Altbau an der Simonsstraße

Aus Ex-Schrottimmobilie wird Trend-Objekt

Das Wohnhaus mit der rötlichen Fassade an der Simonsstraße hat baulich eine wechselvolle Geschichte hinter sich.
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Das Wohnhaus mit der rötlichen Fassade an der Simonsstraße hat baulich eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

Besitzer des Wohnhauses an der Simonsstraße in Wuppertal-Arrenberg sind voller Elan.

Von Bernhard Romanowski

Wuppertal. „Außen hui – innen pfui“, war jahrelang eine ziemlich zutreffende Beschreibung für das Wohnhaus mit der Nummer 45 an der Arrenberger Simonsstraße. Eigentlich ein schmucker Altbau, hat die Immobilie in der Vergangenheit für viel Unmut und auch ein gewisses Gefahrenpotenzial gesorgt. Umso erfreuter waren Stadt, Bezirksvertretung und Anwohner der Straße, dass sich die Brüder Brandt des Hauses angenommen haben.

Die ehemalige Schrottimmobilie wird gerade auf Vordermann gebracht. Die Brüder Guido und Andreas Brandt, Malermeister aus Wuppertal, hatten den Bau 2018 in einer Zwangsversteigerung erworben und arbeiten an dem Objekt, und zwar neben ihrem normalen Job. Das Ziel: Studentenwohnungen und Apartments, zum Beispiel für Handwerker, sollen dort entstehen. Es werden um die zehn Einheiten, teilweise WG-tauglich, kündigte Guido Brandt seinerzeit an. „Wir sind mittendrin. Wenn alles gut klappt, wollen wir Ende 2023 in die Vermietung damit gehen“, sagt Guido Brandt nun auf Nachfrage. Beispielsweise wurde das marode Dach gerichtet, die Fassaden nach hinten raus wurden winterfest gemacht.

Seinerzeit musste das THWdas Dach des Hauses sichern

„Die größeren Sachen sind erledigt. Jetzt sind wir dabei, die Wohnungen einzuteilen. Insgesamt waren das umfangreiche Arbeiten, was dafür sorgt, dass sich so ein Projekt zieht“, berichtet Guido Brandt weiter. Die Frontfassade zur Straße hin gehen die Brandts erst später an. Sie steht unter Denkmalschutz. Dazu sind die Brüder im Austausch mit dem zuständigen Amt der Stadt. „Dass wir mittlerweile schon im dritten Jahr der Sanierung sind, ist für uns keine Überraschung. Wir haben schon einige solcher Projekte erfolgreich durchgeführt. Wir haben uns schon gut überlegt, was wir hier tun“, betont Guido Brandt.

Die Stadt zeigte sich seinerzeit froh, dass eine Schrottimmobilie von der immer noch umfangreichen Liste Wuppertals gestrichen werden konnte, nachdem die Brandts das Arrenberger Gebäude erworben und von ihren Plänen berichtet hatten. Die neuen Bewohner, zum Beispiel eben Studenten, würden sich am Arrenberg wohl fühlen, ist Brandt immer noch überzeugt. Die Gegend rund um das Haus 45 habe einen besonderen Charme und gewinne zusehends an Anziehungskraft.

Froh über die Sanierung und dass ihr Bezirk bald eine Schrottimmobilie weniger hat war 2020 auch die damalige Bezirksbürgermeisterin Gabriele Mahnert (Grüne). Immer wieder hätten sie Leute auf die Simonsstraße 45 angesprochen, „weil von außen halt nicht so viel zu sehen ist“. Die einstige Schrottimmobilie hat auch die Wuppertaler Verwaltung lange auf Trab gehalten. Mehr als zehn Jahre hatte das Mehrfamilienhaus leer gestanden.

Der Bürgersteig vor dem Haus war abgesperrt worden und hatte sich zwischenzeitlich zu einem unansehnlichen Garten entwickelt, in dem die Stauden bis zu zwei Meter in die Höhe gewachsen waren. „Der Bewuchs war allerdings zwischenzeitlich auf Initiative der Anwohner verschwunden“, wie damals in der Westdeutschen Zeitung zu lesen war.

Vom „Mahnmal am Arrenberg“ war die Rede

Ganz arge Sorgen bereitete das Dach des Hauses. Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) mussten 2016 die Konstruktion sichern, weil sie für die Passanten eine Gefahr darstellte. Vom „Mahnmal am Arrenberg“ war damals die Rede. Hinter der Fassade gammelten und verrotteten das Treppenhaus und die Wohnungen vor sich hin.

Der damalige Eigentümer soll sich wenig kooperativ gezeigt haben, hieß es immer wieder aus dem Rathaus, aber auch aus der Nachbarschaft. Das Gebäude rangierte zeitweise unter den Top 10 der Wuppertaler Schrottimmobilien, bis 2018 die Zwangsversteigerung anstand und die Brüder Brandt einschritten.

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