftsprojekten den Standort der Feierstunde wieder auf: das Klärwerk. „Eigentlich ein technischer Betrieb und dennoch mit großen Potenzialen, Artenschutz-Maßnahmen zu installieren“ sagte er. Nach einem „Öko-Check“ der Anlage wurden, wie auch in anderen Klärwerken des Netzwerkes, zum Beispiel Blumenwiesen für Insekten angelegt, Obstbäume gepflegt, Nistkästen für Vögel angebracht oder Sommerquartiere für Fledermäuse realisiert. „Da Klärwerke von der Öffentlichkeit abgeschnittene Gebiete sind, waren diese Maßnahmen recht leicht umzusetzen“, so Boomers.

Hilfe für Insekten, Amphibien und das Wupper-Habitat

Speziell in der Kohlfurth gibt es von Klärwerks-Mitarbeitern entwickelte „Amphibienleitern“, die die Flucht von versehentlich in den Zulauf geratenen Tieren nun ermöglicht. Etliche Molche, Lurche oder Erdkröten seien zuvor sonst dem sicheren Tod in der technischen Anlage geweiht gewesen. Aber auch andere Projekte waren berichtenswert. Etwa dass an der Hauptverwaltung des Wupperverbandes nunmehr ein großes Insektenhotel Wildbienen Unterschlupf bietet, dass im Umfeld der Großen Dhünn-Talsperre an Vorsperren und Tümpeln Gehölze und standortfremde Fichten entfernt und den Biotopen damit Raum und Licht zurückgegeben wurden.

Oder die Untersuchung, ob sich die Kerspe-Talsperre als Rückzugsort für den vom amerikanischen Signalkrebs in der Wupper verdrängten heimischen Edelkrebs eignen könnte. Mit der Einführung des sogenannten Wupperführerscheins für Kanuten zog das Netzwerk besondere Aufmerksamkeit der Jury auf sich: „Mit dieser Lösung, die breite Zustimmung in der Bevölkerung gefunden hat, gelingt ein respektvolles Miteinander von Mensch, Flora und Fauna im FFH-Gebiet Mittlere Wupper“, betonte Dr. Jan Boomers.

UN-DEKADE

HINTERGRUND Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum 2011 bis 2020 zur „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgerufen. Damit wollen sie dem weltweiten Rückgang der Artenvielfalt entgegenwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in unserer Gesellschaft für den Wert der Biodiversität ist eine Voraussetzung dafür. Mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte soll der Blick auf den Wert der Naturvielfalt gelenkt werden, zugleich sollen exemplarische Maßnahmen vorgestellt werden.

www.undekade-biologischevielfalt.de

Achtmal im Jahr werden Qualifizierungskurse angeboten, die künftige Kanuten für die Bedürfnisse des Habitats schulen. Ein Aspekt, den Jury-Mitglied Karsten Dufft vom Olympischen Sportbund spürbar besonders beeindruckt hatte. Schließlich leite er eine Abteilung, die Sport und Natur gerne in Einklang bringen will und nicht gegeneinander ausspielen möchte, betonte er.

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