Anlage für Bodenrecycling entsteht

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Am Wuppertaler Westring, unmittelbar an der A 46, soll die Bodenrecyclinganlage entstehen. Illustration: Mohan Karakoc

Entsorger investiert neun Millionen Euro in Wuppertal. Kürzere Wege sparen allein 75 Prozent CO2.

Von Claudia Kasemann und Eike Birkmeier

Wuppertal. Aus dem Wuppertaler Boden – und wieder in den Wuppertaler Boden: Darum geht es, verkürzt gesagt, bei der neuen Bodenrecyclinganlage von Wuppertaler Stadtwerken und Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG). Die städtischen Töchter planen im Gewerbegebiet am Vohwinkeler Westring auf einer Fläche von 15 000 Quadratmetern eine Wiederverwertungsanlage von Bodenaushub, wie er beispielsweise im Kanalbau anfällt.

Derzeit wird solcher Aushub aus Wuppertal per Lastwagen zu einer etwa 90 Kilometer entfernt liegenden Deponie in Aldenhoven befördert und dort entsorgt. Durch die geplante Bodenrecyclinganlage würde die Zahl der Deponie-Fahrten samt CO2-Emissionen, Treibstoff- und Deponiekosten laut AWG und Wuppertaler Stadtwerken deutlich verringert – man gehe davon aus, dass rund 85 Prozent des Gesamtbodenaushubs verwert- und wieder einsetzbar ist. Er könnte dann an anderer Stelle für Straßen- oder Wegebau wiederverwendet werden.

Überflüssige Fahrten einsparen – 75 Prozent weniger CO2

Nur der nicht wiederverwertbare Restaushub müsste dann zur Deponie transportiert werden. „Mit dieser Reduzierung überflüssiger Transportwege ist von einer Minderung der CO2-Emissionen von circa 75 Prozent pro Jahr auszugehen“, sagt WSW- und AWG-Geschäftsführer Martin Bickenbach. Das Gelände in WSW-Eigentum diente früher mit dem Behälter Bolthausen der Wasserversorgung.

Im Laufe der Jahre wuchs auf der Fläche Grün mit zahlreichen Bäumen, die im Vorfeld weichen mussten. Martin Bickenbach bestätigt die Fällung von rund 300 Bäumen – darunter auch teils geschädigte oder tote Stämme – und betont ausdrücklich: „Das war keine Nacht- und Nebelaktion und mit den zuständigen Behörden abgestimmt.“ Alle Vorgaben, insbesondere auch bezüglich des Artenschutzes seien eingehalten worden. Juristisch handele es sich um keine Waldfläche. Gleichwohl stellt die AWG Ausgleichspflanzungen in Aussicht.

Diese Ankündigung sorgte gemeinsam mit der CO2-Einsparung für eine positive Resonanz bei den Politikern der Bezirksvertretung Vohwinkel, wo das Projekt vorgestellt wurde. „Das Konzept ist nachhaltig und innovativ“, findet Steffen Hombrecher (CDU). Er befürchtet allerdings die Zunahme von Schwerverkehr.

Martin Bickenbach kündigt an, dass Fahrer grundsätzlich angewiesen würden, nicht durch städtisches Gebiet zu fahren. Nach Ansicht von Bauressortleiter Jochen Braun sei die Anzahl der zusätzlichen Fahrten kaum auffällig. Ähnlich sieht es Georg Brodmann (SPD). „Beim Weg über die Autobahnausfahrt Haan-Ost sind 50 Lkw am Tag eine verkraftbare Größenordnung“, befand er.

Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD) hofft, dass der restliche Baumbestand erhalten bleiben kann. WSW und AWG investieren rund neun Millionen Euro, die Fertigstellung könnte Ende 2020 erfolgen.

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