Umbenennung beschlossen

Agnes Miegel und Emil Nolde verschwinden aus Haan

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Die Agnes-Miegel-Straße wird umbenannt.

Politik beschließt mehrheitlich die Umbenennung von zwei Straßen – auch Martin Luther kommt auf den Prüfstand.

Haan.  Nach kontroverser Diskussion hat die Haaner Politik beschlossen, den Agnes-Miegel-Weg und die Emil-Nolde-Straße umzubenennen. 14 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme und drei Enthaltungen gab es. Zudem werden in der Moltkestraße Hinweise auf Moltkes Urgroßneffen Helmuth James Graf von Moltke angebracht. Die sogenannten „Schlachtstraßen“ (Alsen-, Düppel-, Sedan- und Königgrätzer Straße) werden mit Legendenschildern versehen, auf denen auch der Opfer der Schlachten gedacht wird.

Die Umbenennung von Blücher-, Richard-Wagner-, Jahn- und Körnerstraße wurde einstimmig abgelehnt, diskussionswürdige Straßennamen sollen möglicherweise mittels QR-Code auf den historischen Hintergrund verlinkt werden.

In vier Jahren stehen aber, so wurde es bei acht Ja-Stimmen und 10 Enthaltungen beschlossen, die Martin-Luther-Straße, der Hermann-Löns-Weg und die Robert-Koch-Straße erneut auf dem Prüfstand. Die Verwaltung soll nun mit den Anwohnern des Agnes-Miegel-Weges und der Emil-Nolde-Straße Kontakt aufnehmen, um Vorschläge für die Neube- nennung zu sammeln. Bürgermeisterin Bettina Warnecke ist nicht glücklich mit den Umbenennungen: „Ich hätte gerne die Coronazeit abgewartet, um mit den betroffenen Anwohnern im Vorfeld Kontakt aufzunehmen.“

Noch mehr Bürgerbeteiligung hätte sich die Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan (WLH) gewünscht. „Ein Mitmach-Portal, wie die WLH-Fraktion dies beantragt hatte, ist ein geeignetes Mittel, um nicht über die Köpfe der Menschen hinweg, sondern mit diesen gemeinsam einen Weg des Umgangs mit ‘belasteten’ Straßennamen zu finden. Straßenumbenennungen werden nun zum Dauerthema in Haan. Wir hätten uns gewünscht, nur einmal eine grundsätzliche Vorgehensweise zu allen Straßennamen in Haan im Hinblick auf eine Belastung festlegt“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Meike Lukat.

FDP-Fraktionsvorsitzender Michael Ruppert sagte: „Ich bin fassungslos wie bedenkenlos sich der Haupt- und Finanzausschuss bei seinen Beschlüssen zur Umbenennung von Straßen über den Anspruch der Bürger auf Gehör hinweg gesetzt hat.“ Es habe ihn „sprachlos“ gemacht, dass den Bürgern keine Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben wurde – so wie es nicht nur er, sondern auch WLH und Bürgermeisterin angeregt hatten. An „die Grenze des mit der demokratischen Willensbildung und dem Sinn der Gemeindeordnung Vereinbaren“ gehe für ihn die Tatsache, dass die Beschlüsse in einer Sitzung gefällt wurden, an der corona-bedingt neben der Bürgermeisterin nur fünf Ratsmitglieder teilnahmen. Ruppert hatte für eine bürgernähere Vorgehensweise geworben: „Gewähren wir den Haanern noch ein wenig Gedankenfreiheit“. -agr-

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