Abriss kostet 1,8 Millionen Euro

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Dort, wo jetzt die Überreste der Bergischen Sonne stehen, soll sich in Zukunft Gewerbe ansiedeln. Foto: Stefan Fries

Bergische Sonne: Gelände-Sanierung lässt sich nicht über Grundstücksverkauf refinanzieren.

Von Andreas Boller

Wuppertal. 1,6 bis 1,8 Millionen Euro wird die Stadt in die Entwicklung von Gewerbeflächen für vier bis fünf Einzelunternehmen am Standort der Bergischen Sonne investieren. Das frühere Freizeitbad soll in Kooperation mit der Landesgesellschaft NRW.Urban bis Herbst 2020 abgerissen werden. Nach der Sanierung der Brache will die Stadt die 19 200 Quadratmeter große Fläche an mehrere sogenannte Wachstumsunternehmen aus den Bereichen smarter Technologien verkaufen.

Das Freizeitbad wechselte in seiner Geschichte mehrfach den Besitzer und ist seit 2012 nicht mehr in Betrieb. Pläne für den Bau eines Hotels wurden nicht umgesetzt. Ein Teil der Fläche wurde von der Barmer GEK gekauft und wird als Parkplatz genutzt. Den weitaus schwieriger und finanziell aufwendiger zu sanierenden Teil der Gesamtfläche erwarb die Stadt 2018, um die weitere Entwicklung an diesem exponierten Standort in der Hand zu haben.

„Dies ist eine Investition in die Zukunft. Wir hatten die Kosten für die Sanierung mit einer Million Euro angesetzt, aber die Fachleute von Urban.NRW gehen von einer Summe von 1,6 bis 1,8 Millionen Euro aus“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig. Dass die Refinanzierung allein über den Verkauf der vier bis fünf Grundstücke gelingen könne, bezweifelt Slawig. Dies sei schon bei anderen von der Stadt erschlossenen Gewerbegebieten nicht der Fall gewesen. Die Stadt erhoffe sich aber mittelfristige Effekte zur Wirtschaftsförderung durch die Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze und über spätere Gewerbesteuereinnahmen.

Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) und Johannes Slawig sind nach eigenem Bekunden sehr zuversichtlich, die Grundstücke zügig verkaufen zu können. Die Entwicklung und Vermarktung erfolgt unter der Bezeichnung „Smart Tec Campus Wuppertal“. „Es liegen einige Anfragen vor, aber wir haben auch schon Bewerbern Absagen erteilt, die dort reine Büroräume schaffen wollten“, sagt Slawig. Die Stadt wünscht sich dort Zukunftswerkstätten, die in die Nachbarschaft des Technologiecampus der Bergischen Universität am Freudenberg, des Technologiezentrums Wuppertal sowie von Unternehmen wie Aptiv, Brose, WKW oder Vorwerk Autotec passen.

Angesiedelt werden sollen Start-ups

Dass die Stadt mit der Erschließung des Geländes schon viel weiter sein wollte, verschweigt Slawig nicht. „Wir müssen Gas geben, was die weitere Entwicklung angeht. Und das nicht nur, weil dort in den vergangenen Monaten mehrfach Brände gelegt worden sind und es massive Sachbeschädigungen gegeben hat.“

Pluspunkt aus Sicht der Stadt ist, dass das Grundstück im Bereich eines rechtsverbindlichen Bebauungsplans liegt, der eine gewerbliche Nutzung vorsieht. „In der Nähe zur Gelpe wird es kein produzierendes Gewerbe geben, von dem Emissionen ausgehen“, sagt Oberbürgermeister Mucke. Unter anderem sollen gezielt Unternehmensgründungen, sogenannte Start-ups, angesiedelt werden.

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