Osterholz

Anwohner und Naturschützer kämpfen für Erhalt des Waldstücks

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CDU-Vorsitzender Matthias Nocke (r.) und einer der Waldbesetzer im Osterholz begegneten einander an einer der Barrieren aus Geäst.

WUPPERTAL Beim CDU-Ortstermin im Osterholz in Wuppertal ging es um die Fällung von 1000 Bäumen.

Von Claudia Kasemann

Über den Baumwipfeln im Osterholz knattert der Hubschrauber, einige Teilnehmer beim Ortstermin der CDU zum Thema Waldrodung recken die Köpfe. Überraschend wäre der Einsatz nicht nach den jüngsten Berichten über Waldbesetzungen im Osterholz und vermummte Aktivisten, die sagen: „Der Wald bleibt, oder wir werden von der Polizei rausgetragen.“

Willkommen in Wuppertals Hambacher Forst: Ganz lässt sich die Situation im Naherholungsgebiet an der Stadtgrenze zwar nicht übertragen, doch die Stimmung ist angespannt im Wuppertaler Westen. Dort setzen sich Anwohner und Naturschützer seit Wochen für den Erhalt eines rund fünf Hektar umfassenden Waldstücks im Besitz und in Nachbarschaft zum Abbaugebiet der Kalkwerke Oetelshofen ein: Das Unternehmen plant die Erweiterung seiner Abraumhalde, wofür der Wald weichen soll, und etwa 30 Personen sind der Einladung der CDU-Fraktion gefolgt, um sich vor Ort über die geplanten Fällungen zu informieren. Und einen Blick zu werfen auf die jüngst errichteten Barrieren und Baumhäuser.

„Wir werden das Planfeststellungsverfahren aufmerksam verfolgen“, sagt der CDU-Vorsitzende Matthias Nocke zu den Bürgern – denn die Stadt wird dabei nur angehört.

Initiative „Osterholz bleibt“: Sympathie für die Waldbesetzer

Geschätzte 1000 Bäume seien betroffen, sagt Till Iseke vom Unternehmen, „die meisten im Alter zwischen 40 und 70 Jahren“. Doch es gibt auch mächtige Buchen, die deutlich älter wirken, und Iseke versucht zu erklären, warum die Rodung aus Sicht der Kalkwerke Oetelshofen notwendig ist, und dass sich das betroffene Gebiet vor allem aus logistischer und rechtlicher Sicht für den Abraum aus Lehm, Sand und Erde anbiete. Entferntere Standorte würden „das Problem nur verlagern und anderswo Bäume oder Äcker wegnehmen“.

Es müsse doch möglich sein, eine Alternative zu finden, bei der nicht 140 Jahre alte Bäume abgeholzt werden, entgegnet ihm die Vohwinkelerin Marina Jenkner: „Natürlich ist es Ihr Wald, und Sie werden von der Bezirksregierung vermutlich das Recht bekommen, fällen zu dürfen. Doch es gibt ein Recht, das nicht juristisch festgehalten ist, und das ist Generationengerechtigkeit: Es geht um die Zukunft unserer Kinder.“

Über die Jahre habe man eigentlich ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn entwickelt, so Iseke, „jetzt hat sich die Diskussion aber leider sehr hochgeschaukelt. Zu sachlichem Austausch sind wir immer bereit“, sagt er. Was Marjolein Schlüter von der Initiative „Osterholz bleibt“ freut. Aber sie betont auch, sich mit den Waldbesetzern solidarisch zu erklären.

Einige von ihnen sind beim Ortstermin hinter Barrieren aus Geäst zu sehen: „Wir haben die klare Forderung, die Bäume stehen zu lassen“, sagt einer der Vermummten, der sich selbst Jay nennt.

Beim CDU-Ortstermin bleibt alles ruhig. Und der Hubschrauber ist nicht vom Polizeipräsidium Wuppertal dazu angefordert worden, heißt es auf Nachfrage bei der Polizei.

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