Prozess

36-Jähriger wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Vor dem Landgericht muss sich ein 36-Jähriger wegen versuchten Totschlags verantworten.
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Vor dem Landgericht muss sich ein 36-Jähriger wegen versuchten Totschlags verantworten.

Wuppertal. Angeklagter soll vor einem Lokal in Wuppertal-Elberfeld auf einen Gegner eingestochen haben.

Von Katharina Rüth

Vor dem Landgericht muss sich ein 36-Jähriger aus Neunburg vorm Wald in Bayern wegen versuchten Totschlags verantworten. Er soll im Außenbereich eines Cafés in der Elberfelder Innenstadt im vergangenen August einen 32-Jährigen mit einem Messer erheblich verletzt haben. Laut Anklage waren die Männer am Samstag, 28. August 2021, gegen 14.30 Uhr im Café in Streit geraten, der sich dann nach draußen verlagerte. Dabei soll zunächst der 32-Jährige einen Stuhl in die Höhe gehoben und den 36-Jährigen mit einer Schlagbewegung bedroht haben. Zu diesem Zeitpunkt soll der Angeklagte bereits ein Teppichmesser mit einer drei Zentimeter langen Klinge in der Hand gehalten haben.

Als er mit dem Messer eine Stichbewegung in Richtung des Kopfes seines Kontrahenten machte, soll dieser sofort den Stuhl losgelassen haben. Der Angeklagte soll seinen Gegner dann mit dem Stuhl und dem Messer gleichzeitig attackiert haben. Mit dem Teppichmesser habe er „eine Vielzahl von Stichbewegungen“ ausgeführt, heißt es in der Anklage. Der 32-Jährige erlitt eine vier Zentimeter lange Schnittwunde an der linken Wange mit Öffnung zum Mundraum und zwei Schnittwunden am rechten Oberarm.

Die beiden Begleiter des Opfers, eine 45-Jährige und ihr Vater, konnten verhindern, dass der 36-Jährige noch weiter zusticht. Sie erlitten dabei ebenfalls Verletzungen am Kopf und an der Hand. Der 32-Jährige musste operiert werden, war aber nicht in Lebensgefahr. Er wurde drei Tage im Krankenhaus behandelt.

Das Urteil ist für den 12. Mai vorgesehen

Der 36-Jährige hatte sich vor Ort widerstandslos festnehmen lassen. Die Anklage wirft ihm vor, er habe in Kauf genommen, dass er den 32-Jährigen tödlich verletzt. Im Prozess werden auch Videoaufnahmen eine Rolle spielen, die Passanten von dem Geschehen mitten in der Elberfelder Innenstadt gemacht haben. Auch eine Überwachungskamera des Lokals hat Bilder aufgenommen.

Auf einem dieser Videos war auch zu sehen, wie eine Waffe gezogen wird. Dabei soll es sich aber um eine Schreckschusspistole gehandelt haben, für die diese Person auch den notwendigen Waffenschein hatte.

Zum Prozessauftakt am Montag konnte zunächst nur die Anklage verlesen werden. Weil kurzfristig eine Schöffin durch einen neuen Schöffen ersetzt worden war, verlangte der Verteidiger zunächst Zeit für die Einsicht in Unterlagen zur Schöffenwahl. Daher wurde das Verfahren vertagt. Es soll am 4. April weitergehen.

Insgesamt sind noch vier weitere Verhandlungstage geplant, das Urteil ist bisher für den 12. Mai vorgesehen.

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