Beschwerden über Einschränkungen

Aufzug fährt nur für Reisende mit Attest

Diese Mitarbeiter führen Reisende sicher durch die Baustelle. Mit anderen Kollegen gab es am Aufzug Diskussionen. Foto: Andreas Fischer
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Diese Mitarbeiter führen Reisende sicher durch die Baustelle. Mit anderen Kollegen gab es am Aufzug Diskussionen.

Fahrstühle sollen Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist, helfen, Barrieren zu überwinden.

Von Sebastian Appianing

Wuppertal. Am Wuppertaler Hauptbahnhof war das in den vergangenen Tagen nicht immer möglich. Dort verweigerte das Sicherheitspersonal Reisenden den Zutritt zum Fahrstuhl, der zu Gleis 4/5 führt. Einer der Leidtragenden ist Andreas Krüger (53), der täglich in Wuppertal mit der Bahn unterwegs ist und seit der Sanierung der Unterführung im Hauptbahnhof vor großen Problemen steht.

Die Deutsche Bahn hatte im Zuge der Modernisierungsarbeiten Einschränkungen angekündigt. So sei der Bahnsteig zu Gleis 4/5 während der ersten Bauphase nur über den Südsteig erreichbar. Das Unternehmen wollte zusätzliches Personal einsetzen, das die Pendler durch die Baustelle leitet. Ein Teil des Personals steht jetzt vor den Aufzügen und reguliert deren Nutzung.

Mitarbeiter vor Ort versichern, dass „es klare Vorgaben gibt und diese besagen, dass nur ältere Menschen und Kranke, die sichtbare Beeinträchtigungen haben, durchgelassen werden dürfen“. Jeder, der sonst den Fahrstuhl nutzen möchte, benötige ein medizinisches Attest.

In der Pressestelle der Bahn zeigt man sich von solchen Aussagen überrascht: „Grundsätzlich kann jeder Reisende weiterhin den Fahrstuhl nutzen, es gibt keinerlei Nutzungsbeschränkung. Wir wollten die Fahrstühle lediglich den mobilitätseingeschränkten Reisenden zur Verfügung stellen und darauf achten, dass gesunde Menschen, die die Fahrstühle nicht benötigen, diese nicht unnötigerweise blockieren. Leider sind da einige Mitarbeiter über das Ziel hinausgeschossen.“ Man wolle das Personal vor Ort nochmals sensibilisieren. Angekommen war diese Vorgabe am Donnerstag noch nicht. Die Folge: Andreas Krüger wird erneut daran gehindert, den Fahrstuhl zu nutzen. Erst als eine weitere Bahn-Mitarbeiterin einschreitet, wird Krüger die Erlaubnis zur Nutzung erteilt. Er kann das Verhalten nicht verstehen. Der Weg zu den Gleisen über den Südsteig sei beschwerlich – immer sind Treppenstufen zu steigen, was mit seiner Verletzung schmerzhaft sei.

Auf erneute Nachfrage antwortet die Bahn: Die Mitarbeiter sollen in Zukunft deeskalierend handeln, außerdem wolle man „Schilder anbringen, die darauf hinweisen, dass die Fahrstühle vorrangig für mobilitätseingeschränkte Menschen zur Verfügung stehen – natürlich ohne Attest“.

Axel Sindram, stellvertretender Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, zeigt sich wenig erstaunt. Die fußläufige Erschließung des Wuppertaler Hauptbahnhofes sei „defizitär.“

Bauarbeiten im Bahnhof

Die Deutsche Bahn hat Anfang des Monats mit den Modernisierungsarbeiten in der Personenunterführung des Wuppertaler Hauptbahnhofs begonnen. Die Unterführung soll farblich an das Design der Bahnhofs-Mall angepasst werden. Ergänzt werde das neue Design durch einen hellen Bodenbelag mit einem Blindenleitstreifen. Die Bahn investiert nach eigenen Angaben rund 400 000 Euro in die Arbeiten, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen.

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