Kritik 

Amok-Fehlalarm in Wuppertal - Schüler kritisieren mangelnde Kommunikation

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Amok-Fehlalarm in Wuppertal - Schüler kritisieren mangelnde Kommunikation

WUPPERTAL Schüler legen sich auf den Boden, in Klassenzimmern werden Schränke verrückt. Für eine gefühlte Ewigkeit hat ein Amok-Fehlalarm in einem Berufskolleg in Wuppertal für einen Ausnahmezustand gesorgt. Nun äußern einige Betroffene Kritik.

Von Manuel Praest

Der Amok-Fehlalarm im Berufskolleg Elberfeld beschäftigt auch einen Tag danach noch Schüler und Lehrer. Eine Kollegin hatte am Mittwochmittag im Lehrerzimmer der Zweigstelle Schleswiger Straße versehentlich den Knopf der sogenannten ELA-Anlage gedrückt, erklärt Schulleiterin Nicola Cohnen. 

Ein Fehler, der passieren könne, so Cohnen, der aber Auswirkungen hatte. Denn obwohl direkt klar war, dass es sich um einen Fehlalarm handele, konnten die Schüler und Lehrer in den Klassen nicht direkt informiert werden. Das Problem: Der Knopf zur Entwarnung funktionierte nicht. Kollegen mussten die Klassen einzeln ablaufen, was, wie Cohnen einräumt, ein paar Minuten dauerte.

„Diese konnten einem schon sehr lang vorkommen“, zeigt die Leiterin Verständnis, dass sich viele Schüler erschrocken gezeigt hatten. „Das hat sie mitgenommen.“

Schüler und Lehrer haben sich vorbildlich verhalten 

Denn mit dem Auslösen des Alarms, der tatsächlich aus einer Durchsage der Schulleiterin besteht, begann das im Krisenfall abgesprochene Prozedere: das Verbarrikadieren im Klassenraum. Schüler und Lehrer hätten sich vorbildlich verhalten, betont Cohnen. Auch das Sicherheitskonzept hätte gegriffen. Das sei auch in den anschließenden Gesprächen deutlich geworden. Rund 150 Schüler, zum Großteil ältere, hätten sich zum Zeitpunkt des Alarms noch im Gebäude befunden, so Cohnen.

„Wir lagen alle auf dem Boden“ schildert eine Schülerin gegenüber der WZ das Erlebte. „Es war eine schlimme Erfahrung. Man hofft ja, dass so etwas nie passiert.“ Sie und ihre Mitschülerinnen hätten gehört, wie in anderen Klassenräumen Möbel verrückt worden seien. Die Zeitspanne, die sie mit zehn Minuten angibt, „ist einem ewig vorgekommen“. Aus Schülerkreisen kommt allerdings Kritik. Die Kommunikation im Anschluss sei schlecht gewesen, es habe auch keine richtige Betreuung für die Schüler gegeben. Dabei müssten sie und die anderen einiges verarbeiten.

Menschlicher Fehler war Schuld an dem Alarm

Die Anlage komme jetzt auf den Prüfstand, erklärte Cohnen. Auch sonst wolle man möglicherweise weitere Optimierungen im Ablauf vornehmen, die sich aus den Erfahrungen während des Fehlalarms ergeben hätten. Gerade weil solch ein Erlebnis psychisch belastend für die Schüler sei, habe man in Absprache mit der Polizei und der Stadt bislang von einem Probealarm ähnlich wie bei Feuer immer Abstand genommen.

„Dass das jetzt passiert ist, war absolut nicht beabsichtigt“, betont Nicola Cohnen, die noch einmal bestätigt, dass es sich um einen menschlichen Fehler gehandelt habe. Dass gerade in den Sozialen Netzwerken schnell Gerüchte die Runde machten, sei der Fluch dieser Zeit.

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