Schloss Burg

Auch ohne Seilbahn kommen Touristen

Die Burger Seilbahn darf wegen der Corona-Einschränkungen nicht laufen. Fotos: Christian Beier
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Die Burger Seilbahn darf wegen der Corona-Einschränkungen nicht laufen. Fotos: Christian Beier

Menschen fluten trotz des Lockdowns Burg und Schlossgelände.

Von Philipp Müller

Samstag und Sonntag lädt das Wetter geradezu dazu ein, einen Spaziergang oder Ausflug zu machen. Auch Burg wird wieder davon profitieren. Schon am vergangenen Wochenende war es besonders auf der Verbindungsstraße und dem Wanderweg von Unter- nach Oberburg teilweise drangvoll eng. Die Stadt Solingen reagiert und appelliert ab sofort mit Hinweisschildern an die Touristen, in den engen Gassen die Mund-Nase-Maske zu tragen.

Entlastung im Pendelverkehr könnte eigentlich die Seilbahn bieten. Doch die darf seit dem 2. November nicht mehr fahren. Betreiber Stefan Irlenbusch ärgert das, denn zu dieser Jahreszeit bietet er den Fahrdienst sonst am Wochenende an.

Doch die Corona-Schutzverordnung macht ihm da einen Strich durch die Rechnung. Nach Rückfrage bei der Stadt Solingen habe ihm Rechtsdezernent Jan Welzel (CDU) schriftlich mitgeteilt, die Seilbahn falle unter die zu schließenden Angebote von „Ausflugsfahrten mit Schiffen, Kutschen, historischen Eisenbahnen und ähnlichen Einrichtungen“. Er bedaure das, aber das gelte bis zum 30. November.

Die Stadt belässt es in Sachen Mund-Nase-Schutz bei einem Hinweis an die Besucher des historischen Stadtteils. Eine Maskenpflicht für einzelne Wanderwege über spezielle Allgemeinverfügungen anzuordnen, sei wenig sinnvoll und voraussichtlich kaum durchführbar, erklärt Stadtsprecher Lutz Peters.

Auch die Gastronomie lebt von den vielen Herbst-Touristen: Heiko Kahlenberg vom Café „Alte Kunst“ in Unterburg bietet Waffeln außer Haus an.

Er erläutert: „Wie das Düsseldorfer Beispiel zeigt, kann die Maskenpflicht auch nicht schrankenlos angeordnet werden. Da landet man schnell in der Unverhältnismäßigkeit.“ Das Verwaltungsgericht hatte eine stadtweite Maskenpflicht für rechtswidrig erklärt.

„Der schmale Pfad von und zur Burg war überfüllt.“
Peter Harbecke, Wanderer

So bleibt es bei den Hinweisen, die in Unterburg mit Beginn des Steinwegs aufgehängt werden. Über die Schlossbergstraße und den Schlossplatz erreicht man Oberburg und schließlich auch das Schlossgelände. Auch dort gelte, betont Stadtsprecher Peters, dass „zu allen anderen Personen grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten“ sei. Gehe das nicht, solle die Maske getragen werden.

Dass es auch heute und morgen wieder voll wird, glaubt Seilbahnbetreiber Irlenbusch. Es sei schon immer so, dass die Touristen sich nicht alle ausschließlich für einen Besuch des Schlosses nach Burg aufmachen würden. Irlenbusch teilt die Beobachtung von Peter Harbecke aus der Vorwoche. Der passionierte Wanderer und Vorsitzende des Vereins „Wir in der Hasseldelle“ hatte sich vom Anblick überrascht gezeigt: „Der schmale Pfad von und zur Burg war überfüllt.“ Alle Parkplätze von Unterburg bis Höhrath seien überbelegt gewesen. „Die Besucher kamen von überall her.“

Stadtsprecher Peters, der auch für das Tourismus-Marketing verantwortlich ist, wundert das nicht. Das sei bestimmt auch ein Teilerfolg der Werbekampagne „Entdecke Solingen“ im Sommer für die Tagestouristen aus der Region. Gezielt in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern herum sei auch mit Großplakaten für einen Besuch geworben worden. Harbecke hatte bei der Stadt nachgefragt, ob der Wanderexpress nicht Abhilfe schaffen könne. Peters erklärt, die Buslinie sei ein saisonales Angebot bis zum 25. Oktober gewesen, das startet wieder am 28. März 2021.

Hintergrund

Wahrzeichen des Bergischen Landes: Die im späten 19. Jahrhundert rekonstruierte Anlage Schloss Burg hoch über der Wupper war seit dem 12. Jahrhundert die Stammburg der Grafen und späteren Herzöge von Berg. Heute ist Schloss Burg Museum, Veranstaltungsort und Gedenkstätte. Eigentümer der Burganlage sind die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal. Der Schlossburgverein Burg an der Wupper ist der Betreiber.

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