Baustelle

Amazon: Start verschärft Verkehrs-Ärger

Amazon eröffnete den Standort im November 2020. Foto: Anna Schwartz
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Amazon eröffnete den Standort im November 2020.

Wegen der A1-Baustelle Schwelmetalbrücke fahren viel mehr Lkw als sonst in Langerfeld.

Wuppertal. Anfang November nahm das Amazon-Verteilzentrum an der Dieselstraße in Wuppertal-Langerfeld seinen Dienst auf – viele Langerfelder ärgern sich seitdem über den zunehmenden Verkehr. Tenor: Unsere Befürchtungen sind eingetreten. Amazon wehrt sich gegen die Kritik.

Dass die Zahl der Fahrzeuge, die durch den Ort fahren, deutlich gewachsen ist, liegt aber auch nicht nur am Online-Giganten. Die aktuelle Sperrung der Dieselstraße infolge der Schwelmetalbrücken-Baustelle verschärft die Situation. Ein weiteres Ärgernis: Auf der Clausewitzstraße staue sich der Verkehr mitunter bis auf die B7, berichten Anwohner. Teilweise starte der Verkehr schon um 4 Uhr morgens. Und an den Ampeln müssten die Lkw halten, beim Anfahren werde es aufgrund der Steigung dann laut. Dabei gehe es eben nicht um die Sprinter des Online-Händlers.

Ende Februar soll die Dieselstraße wieder frei sein

Es ist eher ein Gesamtpaket, an dem die Langerfelder aktuell zu tragen haben, nicht allein durch Amazon. Dass der Lastverkehr durch den Ort rollt, liegt natürlich vor allem an der Sperrung der Dieselstraße infolge der Brückenarbeiten. Seit März 2020 ist es so, dass ausgerechnet in dieser Zeit Amazon eröffnen musste, sah zum Beispiel Margret Hahn bereits im vergangenen Frühjahr mit Sorge. Aus den vormaligen Bedenken „sind jetzt Eindrücke geworden“, so Hahn. „Das Autoaufkommen ist schon heftig.“ Sie hofft auf das Ende der Sperrung Ende Februar – und erneuert ihren Wunsch, dass die Stadt über Möglichkeiten nachdenke, den Lkw-Verkehr auf dem Langerfelder Kern herauszuhalten.

Das Problem im Langerfeld: Es gibt dort eben viel Gewerbe, aber auch Wohnhäuser. Sobald die Sperrung der Dieselstraße aufgehoben ist, soll nun geschaut werden, wo die tatsächlichen Ärgernisse liegen.

Schwelmetalbrücke soll Mitte 2022 fertig sein

Dass Ende Februar die Sperrung der Dieselstraße wirklich aufgehoben wird, bekräftigt eine Sprecherin der Deges, dem für das Projekt beauftragten Unternehmen. Abgeschlossen ist der Neubau aber noch längst nicht. Erst Mitte 2022 – Stand jetzt – wird es soweit sein. Weitere, aber eher kürzere Sperrungen werden sich bis dahin nicht vermeiden lassen, aber frühzeitig angekündigt, so die Sprecherin. Eine längere, ähnlich der jetzigen, werde es frühestens Ende 2021 noch einmal geben. Man sei auch abhängig von Sperrungen der Bahnlinien in diesem Bereich.

Die Bezirksvertretung werde ein Auge draufhalten. Ärgerlich sei, dass Amazon auch nachts „Festbeleuchtung“ habe, sagt Bialas.Bezirksbürgermeister und Landtagsabgeordneter Andreas Bialas sagt, was die Arbeitssituation angeht, sei Amazon „ein Gräuel“ für ihn. Allerdings müsse man auch der Tatsache Rechnung tragen, „dass die Leute nun mal mehr online bestellen“. Dass zu vereinbaren, sei „die Quadratur des Kreises“.

Amazon selbst spricht von einem „guten Start“ in Langerfeld. „Wir sind noch in der Anlaufphase und fahren das Volumen langsam hoch, daher war dieses Weihnachtsgeschäft für den jungen Standort Wuppertal anders“, so eine Sprecherin. Etwa 130 bis 140 Mitarbeiter seien im Verteilzentrum im Einsatz „und unsere Lieferpartner setzen circa 300 Zusteller für uns ein“. Täglich schicke Amazon 250 Fahrzeuge auf die Straßen. „Die Lieferfahrzeuge unserer Partner treffen in kleineren organisierten Wellen ein“, so die Sprecherin. Der Betrieb laufe fast rund um die Uhr. „Unser Standortleiter steht im Kontakt mit den Nachbarn. Uns haben keine Fragen oder Anregungen in Bezug auf Verkehr erreicht.“

Schwelmebrücke

Informationen zum Stand des Projektes „Ersatzneubau Schwelmetalbrücke“ veröffentlicht die Deges auf ihrer Homepage:

deges.de/projekte

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