Verkehr

A 3: Standstreifen wird zur vierten Spur

+
Habib Sezer erklärt Gerhard Rühmkorf (Ministerialdirigent Bundesministerium Verkehr), NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (r.) und Straßen-NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek die Anlage. 

METTMANN/ HILDEN Eine neue Anlage soll den Verkehr zwischen dem Autobahnkreuz Hilden und der Anschlussstelle Mettmann entlasten.

Von Cristina Segovia Buendía

Eine neu eingerichtete, temporäre Seitenstreifenfreigabe wird ab sofort den Verkehr auf der A 3 zwischen dem Autobahnkreuz Hilden und der Anschlussstelle Mettmann entlasten. Die dazu benötigte Strecken-Beeinflussungs-Anlage wurde von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst in der Leverkusener Verkehrszentrale in Betrieb genommen.

Als „besonderes Ereignis“ bezeichnete Elfriede Sauerwein-Braksiek die Inbetriebnahme der Anlage. Ironischerweise kam die Direktorin des Landesbetriebes für Straßenbau in NRW mit Verspätung in der Verkehrszentrale Leverkusen an, weil sie ausgerechnet auf der A 3 im Stau gestanden hatte.

Zu Spitzenzeiten morgens und abends soll das System greifen

Dieses Schicksal teilt sich die Straßen-NRW-Chefin mit 125 000 Autofahrern (davon 10 Prozent Lkw-Fahrer), die täglich zwischen Hilden und Mettmann unterwegs sind. Regelmäßig kommt es zu Staus. Das soll sich ändern, wobei NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst deutlich machte, dass die Anlage nur zur punktuellen Entlastung beitragen könne, sich Staus jedoch nicht gänzlich vermeiden ließen. „Es ist nur eine von vielen Stellschrauben gegen den Stau.“

Mit Rekordinvestitionen versuche die Landesregierung mit zusätzlichen Mitteln des Bundes, die Infrastruktur im bevölkerungs- und staureichsten Bundesland zu verbessern. „Die Seitenstreifenfreigabe ist ein wichtiger Schritt, denn dadurch kann das Verkehrsnetz 25 Prozent mehr Verkehr aufnehmen“, sagte Wüst. Eine flüssigere Verkehrsführung sei so möglich. Einfach sei das aber nicht umzusetzen, bemerkte Wüst.

„Wir machen das hier nicht nach Wild-West-Manier, sondern im German-Style – sehr ordentlich.“ Heißt, um den Standstreifen für die Freigabe zu ertüchtigen, musste der Untergrund erneuert werden, damit er auch der Last von Lkw standhält. „Das erklärt auch, warum es rund eine Million Euro pro Kilometer gekostet hat“, sagte Wüst.

INVESTITION

AUSBAU In den nächsten Jahren soll die Strecke zur temporären Seitenstreifenfreigabe auf 19 Kilometern bis zum Kreuz Breitscheid ausgebaut werden. Insgesamt 16 Millionen Euro werden in das Projekt investiert.

Konkret sieht das neue System vor, zu Spitzenzeiten, meist morgens und abends, die dreispurige Autobahn zwischen Hilden und Mettmann mit dem Standstreifen um eine vierte Spur zu erweitern. Derzeit ist das zumindest auf einer Strecke von sieben Kilometern möglich.

Gesteuert wird die Anlage, bestehend aus neun  Anzeigequerschnitten, 31 Verkehrslenkungstafeln, 38 Kameras und zwei dynamischen Wechselwegweisern mit integrierter Stauinformation, von der Verkehrszentrale Leverkusen, eine der modernsten in Deutschland. Erkennen die Mitarbeiter ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, können sie per Knopfdruck den Standstreifen freigeben. Auf den Verkehrstafeln erscheint dann der Hinweis auf eine vierte Spur.

Bevor diese freigegeben wird, müssen die zuständigen Verkehrsüberwacher über die Kameras den Standstreifen auf mögliche Gefahren wie liegengebliebene Autos oder Gegenstände absuchen. Sollte während der Freigabe ein Auto liegenbleiben, müssen die Mitarbeiter den Standstreifen wieder sperren.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Raubüberfall am Bahnhof Oberbarmen

Raubüberfall am Bahnhof Oberbarmen

Bisher elf Störungen bei Schwebebahn

Bisher elf Störungen bei Schwebebahn

Springmann: Sohn verklagt Enkel

Springmann: Sohn verklagt Enkel

Elberfeld bekommt ein neues Gesicht

Elberfeld bekommt ein neues Gesicht

Kasino könnte die Kasse klingeln lassen

Kasino könnte die Kasse klingeln lassen

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren