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5G-Handynetz soll schneller ausgebaut werden

Entlang der Talachse ist die 5G-Abdeckung schon gut, am Stadtrand soll sie ausgebaut werden.
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Entlang der Talachse ist die 5G-Abdeckung schon gut, am Stadtrand soll sie ausgebaut werden.

Für eine bessere Verbindung soll ein Mitarbeiter der Stadt Wuppertal im engen Austausch mit Netz- und Funkmastbetreibern stehen.

Von Anne Palka, Christian Töller und Alexandra Dulinski

Wuppertal. Um den Ausbau des 5G-Handynetzes in Wuppertal voranzutreiben, sucht die Stadt einen Mobilfunkkoordinator. Er soll ein zentraler Ansprechpartner sein, der einen guten Überblick darüber hat, welche Bereiche im Stadtgebiet eine bessere Verbindung brauchen, sich eng mit den Netz- und Funkmastbetreibern austauscht und in Kontakt mit der Bezirksregierung und dem Land steht.

Das seien strategische Aufgaben, die zu einer strukturellen Verbesserung führen sollen, sagt Samir Bouaissa, Fachgebietsleiter im Amt für Informationstechnik und Digitalisierung. „Eine sehr gute Netzanbindung, sowohl kabelgebunden als auch mobil, ist für eine Stadt wie Wuppertal von existenzieller Wichtigkeit“, denn sie beeinflusse die Standortwahl für Industrie, Gewerbe und Wohnen.

In den Zentren schreitet der Ausbau stetig voran.

Samir Bouaissa, Amt für Informationstechnik

Die Verwaltung kann selbst kein Mobilfunknetz aufbauen – aber eine Strategie erarbeiten, wie sie die Netzbetreiber dazu bewegt. Das sind Telekom, Vodafone und Telefonica/O2. Vodafone wolle mittelfristig möglichst die ganze Bevölkerung an das 5G- und 5G+-Netz anbinden, sagt Sprecher Volker Petendorf. Dafür solle vor allem die bestehende Infrastruktur genutzt werden: Das Unternehmen will seine Antennen „wo immer es möglich ist zunächst an den 88 bestehenden Mobilfunkstationen in Wuppertal anbringen – zum Beispiel an Masten, Aussichtstürmen, Kirchtürmen sowie auf Dächern von Rathäusern, Bürogebäuden und Wohnhäusern.“

Das solle in den nächsten Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden. „Hinzu kommen punktuelle Neubauten.“ Die ersten 37 Stationen mit 5G-Antennen habe Vodafone in Wuppertal in Betrieb genommen, damit seien 95,9 Prozent der besiedelten Fläche an das Netz angebunden. Der Mobile Datenverkehr nehme stark zu, in Wuppertal habe er eine jährliche Steigerungsrate von aktuell rund 28 Prozent.

Die Stadt sei mit dem Mobilfunknetz der Telekom komplett versorgt, sagt Sprecher Georg von Wagner. Aufgrund der Tallage und des in die Länge gezogenen Stadtgebiets sei das an anderen Orten einfacher. Dennoch gebe es eine sehr gute Versorgung von Westen bis Osten, im dicht besiedelten Gebiet ebenso wie auf den Südhöhen. Lücken im 5G-Netz gebe es noch entlang der L74, zwischen Sonnborn und der Kohlfurth.

Samir Bouaissa nennt Funklöcher: Zahlreiche seien besonders in Vohwinkel, Cronenberg, entlang der A46 und in Beyenburg vorhanden. In zentralen Lagen sei die Abdeckung mit LTE (4G) relativ gut.

Die Stelle muss noch dieses Jahr besetzt werden

Laut Breitbandatlas der Bundesnetzagentur liegt die Verfügbarkeit von 4G bei 99 Prozent der Fläche, von 5G bei knapp 62 Prozent, insbesondere auf der Talachse und entlang der Autobahnen. Im Vergleich: Remscheid hat Werte von 99,9 und 23 Prozent, Köln von 99,6 und 65 Prozent.

„In den Zentren schreitet der Ausbau stetig voran“, sagt Samir Bouaissa. „Allerdings eher mit dem Fokus auf die Klassischen Anwendungsgebiete. Die Möglichkeit zur Nutzung durch tatsächliche zeitkritische Anwendung wie zum Beispiel Steuerung von Maschinen und autonome Mobilität bedarf noch vieler Anstrengungen und einer deutlich höheren Koordination von tatsächlicher Nachfrage und den möglichen Angeboten.“

Der Mobilfunkkoordinator soll schnellstmöglich die Arbeit aufnehmen, sagt Samir Bouaissa. Derzeit ist die Stelle ausgeschrieben. Erfahrung mit dem Thema Mobilfunkausbau sowie fundierte Kenntnisse in den Bereichen Informationstechnik, Digitalisierung und Projektmanagement sollten mitgebracht werden. Die erste Ausschreibung sei nicht erfolgreich gewesen. Nun muss die Stelle bis Ende des Jahres besetzt werden, damit eine vorläufige Förderzusage des Landes nicht verfällt.

Kataster

Um Lücken des Netzes im Wuppertaler Stadtgebiet zu erfassen, hat die Stadt im Jahr 2019 an einem Mobilfunk-Kataster gearbeitet. Die Verwaltung sollte auf Anweisung des ehemaligen Oberbürgermeisters Andreas Mucke an einem digitalen Programm arbeiten, mit dem Bürger Schwachpunkte im Netz melden können. Für die Stadt sei es unmöglich, anhand der vorhandenen Daten zuverlässige Aussagen über die Abdeckung zu machen, hieß es vor drei Jahren.

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