Auf den Spuren des Kriminalfalls Ötzi

Kurator Rick Springer am „Tatort“ im Neanderthal-Museum. Neben spannenden Exponaten gibt es auch ein Quiz. Foto: Stephan Köhlen
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Kurator Rick Springer am „Tatort“ im Neanderthal-Museum. Neben spannenden Exponaten gibt es auch ein Quiz.

Neanderthal-Museum erzählt die Geschichte der Gletschermumie neu

Von Valeska von Dolega

Mettmann Er ist Medienstar und einer der berühmtesten Zeitreisenden: Ötzi. In der neuen Ausstellung dokumentiert das Neanderthal-Museum die Gletschermumie aus der Kupferzeit. Nicht nur anhand seiner Bekleidung und Ausrüstung, die erhalten geblieben sind und Wissensschätze preisgegeben haben. „Ötzi, Tatort in den Alpen“ ist quasi wie ein Krimi inszeniert.

Unter anderem können die Besucher miträtseln, wie der Mann vom Tisenjoch ums Leben kam. Den „Iceman“ als spannenden Fall zu erzählen, „ergab sich eigentlich von allein“, sagt Kurator Rick Springer. „Der Mann wurde erschossen. Und zwar mit einer Pfeilspitze“, das ist wissenschaftlich erforscht und belegt. „Aber er hatte beispielsweise ein Kupferbeil bei sich“, ein Accessoire, das überaus wertvoll war. „Warum hat der Mörder das Kupferbeil nicht mitgenommen?“

Kannte Ötzi den Täter? Eine App lädt zum Ermitteln ein

Das wiederum lässt den kriminalistischen Schluss zu, Mörder und Opfer könnten einen persönlichen Bezug vor der tödlichen Begegnung zueinander gehabt haben. Wer übte hier Rache? Die Schau setzt sich in einer gekonnten wissenschaftlichen, historischen und unterhaltsamen Mischung mit den Exponaten auseinander. Und natürlich gibt es auch nach bester „Wer war’s“-Manier eine Auflösung als „wissenschaftlichen Stand der Dinge“. Denn weil im Gletschereis sein Leichnam die Zeit überdauerte, bringt das Mordopfer alles mit, was für Spannung sorgt.

„Streng genommen ist es eine Neuauflage“, sagt Springer über die Eigenproduktion des Museums, die bereits in vielen deutschen Museen erfolgreich gelaufen ist und „jetzt upgedatet und aufgehübscht“ zu erleben ist. So ist mittlerweile viel über den medizinischen Zustand des Eismanns vom abgebrochenen Zeh bis hin zu einem kariösen Gebiss bekannt. „Und Ötzi ist tätowiert“, kennt Rick Springer weitere spannende Details. Offensichtlich aber nicht aus dekorativen Grund. „Die Striche und Kreuze sind an Stellen seines Körpers, die offensichtlich hoher Belastung ausgesetzt waren.“ Und das ließe den Rückschluss zu, hierbei handele es sich um Punkte zur Akupunktur – aus therapeutischem Zweck. Viele Details also ergeben die Geschichte Ötzis. Dazu können Besucher einfach so ihren Weg durch die Sonderausstellung nehmen und Wissenswertes entdecken. Per App gibt es auch ein Quiz. „Das ist ein Format wie eine Schnitzeljagd“, weiß Springer.

Dabei gilt es, gewisse Antworten anhand der Ausstellung zu geben, es müssen Beweisstücke gesichtet werden und auch Wissen wird geprüft. Das digitale Angebot soll „weiter ausgebaut“ werden, Multimediales und Spielerisches findet gute Resonanz. Auf der Homepage ist außerdem das Begleitprogramm rund um den Eismann, der vor etwa 5300 Jahren in den Ötztaler Alpen sein Leben ließ, verzeichnet.

Das Kartenkontingent ist noch beschränkt, der Verkauf findet online statt:

e-shop.neanderthal.de/de

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