Baustelle bleibt

Traditionshaus in Elberfeld: Abeler-Umbau dauert noch länger

Das Haus, in dem früher das Ladenlokal von Abeler war, ist eine Baustelle – und wird das auch noch bleiben. Foto: Stefan Fries
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Das Haus, in dem früher das Ladenlokal von Abeler war, ist eine Baustelle – und wird das auch noch bleiben.

Wuppertal. Das ehemalige Ladenlokal des Juwelier- und Uhrengeschäfts Abeler an der Poststraße ist eine Baustelle.

Von Anne Palka

An den Vordächern fehlen Teile, neben dem Text, der das historische Glockenspiel erklärt, ist ein Graffiti, und am Eingang kleben Sticker. Der Leerstand fällt auch Passanten in der Fußgängerzone auf.

Iris Lieb besuchte mit Bekannten aus Düsseldorf den Weihnachtsmarkt und schrieb danach an de Redaktion: „Es ist als Wuppertalerin schwer, Auswärtigen, die sich ans Glockenspiel und Uhren-Museum erinnern, zu erklären, warum das traditionelle Haus Abeler nach dem Wegzug des Juweliers an prominenter Stelle der Innenstadt in so einem heruntergekommenen, verfallenen und ungepflegtem Zustand belassen wird.“ Das stehe in einem großen Widerspruch zu der geplanten Aufwertung der Fußgängerzone, die die Stadt plant. „Es gibt mit Brettern zugenagelte Fenster, offenen Leitungen, verrostenden Metallträger und eine verdreckte Fassade, inkl. zerstörtem Glockenspiel gammelt alles vor sich hin“, sagt Lieb.

Henrick Abeler erzählt, dass der Umbau länger dauert als geplant. „Es passiert, dass verschiedene Problemfälle aufkreuzen, wenn man ein altes Haus umbaut.“ Das habe unter anderem ein Statiker festgestellt. Am grundsätzlichen Plan des Umbaus habe sich nichts verändert: unten ein Ladenlokal, oben Wohnungen, das Glockenspiel soll erhalten werden.

Markus Rathke, Vorsitzender der Regionalgruppe Wuppertal vom Bund Deutscher Architekten, sagt zu der Situation des Hauses: „Was man aktuell sieht, ist eine Baustelle. Das ist der Bauzustand, keinesfalls ein Endzustand.“ Es gebe „viele Gründe“, warum es auf Baustellen nicht so schnell vorwärts geht wie gewünscht. Grundsätzlich gebe es in der Baubranche einen Mangel an Fachkräften, Handwerker sind schwer zu bekommen, ebenso gibt es einen Mangel an bestimmten Materialien, die Kosten steigen teils stark.

Das Uhren- und Juweliergeschäft ist schon länger Mieter in den Geschäftsräumen im Elberfelder Rathaus. 180 Jahre existierte das Familienunternehmen bereits, ehe 2017 das vorläufige Aus kam. Ein Jahr später erfolgte der Neustart im Rathaus. Im Ladenlokal an der Poststraße war zwischenzeitlich ein Bekleidungsgeschäft als Übergangslösung eingezogen. 2016 hatte Abeler bereits das Uhrenmuseum im Keller des Hauses an der Poststraße aufgegeben und die Bestände weitgehend verkauft. Im Januar erzählte Henrick Abeler bereits von dem beginnenden Umbau. „Das Haus wird von außen und innen auf einen modernen Stand gebracht“, sagt er.

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