Ehemaliges Spaßbad

Abriss der Bergischen Sonne ist teurer als gedacht

Pflanzenkübel, ein Fisch, ein Pirat der an der Decke baumelt: Noch bis vor 8 Jahren war in dem Spaßbad Bergische Sonne viel los, jetzt steht es leer.Foto: Stefan Fries
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Pflanzenkübel, ein Fisch, ein Pirat der an der Decke baumelt: Noch bis vor 8 Jahren war in dem Spaßbad Bergische Sonne viel los, jetzt steht es leer.

Aufgrund der anspruchsvollen Lage und Struktur des Gebäudes reichen die kalkulierten 1,8 Millionen Euro nicht.

Von Andrea Boller

Wuppertal. Ursprünglich hatte die Stadt die Kosten für den Abriss des Spaßbades Bergische Sonne und die Entwicklung von Gewerbeflächen für den geplanten „Smart Tec Campus Wuppertal“ auf eine Million Euro angesetzt. Aus einer Verwaltungsvorlage für den Finanzausschuss geht hervor, dass die von der Landesgesellschaft NRW Urban kalkulierten 1,8 Millionen Euro bei weitem nicht ausreichen werden.

Eine „anspruchsvolle Gebäudetopograhie und die Bauwerksstruktur des ehemaligen Freizeitbades“ sind die Kostentreiber. Nach Informationen der Redaktion hatte die Stadt das stillgelegte Bad vor etwa zweieinhalb Jahren für mehr als eine Million Euro gekauft. Um die Immobilie gegen Vandalismus zu schützen, wurden bisher 68 000 Euro für Sicherungsmaßnahmen aufgebracht.

„Im Juli soll der Abriss ausgeschrieben werden, damit im September damit begonnen werden kann“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig. Das den Abbruch begleitende Fachingenieurbüro geht im ersten Schritt von Kosten in Höhe von knapp 1,8 Millionen Euro aus.

„Im Juli soll der Abriss ausgeschrieben werden, damit im September damit begonnen werden kann“

Stadtdirektor Johannes Slawig

Allerdings erfordert die Herstellung „eines vermarktungsfähigen Zustands“ des Grundstückes einen deutlich höheren Aufwand als ursprünglich angenommen. Um eine Vermarktung und Ausnutzung des Grundstücks für Unternehmen nach dem Abbruch zu ermöglichen, seien aufwändige Böschungsbauwerke zu errichten. Es müssten zwei Geländeniveaus gebildet werden. Die untere Ebene müsse zudem über eine barrierefreie und für LKW taugliche Rampe erschlossen werden.

Das mache umfangreiche Erd- und Stützarbeiten erforderlich. Zusätzliche Probleme bereitet das beim Abbruch gewonnene Recyclingmaterial, das aufgrund der ökologischen Vorgaben nicht vollständig auf dem Gelände verbaut werden könne.

Die Höhe der Mehrkosten muss erst noch beziffert werden. Kostenschätzungen sollen im Laufe des dritten Quartals 2020 abgeschlossen sein. Anfang 2021 könnte eine entsprechende Ausschreibung und Vergabe erfolgen. Mit der Fertigstellung der Gewerbefläche rechnet die Stadt ab dem vierten Quartal 2021. Parallel zu den Abbrucharbeiten soll die Vermarktung der Grundstücksflächen erfolgen. Die Wirtschaftsförderung soll aktiv technologieorientierte Unternehmen ansprechen.

Von der Schaffung des Smart Tec Campus Wuppertal erhofft sich die Stadt Zukunftswerkstätten in der Nachbarschaft des Technologiecampus der Bergischen Universität am Freudenberg, des Technologiezentrums Wuppertal sowie von Unternehmen wie Aptiv, Brose, WKW oder Vorwerk Autotec.

Ein finanzieller Gewinn ist bei der aufwändigen Sanierung des Geländes nicht zu erwarten. Dies war aber schon bei anderen von der Stadt erschlossenen Gewerbegebieten nicht der Fall. Die Stadt erhofft sich mittelfristige Effekte zur Wirtschaftsförderung durch die Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze und über spätere Gewerbesteuereinnahmen, die in Relation zum finanziellen Aufwand bewertet werden müssen.

Hintergrund

Die Bergische Sonne ist ein Erlebnisbad auf Lichtscheid gewesen. Am 23. Januar 2012 wurde der Badbetrieb nach 20 Jahren allerdings eingestellt. Am 4. Juli wurde die Anlage dann komplett geschlossen. Neue Pläne wurden nicht realisiert. Mitte 2018 kaufte die Stadt das leerstehende Spaßbad.

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