Entwurf

Alte Glaserei sorgt für noch mehr Belebung

So soll der Eingangsbereich der neugestalteten Alten Glaserei aussehen. Foto: Entwurf SDE
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So soll der Eingangsbereich der neugestalteten Alten Glaserei aussehen.

Wuppertal. Rund um den Bahnhof Mirke herrscht eine Menge Bewegung.

Von Manuel Praest

In genau einem Jahr startet der Solar Decathlon, die „Olympischen Spiele des Bauens“, wie der internationale Studentenwettbewerb auch gerne genannt wird – und zwar mitten in Wuppertal. Auf dem Utopiastadt-Gelände am Bahnhof Mirke, vor allem aber auch an der Alten Glaserei an der Juliusstraße tut sich aber schon einiges im Vorfeld. Gastro, Kunst, Stadtentwicklung und mehr – so könnte man die Angebotspalette beschreiben.

Los gehen soll es in Teilen schon ab Anfang Juli. „Wir planen dann einen Soft Launch“, sagt Daniel Lorberg, Projektleiter der Bergischen Universität Wuppertal für den Bauwettbewerb. Zum einen mit der Gastro, die bis zu 100 Plätze – je nach Corona-Auflagen – bieten könnte, zum anderen aber auch mit der Ausstellung zum Solar Decathlon (SDE).

„Das ist echt cool.“

Johannes Schmidt von Utopiastadt freut sich auf die Nachbarschaft

Bekanntlich werden dort als Wettbewerbsbeiträge im kommenden Jahr sogenannte Demonstratoren aufgebaut: Voll funktionsfähige Bauten, die jeweils den Teil eines größeren Objektes zeigen, zum Beispiel die Aufstockung eines bestehenden Gebäudes. Kleinere Modelle davon werden bis dahin in der Alten Glaserei zu sehen sein. Auch, um schon einmal Werbung für den Wettbewerb zu machen „und zu zeigen, hier tut ich was“, sagt Janine Baleis vom SDE-Team.

Theres Täumer, Senior Assistentin Architektur von der Bergischen Universität, plant den Umbau der Glaserei. „Das macht richtig Spaß“, erzählt sie. Das Studium sei eher theoretisch gewesen, jetzt gehe es aber in die Praxis. Bauen im Bestand sei nicht immer leicht.

Sie sehe es aber als Herausforderung. Themen seien zum Beispiel die Herstellung der Barrierefreiheit. Eine große Rolle in der Glaserei wird neben den zusätzlichen Angeboten der Alten Feuerwache aber auch das Thema Kultur spielen. Die Künstler Birgit Pardun und Frank N. planen aktuell eine Ausstellung. Über die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal sei der Kontakt zum Projekt Alte Glaserei entstanden, berichtet Pardun. Im Bau selbst und drum herum sieht sie viele Entfaltungsmöglichkeiten. „Es gibt zum Beispiel jede Menge Bauzäune. Für die werden wir uns etwas überlegen.“ Vielleicht eine Art Comic-Strip. An der Rückseite der Glaserei sollen zum Beispiel Werke von Frank N. ausgestellt werden. Und auch für die Gastro selbst gebe es Gestaltungsideen.

Eine Übergangsausstellung soll „so schnell wie möglich“ an den Start gehen, sagt Pardun. Vom 28. August an gibt es dann die eigentliche Ausstellung „Normal“, an der sich fünf bis acht Künstler beteiligen werden. Durch das Projekt „out and about“ gebe es einen großen Pool an potenziellen Teilnehmern. Wichtig sei, so Pardun, dass über die Kunst „eine Sichtbarkeit erreicht wird, die Menschen merken, dass da hinten noch etwas stattfindet.“

Rund um den Bahnhof Mirke wächst das Gastro-Angebot

Bis die Gastro in der Glaserei an den Start geht, wird es auch einen Zuweg über das Utopiastadt-Areal geben – aktuell liegen vor der Glaserei noch Aushub-Haufen von den Bauarbeiten an der Neuen Friedrichstraße. Die neue Nachbarschaft mit der Alten Glaserei und deren Angeboten sieht Johannes Schmidt von der Utopiastadt positiv – und nicht unbedingt als Konkurrenz, was die Gastro angeht. Auch im Luisenviertel gebe es ja „nicht nur eine Kneipe, wo die Leute hingehen, sondern viele“. Der Food-Court rund um den Bahnhof Mirke wächst auf jeden Fall für diesen Sommer, mit den mittlerweile zwei Terrassen oder auch der Frittenstation und der Kaffeemanufaktur Talbohne. Das Projekt zeige, dass es auch für andere „attraktiv ist, etwas am Utopiastadt-Campus zu machen“, freut sich Schmidt. Inhaltlich gebe es viele Anknüpfungspunkte, die Glaserei spreche aber auch eine andere Zielgruppe an, locke andere Personen in die Mirke. „Das ist echt cool.“

Countdown

In fast exakt einem Jahr öffnet der Solar Decathlon in Wuppertal seine Pforten für die Öffentlichkeit. Der internationale Hochschulwettbewerb steht ganz im Zeichen des modernen sowie nachhaltigen Bauens und Wohnens. Beim Finale vom 10. bis 26. Juni 2022 erwarten die Veranstalter rund 150 000 Besucherinnen und Besucher.

sde21.eu

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