2G-Kontrolle: Solingen führt Bändchen im Einzelhandel ein

Nach Hildener Vorbild

Von Björn Boch und Leon Hohmann

Solingen/Hilden Die Klingenstadt Solingen führt nach Hildener Vorbild auch ein System mit Papierbändchen ein, damit Kunden im Einzelhandel nicht beim Betreten jedes Geschäftes ihren 2G-Nachweis vorzeigen müssen. Am Freitag genehmigte Rechtsdezernent Jan Welzel den Antrag und das Konzept des Werbe- und Interessenringes Solinger Innenstadt (W.I.R.) zur Bändchen-Ausgabe oder Stempelverfahren: Die Innenstadt-Geschäfte Intersport Borgmann, Mode Partner, Expert Schultes und Saturn machen den Anfang. „Die Aktion startet in Kürze, sobald Stempel und Bändchen verfügbar sind“, hieß es gestern aus dem Solinger Rathaus.

Noch am Donnerstag waren sich Stadt und Händler uneins bei der Umsetzung: Während Teile der Händlerschaft auf Hilfe vom Ordnungsamt hoffen, hat Dezernent Jan Welzel (CDU) betont, dafür keine personellen Kapazitäten zu haben.

So ist die Umsetzung nun geplant: Es gibt Kontrollbändchen in sechs verschiedenen Farben, die nacheinander zum Einsatz kommen. Jeder Wochentag bekommt eine andere, vorher definierte und kommunizierte Farbe. Die Bändchen erhalten einen Aufdruck zur Legitimation. Die von Festivals und ähnlichen Großveranstaltungen bekannten bunten Bändchen werden ums Handgelenk gelegt, mit einem Klebeverschluss befestigt und sind reißfest. Alternativ können Kundinnen und Kunden sich auch einen Text in die Handinnenfläche stempeln lassen. Auf die Ausgabestellen der teilnehmenden Geschäfte wird hingewiesen werden, diese werden sichtbar sein.

„Um den Handel zu entlasten, übernimmt das Stadtmarketing die Kosten für Bändchen und Stempel bis zum Ende des Jahres.“

Joachim Radtke, Stadtmarketing

Vorbildlich hat den Gedanken bereits der Hildener Einzelhandel in Zusammenarbeit mit dem dortigen Stadtmarketing umgesetzt: Dort verteilen die größeren Einzelhandelsgeschäfte die Bändchen oder den Stempelaufdruck, um die kleineren Läden und Gastronomen bei der Kontrolle zu entlasten.

Bereits zu Beginn der Woche hatte Stadtsprecher Thomas Kraft erklärt, die Stadt sei „offen, pragmatisch und kooperativ“, organisieren müssten es die Händler aber selbst. Dezernent Welzel ergänzt nun: „Gerne können wir Bändchen-Ausgabe, Stempel oder weitere Systeme an zentralen Punkten im Einzelhandel im Stadtgebiet umsetzen.“ Die Autorisierung für dieses Vorgehen könne er selbst erstellen – und zwar „ruckzuck“.

„Um den Solinger Einzelhandel in der Corona-Situation zu entlasten, übernimmt das Stadtmarketing Solingen die Kosten für Bändchen und Stempel bis zum Ende des Jahres und wird die Händler auch weiter unterstützen“, berichtet Joachim Radtke, der sich um das Solinger Stadtmarketing kümmert.

In der Nachbarstadt Hilden ist seit Donnerstag ein Bändchen-System am Start. „Schon nach einem halben Tag können wir sagen, dass es gut angenommen wird“, so Volker Hillebrand, Geschäftsführer der Stadtmarketing Hilden GmbH. Es gebe sechs verschiedenfarbige Bändchen, je eines pro Einkaufstag. „Wir konnten acht Partner im Handel gewinnen, die sich bereiterklärt haben, die Bändchen auszugeben – in der Regel sind das die großen Filialisten.“

Wer seinen 2G-Nachweis bei Intersport Borgmann, Saturn, Mode Adler, New Yorker, C&A, H&M oder Schuhe Deichmann erbringt, erhält ein Bändchen, mit dem er durch die Geschäfte streifen kann, ohne erneut kontrolliert werden zu müssen. Die Bändchen dienen laut Stadtmarketing auch für die gastronomischen Betriebe in Hilden.

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