Fortschritt bei den Ergebnissen

Artes: Impfstoff auf Hefe-Basis im zweiten Quartal

+
In der Pandemie arbeiten Forscher weltweit an Impfstoffen gegen das Coronavirus.

Die Langenfelder Biotechnologie-Firma forscht seit März an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.

Von Stephan Meisel

Langenfeld. In der Pandemie arbeiten Forscher weltweit an Impfstoffen gegen das Coronavirus. Die in Langenfeld ansässige Artes Biotechnology GmbH ist nach eigenen Angaben jetzt einen großen Schritt vorangekommen.

„Seit März arbeiten wir auf der Grundlage von Hefezellen an der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffes“, berichtete Artes-Chef Dr. Michael Piontek (60). „Und wir haben unsere Ergebnisse jetzt an zwei asiatische Impfstoffhersteller übergeben, die die weiteren Schritte zur Herstellung und Zulassung übernehmen.“ Er gehe davon aus, dass die Produktion im zweiten Halbjahr 2021 starten könne. Das Prinzip dieser Forschungsergebnisse in den Artes-Labors in Langenfeld erläutert der Biologe so: „Wir verändern Hefezellen genetisch so, dass sie ein Protein der Virushülle herstellen. Im Fall von Covid-19 sind das Teile des so genannten Stachelproteins, die sich dann zu leeren Virushüllen zusammenfinden.“ Diese Virusattrappen seien nicht infektiös und absolut sicher. „Sie lösen durch die präsentierten Covid-19-Proteine eine Immunantwort aus.“

Dasselbe Prinzip habe das seit 2007 in Langenfeld ansässige Unternehmen in der Vergangenheit erfolgreich bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Infektionen mit Hepatitis B angewendet, sagt Piontek.

Artes ist ein reines Forschungs- und Entwicklungsunternehmen „Entsprechende Produkte werden von unseren Lizenznehmern hergestellt und verkauft.“ So werde es auch bei dem nun entwickelten Corona-Impfstoff sein. Artes mit seinen aktuell 25 naturwissenschaftlichen Mitarbeitern sei ein reines Forschungs- und Entwicklungsunternehmen, betont der 60-Jährige. „Die von uns entwickelten Produkte werden an Pharma- und Impfstoffunternehmen weltweit auslizensiert, von diesen produziert und in den Markt gebracht. Übertragen auf die Automobilbranche bauen wir also quasi die Fließbänder, auf denen Volkswagen dann seine Autos produziert.“ Nähere Informationen zu den asiatischen Partnern wollte Piontek zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht geben.

Piontek zufolge wird die Herstellung der von Artes entwickelten Partikel in Hefe in den benötigten großen Mengen und mit sehr geringen Kosten möglich sein. „Die aktuell im Markt befindlichen Produkte werden für weniger als einen Euro Herstellungskosten pro Dosis hergestellt.“ So werde es auch bei dem Corona-Impfstoff der Fall sein, der im Gegensatz zu den aktuell in Deutschland von Biontech (Mainz) und Curevac (Tübingen) mit Forschungsgeldern vorangetriebenen RNA-Impfstoffen nicht tiefgekühlt werden muss.

Piontek: „Der von uns entwickelte Impfstoff kann bei zwei bis acht Grad Celsius gelagert und verteilt werden. Zusammen mit dem sehr günstigen Herstellungspreis ist dieser Vorteil vor allem für Schwellenländer und für die Verteilung in entlegenen Regionen wichtig.“

Im nächsten Schritt bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs wird Artes Biotechnology GmbH die Sicherheit und Wirksamkeit des Stoffes in Tierversuchen bei Partnerunternehmen testen lassen.

Hintergrund

Firma: Die 2002 vom Biologen Dr. Michael Piontek (60) gegründete Artes Biotechnology GmbH ist seit 2007 in Langenfeld ansässig. Aktuell beschäftigt sind 25 Mitarbeiter.

Lizensierung: Die Firma Artes ist ein reines Forschungs- und Entwicklungsunternehmen. Die in Langenfeld entwickelten Produkte werden an Pharma- und Impfstoffunternehmen weltweit auslizensiert, von diesen produziert und vermarktet.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Laubenbrand: Toter war der Besitzer
Laubenbrand: Toter war der Besitzer
Laubenbrand: Toter war der Besitzer
Wuppertal hat noch Hoffnung auf Feste 2021
Wuppertal hat noch Hoffnung auf Feste 2021
Wuppertal hat noch Hoffnung auf Feste 2021
Brandstifter in Ronsdorf in Tatortnähe aufgegriffen
Brandstifter in Ronsdorf in Tatortnähe aufgegriffen
Brandstifter in Ronsdorf in Tatortnähe aufgegriffen

Kommentare