Anwalt steht vor Gericht

Wuppertal. 13 Monate dauerte der Strafprozess gegen Dr. Dr. Frank Peter Spahn vor dem Wuppertaler Landgericht (wir berichteten mehrfach). Der Zahnarzt und Kieferchirurg wurde im vergangenen Jahr einen Tag vor Heiligabend wegen Körperverletzung und Verstößen gegen ärztliches Berufsrecht zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt.

15 Befangenheitsanträge seitens der Spahn-Verteidiger gegen das Gericht waren eine deutliches Indiz für die teils giftige Atmosphäre in dem Verfahren. Genau das hat jetzt noch einmal ein gerichtliches Nachspiel. Am 2. März muss sich der frühere Verteidiger von Spahn, Sven Grotendiek, vor dem Amtsgericht verantworten. Der Vorwurf: Beleidigung. Laut Anklage soll der Anwalt in einer Prozesspause über die Nebenklägerin hergezogen sein. Thema der Aussage soll eine Brust-Operation der Frau, die auch als Zeugin im Prozess auftrat, gewesen sein. Mit drastischen Worten soll der Anwalt über die operierten Brüste der Frau gesprochen haben, und das in Gegenwart von Zeugen. Rechtsanwältin Andrea Groß-Bölting erstattete für ihre Mandantin Anzeige. Gegen einen entsprechender Strafbefehl über 3 000 Euro legte Anwaltskollege Grotendiek Einspruch ein. Die logische Folge: ein Strafprozess.

Dass der streitbare Anwalt aus Bielefeld doch noch klein beigibt, ist nicht zu erwarten. Einen Kommentar zu seinem Verfahren wollte der Strafverteidiger gegenüber unserer Zeitung zwar nicht abgeben, sagte allerdings, dass er sich von dem Hamburger Gerhard Strate vertreten lasse. Strate war unter anderem im Mordfall Monika Weimar/Böttcher als Verteidiger tätig. In Sachen Spahn-Prozess ist der Staranwalt für den Kollegen Grotendiek gleich doppelt im Einsatz. Wie sich bereits im Prozess andeutete, läuft derzeit auch noch ein Verfahren im Nachgang zum Spahn-Verfahren. Weil eine Zeugin während der Befragung durch Grotendiek im Gericht zusammengebrochen war, gab es eine Anzeige wegen Körperverletzung. Laut Grotendiek warte man in diesem Fall allerdings noch auf Akteneinsicht. Den Schluss des Spahn-Verfahrens hat der jetzt ins Visier geratene Anwalt übrigens gar nicht mehr miterlebt. Spahn hatte schon im Frühjahr 2003 Grotendiek das Mandat entzogen.

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