Disco

Das alte Megaphon ist bald Geschichte

+
Manfred Zenses hat das Jugendzentrum in Sträßchen 39 Jahre lang geleitet – und so manches dort erlebt. Heute betreibt er den Kiosk im Märchenwald in Altenberg. 

BURSCHEID Der Abriss des Gebäudes läuft. In die einstige Disco zog es auch viele Wermelskirchener. Die Eigentümer planen dort Wohnungen.

Von Anja Wollschlaeger

Seit dem Spatenstich für das neue Megafon an der Montanusstraße im April 2013 ist die Zukunft des alten Gebäudes in Sträßchen so gut wie besiegelt. Die Stadt bemühte sich jahrelang um den Verkauf des Grundstücks. Möglich wurde dieser dann aber erst durch einen Ratsbeschluss im vergangenen Jahr. Nach Jahren des Leerstandes –das Jugendzentrum ist seit Februar 2015 endgültig umgezogen – läuft jetzt der Abriss des alten Gebäudes.

Wie Stadtsprecherin Renate Bergfelder-Weiss bestätigt, ist der Beschluss des Rates inzwischen umgesetzt. Das Grundstück ist ein Privatgrundstück, das die Stadt zum Zweck der Wohnbebauung verkauft hat. Wo bald wohl Wohnungen entstehen, parkten einst Mofas vor der Disco und spielten in der letzten Saison 2014 noch Musiker wie Beverly Diamond und Wolf Maahn. Bis dahin waren etliche Bands in der Disco im Dachgeschoss aufgetreten, aber auch Kleinkunst und Diskussionsrunden hatten hier einen Raum gefunden.

1975 war Manfred Zenses als Leiter des damals neuen Jugendzentrums angetreten. Er hat in seiner Dienstzeit dort rund 170 Langzeitarbeitslose durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen geschleust. 39 Jahre hatte er das Jugendzentrum Megaphon geleitet. Ein Jahr war er Rentner, bis er 2016 als 65-Jähriger den Kiosk am Märchenwald in Altenberg pachtete, wo er noch aktiv ist.

Die Grillhütte zeigt sich derzeit noch unangetastet

Das letzte Konzert in den alten Räumen fand im Dezember 2014 statt – mit vielen Gästen, die das Megaphon aus ihrer Jugend gekannt hatten. Beim Spatenstich im April 2013 an der Montanusstraße lobten die Jugendlichen ganz offen: „Hier ist die Busverbindung viel besser.“ Im Sommer davor hatte die letzte Stadtranderholung in Sträßchen das Motto: „Der beste Sommer aller Zeiten“ – und schloss damit die beliebte Ferienaktion ab.

Der Verkauf des Grundstücks solle auch zur Finanzierung des neuen Jugendzentrums beitragen, hieß es noch beim Ideenwettbewerb, den die Stadt 2015 für das Gelände in Sträßchen gestartet hatte. 2017 hieß es, eine Bauvoranfrage zum Bau von drei Wohnhäusern sei positiv beschieden worden. Der tatsächliche Verkauf zögerte sich dann aber noch Monate hinaus.

Die Grillhütte des alten Megaphons zeigt sich derzeit noch unangetastet. Sie gehört nicht zum ehemals städtischen Grundstück.

MEGAPHON / MEGAFON

SCHREIBWEISEN Die verschiedenen Schreibweisen in unserem Artikel sind keine Fehler. Das einstige Jugendzentrum Megaphon, das damals in den Händen der Stadt war, schrieb sich mit „ph“. Seit vier Jahren gibt es einen neuen Standort. Und einen neuen Träger: die Katholische Jugendagentur. Damit ging auch der Namenswechsel zu „Megafon“ mit „f“ einher.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kasino könnte die Kasse klingeln lassen

Kasino könnte die Kasse klingeln lassen

Jetzt fahren Rollstühle auch Treppen hoch

Jetzt fahren Rollstühle auch Treppen hoch

Der Protest gegen A-3-Ausbau wird stärker

Der Protest gegen A-3-Ausbau wird stärker

100 neue Arbeitsplätze entstehen in Sonnborn

100 neue Arbeitsplätze entstehen in Sonnborn

Schwebebahn: Mann schlägt Scheibe ein

Schwebebahn: Mann schlägt Scheibe ein

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren