Ausstellung

Antworten auf „Fragen an die Erde“

Shira Wachsmann verpflanzt Kakteen aus verschiedenen Teilen der Erde in den Park, für die laut aktueller Studien ihre jetzige Heimat bald zu heiß werden könnten.
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Shira Wachsmann verpflanzt Kakteen aus verschiedenen Teilen der Erde in den Park, für die laut aktueller Studien ihre jetzige Heimat bald zu heiß werden könnten.

Wenn Kunst und Natur sich treffen: Aktion im Lantz’schen Skulpturenpark bis 21. August in Düsseldorf. 

Von Stephan Eppinger

Düsseldorf Der Lantz’sche Skulpturenpark in Düsseldorf lädt in diesem Sommer bis zum 21. August zu einem Erlebnis von Kunst und Natur ein. Das von der Kunstkommission der Landeshauptstadt geförderte Projekt geht in diesem Jahr nach zwei erfolgreichen Auflagen in die nächste Runde.

Als diesjähriges Kuratorinnenteam konnten Friederike Fast und Lea Schleiffenbaum gewonnen werden. Die diesjährige Ausstellung im Lantz’schen Skulpturenpark mit dem Titel „Terra incognita – Fragen an die Erde“ verwandelt den Park in einen Ort voller Geheimnisse und wundersamen Entdeckungen.

Künstler nehmen den Park als Ausgangspunkt ihrer Beiträge

Das Kuratorenteam Friederike Fast und Lea Schleiffenbaum freut sich über die Neuauflage: „So wie der Naturforscher und Entdeckungsreise Alexander von Humboldt einst in die Ferne aufbrach, um - angetrieben von seiner Neugierde - unerschlossene Landstriche zu erkunden, möchten wir gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern den Lantz’schen Park erforschen, um diesen Ort mit neuen Augen zu sehen. Denn wie Humboldt vor rund 200 Jahren treibt auch uns die Überzeugung an, dass der Mensch sich heute als integraler Teil inmitten einer Welt verorten muss, in der – wie bei einem komplexen, lebenden Organismus – alles mit allem verbunden ist.“
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Skulptur mit einem Borkenkäfer-Baum

Die Künstler nehmen den Lantz’schen Park als Ausgangspunkt ihrer Beiträge und beleuchten dabei das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. So hat der belgische Künstler Adrien Tirtiaux eine hölzerne, in die Höhen strebende Turmstruktur geschaffen, in deren Zentrum ein Baum steht, der durch den weit verbreiteten Käferbefall eingegangen ist. Diese fantasievolle Gartenarchitektur von Tirtiaux eröffnet neue Perspektiven für die Besuchenden – zum Beispiel auch auf die vielen Insekten, die diesen toten Baum bewohnen.

Geheimnisvolle Textil-Kreaturen bevölkern den Park

Während in den farbigen Zeichnungen der Künstlerin Anne Duk Hee Jordan Szenen aus der Über- und Unterwasserwelt mit Wesen und Figuren aus der Mythologie sowie Momenten aus dem Alltag vor unseren Augen vorüberziehen, lässt der israelische Künstler Gili Avissar den Park von geheimnisvollen Kreaturen aus Textilien bevölkern oder schlüpft selbst in die Rolle einer Pflanze, um unsere Beziehung zur Natur zu überdenken.

Mit den Arbeiten von Shira Wachsmann und Martin Walde werden Vergangenheit und Gegenwart in ein neues Verhältnis gesetzt, um über eine mögliche Zukunft zu spekulieren: So verpflanzt Wachsmann Kakteen aus verschiedenen Teilen der Erde in den Park, für die laut aktueller Studien ihre jetzige Heimat bald zu heiß werden könnte. Walde dagegen richtet einen Bauzaun mit einem fiktiven Bauprojekt auf der Wiese ein, das die klimatischen Bedingungen in der letzten Warmzeit vor rund 130 000 Jahren beleuchtet. Er will damit die Frage aufwerfen, wie die Menschen hier in der Zukunft leben werden.

Führungen, Workshop, Konzerte, Vorträge

Neben Skulpturen und räumlichen Interventionen, die für die gesamte Ausstellungsdauer auf dem Areal zu sehen sind, finden an insgesamt drei Programmwochenenden Führungen, Workshops, Konzerte und Vorträge statt. So wird Annika Rixen in Anbindung an ihre Sitzobjekte sowie einen Paravent mit bläulichen Pflanzenmotiven, die sie für den sommerlichen Aufenthalt im Park installiert, einen Workshop realisieren, bei dem die Teilnehmer mit der fotografischen Technik der Cyanotopie Umrissbilder von im Park heimischen Pflanzen entstehen lassen können.

Das Kollektiv Orangotango leitet einen Workshop mit unterschiedlichen Partnerinnen und Partnern aus Düsseldorf, bei dem unter sozioökologischer Perspektive eine neue mentale Karte des Lantz’schen Parks entstehen wird. Außerdem werden Führungen bei Tag und bei Nacht angeboten, und die Künstlerin Lena von Goedeke wird bei einem Vortrag im Dunkeln über ihre Arktisreisen berichten.

kunstkommission-duesseldorf.de

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