Studium

Asta kritisiert Präsenzprüfungen an der Uni

Dass an der Uni Prüfungen in Präsenz abgelegt werden, findet der Asta unverantwortlich. Foto: BUW
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Dass an der Uni Prüfungen in Präsenz abgelegt werden, findet der Asta unverantwortlich.

Studierende fühlen sich auf den Wegen zu den Klausuren und in den Sälen nicht ausreichend geschützt.

Von Miriam Karout

Wuppertal. Es ist Klausurphase an der Bergischen Universität und das bedeutet, dass manche Studierende trotz Lockdowns aktuell eine Klausur ablegen müssen – teils in Präsenz. Das sorgt für heftige Kritik des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta), der sich „deutlich gegen weiterhin geplante Klausuren, die vor Ort geschrieben werden sollen“ ausspricht. „Wir empfinden es als unzumutbar, unseren Studierenden vor allem den Risiken der Anreise auszusetzen“, heißt es vom Asta.

Soufian Goudi studiert Politik- und Wirtschaftswissenschaften im Kombi-Bachelor. Er ist SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung Elberfeld und Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Bergischen Uni Wuppertal. Am Mittwoch schreibt er seine erste Präsenzklausur im Lockdown. Er erklärt das Konzept: Die Universität verteile die Klausuren auf sämtliche Klausursäle, die Uni-Halle wie auch die Räumlichkeiten des Theaters und des Konzerthauses in Solingen. „Vor der Klausur muss man draußen warten, dann geht man zum Sitzplatz. Man bekommt mindestens fünf Tage vor der Klausur einen Sitzplatz und Klausurraum zugewiesen, per E-Mail“, erklärt der 23-Jährige. Es müsse durchgehend eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden.

So steht es auch im Leitfaden und Hygienekonzept für die Durchführung von schriftlichen Präsenzklausuren der Bergischen Universität vom 4. Februar. Aufsichten sollten eine medizinische Maske tragen, insbesondere wenn ein Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, heißt es.

Die Studierendenschaft kritisiere die geringen Auflagen bei den Masken, sagt Goudi. Überall sonst müsse doch eine medizinische Maske getragen werden. Er meint, die Uni als Veranstalter sei dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass FFP2-Masken in ausreichendem Maße vorhanden seien – oder zumindest medizinische Masken.

Die Uni hat dahingehend inzwischen eingelenkt. Marylen Reschop von der Pressestelle der Uni erklärt, dass es eine Absprache mit den Studierenden aus den Gremien gegeben habe. „Wir bitten alle darum, mindestens eine medizinische Maske zu tragen. Für Notfälle werden solche direkt vor der Prüfung ausgegeben“, so Reschop: „Weil die technische Lüftung der Prüfungsräume die Ansammlung von Aerosolen verhindert, ist dies als Gesundheitsschutz ausreichend.“

Das weitergehende Problem ist aber nicht das Hygienekonzept während der Prüfung. „Vorher sitze ich im Bus, warte auf engen Gängen vor den Räumen, bei der Ausweiskontrolle kann man den Abstand auch nicht einhalten“, sagt der Asta-Vorsitzende. Deshalb habe die Studierendenschaft eine Petition initiiert, die bei rund 2600 Studierenden Anklang gefunden hat – das sind etwas mehr als zehn Prozent der Studierenden. Der Asta und die Unterzeichner fordern, dass die Uni gänzlich auf Präsenzklausuren verzichtet. Das sei bisher von Studienfach zu Studienfach unterschiedlich.

Marylen Reschop von der Pressestelle der Uni erklärt: „Es finden weniger als 25 Prozent unserer Prüfungen in Präsenz statt.“ In manchen Fächern sei es einfach nicht möglich, die Klausur mündlich in einem Video-Chat oder als Online-Klausur abzuhalten. Da alle Prüfungsversuche laut Marylen Reschop Freiversuche sind, könnte Goudi seine Prüfung am Mittwoch sogar auslassen. Freiversuch bedeutet, dass ein Nichtbestehen gehandhabt wird, als habe die Prüfung nicht stattgefunden. „In vielen Fällen gibt es noch ein zweites Prüfungsangebot zur selben Veranstaltung vor dem Start des Sommersemesters“, so Reschop. Nicht aber für Goudi. Er müsste bis zum nächsten Jahr warten. Aber die Universität versichert, in jedem Falle gelte: „Wer das Prüfungsangebot jetzt nicht wahrnimmt, wird in seinem Studium nicht aufgehalten, muss die Prüfung aber dann später noch erbringen.“

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