Blaue Lagune geschlossen

Schon wieder Vulkanausbruch in Island: Das müssen Reisende wissen

Erneut hat sich auf der isländischen Halbinsel Reykjanes eine Erdspalte geöffnet.

Es ist bereits der dritte Vulkanausbruch seit Dezember: Auf der isländischen Halbinsel Reykjanes hat sich erneut eine Erdspalte geöffnet. Der letzte Ausbruch ist erst wenige Wochen her und ereignete sich Mitte Januar. Die austretende Lava hat diesmal unter anderem die Warmwasserversorgung im betroffenen Gebiet gekappt, berichtet die isländische Nachrichtenseite „Ruv“. Bei Minusgraden geht den Menschen in der Region Suðurnes das heiße Wasser aus.

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Was Island-Reisende derzeit wissen sollten und worauf sie sich einstellen müssen.

Lava schießt bis zu 80 Meter in die Höhe

Der Vulkanausbruch begann am Donnerstagmorgen gegen 6 Uhr. Erneut öffnete sich nördlich des Küstenortes Grindavík eine Erdspalte, aus der Lava sprudelte und die schneebedeckte Landschaft überzog. Nördlich des Berges Sylingarfell schoss die Lava bis zu 80 Meter in die Höhe, schreibt die isländische Wetterstation „Vedurstofa“.

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Inzwischen hat sich die Aktivität am Krater wieder etwas beruhigt, dennoch fließt weiterhin Lava aus dem nördlichen und südlichen Krater, informiert Vulkanologe Ármann Höskuldsson. Der Flugverkehr war zu keiner Zeit beeinträchtigt, doch die Blaue Lagune musste abermals geschlossen werden. Wann die beliebte Touristenattraktion wieder geöffnet werden kann, ist noch unklar.

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Bei dem letzten Ausbruch wurden drei Häuser in dem Ort Grindavík zerstört, diesmal erreichte die Lava den Ort nicht, floss dennoch über eine Hauptstraße und zerstörte dabei eine Warmwasserleitung, die unter anderem den Flughafen mit warmem Wasser versorgt. Der vorübergehende Ausfall hatte jedoch keinen Einfluss auf den Flugverkehr.

Derzeit wird mit Hochdruck an einer neuen Warmwasserleitung gebaut, die bis zum Freitagabend installiert sein soll. Dennoch soll es laut „Rúv“ am Wochenende in den Häusern kalt bleiben.

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Reisende und Einheimische werden derzeit gebeten, nicht auf der Straße 41 anzuhalten, um Fotos zu machen oder den Ausbruch zu beobachten. Grindavík sowie die Umgebung sind bis auf Weiteres geschlossen, auch das Wandern in der Umgebung ist derzeit nicht erlaubt. Über aktuelle Entwicklungen werden Reisende auf der Internetseite „safetravel.is“ informiert.

Vulkanausbruch: Diese Rechte haben Urlauber

Wenn außergewöhnliche Umstände – wie Erdbeben, ein Hurrikan oder eben ein Vulkanausbruch – den Urlaubsort heimsuchen, dann können Reisende ihre Reise teilweise kostenlos stornieren. „Die Voraussetzung ist, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände tatsächlich konkret beeinträchtigt ist“, sagt Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland.

Ob eine Reise wegen eines Vulkanausbruchs kostenlos storniert werden kann, hängt in der Regel davon ab, wie stark das jeweilige Reisegebiet von Verwüstungen betroffen und ob es nicht erreichbar ist beziehungsweise ob der Erholungswert stark beeinträchtigt ist. Ein Gefühl der Angst reicht nicht, es muss objektive Beeinträchtigungen geben. Die Möglichkeit, kostenlos zu stornieren, besteht sowieso meistens nur bei Pauschalreisen. Der Veranstalter tritt dann für alle Bausteine der Reise ein.

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Wer hingegen Flug und Hotelzimmer einzeln direkt bei der Airline und der Unterkunft bucht, der „bucht das Risiko mit“. Dann können Reisende meist nur auf Kulanz hoffen. Auch eine Reiserücktritts­versicherung helfe da so gut wie nie. Laut Wojtal beziehen sich diese „in 99 Prozent der Fälle nur auf die Person, greift also zum Beispiel bei Krankheit“. Falls die gebuchte Airline aufgrund des Vulkanausbruchs nicht fliegen kann, erhalten Reisende den Ticketpreis aber natürlich zurück.

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Wer erst in einigen Wochen oder Monaten eine Reise nach Island gebucht hat, kann derzeit nicht davon ausgehen, kostenlos stornieren zu können. Die aktuelle Lage vor Ort lässt darauf schließen, dass sich die Situation schnell wieder normalisieren könnte. Vom Vulkanausbruch betroffene Urlauberinnen und Urlauber sollten sich aber in jedem Fall mit ihrem Reiseveranstalter in Verbindung setzen. „Der hat die Pflicht, die Urlaubsregion zu beobachten und die Urlauber zu informieren“, so Wojtal. Außerdem sollten Reisende die Infos des Auswärtigen Amtes lesen. Eine offizielle Reisewarnung gibt es für Island derzeit nicht.

Dazu rät das Auswärtige Amt:

  • Beachten Sie die Anweisungen der isländischen Behörden.
  • Meiden Sie das Ausbruchgebiet.
  • Informieren Sie sich über lokale Medien über die weitere Lageentwicklung.

Was müssen Reisende aktuell wissen? Alle wichtigen News für den Urlaub findest du beim reisereporter.

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